Bürgerantrag an Rat – Stadt prüft erneut Bausubstanz des Studentenwohnheims 100 Hausbesitzer und Mieter gegen neues Flüchtlingsheim

Höxter (WB/rob/itz). 100 Grundstückseigentümer und Mieter wenden sich in einem Bürgerantrag gegen die Nutzung des alten Studentenwohnheimes Louis-Flotho-Straße als dauerhafte Flüchtlingsunterkunft. Der Rat Höxter wird am 18. Februar darüber beraten.

Das 1962 errichtete Studentenwohnheim, seit mindestens fünf Jahren unbewohnt, wird auf Baumängel untersucht.
Das 1962 errichtete Studentenwohnheim, seit mindestens fünf Jahren unbewohnt, wird auf Baumängel untersucht. Foto: Harald Iding

Hausbesitzer und Anwohner aus dem Umfeld Flotho-Straße, Goethe-Straße, Löns-Straße, Garten-Straße und weiterer Wege sammelten tagelang Unterschriften. Freya Vieth hat die Listen am 2. Februar im Namen der 100 Bürger an die Stadtverwaltung übergeben. »Wir alle sind nicht ausländerfeindlich. Wir wollen, dass unsere Sorgen und Bedenken gegen eine so große Unterkunft an dieser Stelle ernstgenommen werden und dass der Rat darüber erneut berät«, sagt Freya Vieth.

Im Bürgerantrag der Höxteraner wird beklagt, dass im Vorfeld der Ratsentscheidung, das ehemalige Studentenhochhaus zu kaufen, niemand aus der Verwaltung mit den Anwohnern gesprochen habe. Man habe aus der Zeitung erfahren, dass dort 100 Flüchtlinge oder mehr untergebracht werden könnten. Eine so große Anzahl von Einzelpersonen in einer Gemeinschaftsunterkunft, voraussichtlich junge Männer ohne geregelten Tagesablauf, verkrafte das Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und Familienmietwohnungen in dieser Masse nicht, schreiben die Bürger.

Stadt untersucht Bausubstanz des Studentenheimes

 »Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie gibt es immer ein Restrisiko.« Das sagt Georg Beverungen, Sachgebietsleiter Hochbau bei der Stadt Höxter. Er befasst sich seit Tagen mit der Bausubstanz des ehemaligen Studentenwohnheims. Nach einer weiteren Besichtigung bleibt er dabei: Das Gebäude sei in einem ordentlichen Zustand. Einige Gegner des Vorhabens befürchten, dass die Inbetriebnahme der Immobilie noch teurer wird, als die Verwaltung derzeit angibt. Beverungen versucht den Wind aus den Segeln zu nehmen. Schadstoffe beispielsweise seien nicht zu erwarten, entgegnet er auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

Allerdings habe sich bei der zweiten Begutachtung der Immobilie gezeigt, dass die mehr als 40 Jahre alte Elektrik Erneuerungsbedarf habe. Die Unterverteilung muss erneuert werden. Wie berichtet, wird die Wiederinbetriebnahme des Gebäudes wohl mehr Geld kosten, als die Kämmerei bislang vorgesehen hat. 550.000 Euro waren ursprünglich im Haushalt 2015 für die Einrichtung der Brandmeldeanlage und den Bau eines Außentreppenhauses vorgesehen. Jetzt werden noch einmal knapp 200.000 Euro für die Elektrik berechnet. Insgesamt kommt Georg Beverungen auf eine Investition in Höhe von knapp eine Million Euro – inklusive gut 200.000 Euro Kaufpreis.

Lesen Sie den großen Bericht in der Mittwochs-Ausgabe des WESTFALEN-BLATTES.

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