Geld für Schlingnatter-Umsiedlung ist da: Straßen NRW zuversichtlich, alle Grundstücke zügig kaufen zu können Bau der B64 hängt am Schlangenumzug

Höxter/Godelheim (WB). Die Planer von Straßen NRW haben sich zuversichtlich gezeigt, in Godelheim die notwendigen Grundstücke für die geplante Umsiedlung von 130 bis 150 Schlingnattern zügig erwerben zu können. Den Bahndamm nach Wehrden als alternatives Gelände hat der Straßenbaulastträger erneut strikt abgelehnt.

Von Michael Robrecht
Planen die B64: Abteilungsleiter Sven Koerner (links) und Regionalniederlassungsleiter Thomas Rensing von Straßen NRW.
Planen die B64: Abteilungsleiter Sven Koerner (links) und Regionalniederlassungsleiter Thomas Rensing von Straßen NRW. Foto: Michael Robrecht

An einer wegen der andauernden Debatte um die Schlangen extra angesetzten Pressekonferenz in der Straßen-NRW-Niederlassung in Paderborn nahmen auch je ein Vertreter der im Rat Höxter sitzenden Parteien und Wählergemeinschaften teil.

Straßen-NRW-Leiter Thomas Rensing zeigte Verständnis dafür, dass die BI »Pro B64« den Vorschlag, eine preiswertere Alternativtrasse zu untersuchen, eingebracht habe. Aber deutsches Recht und EU-Gesetzgebung seien bei der heutigen Straßenplanung so eindeutig, dass nicht einmal eine Untersuchung des Bahndamms als Alternativquartier sinnvoll sei. Der Vorschlag passe nicht in die rechtliche Problematik, um einen Planfeststellungsbeschluss baurechtlich tragfähig zu machen. Der Bahndamm erfülle nicht die Grundvoraussetzungen für eine Alternativplanung.

Sven Koerner (Abteilungsleiter Planung Straßen NRW) wurde noch deutlicher: Aus fachlich-gutachterlicher Sicht wäre eine Untersuchung des Bahndamms sogar Geldverschwendung.

Beatrix Rochel Projektverantwortliche Planung) sagte, dass das Schlingnatter-Konzept mit allen fachlich zuständigen Stellen und Behörden sowie Landwirtschaftsverband, Landwirtschaftlichem Kreisverband und Naturschutzverbänden abgestimmt sei. Man sei guter Dinge, alle Grundstücke erwerben zu können, so ihr Eindruck nach etlichen Verhandlungsrunden.

Ohne Gutachten kein Lückenschluss

Für den Menschen ist die ungiftige Schlingnatter völlig harmlos. Foto: Frank Grawe

Thomas Rensing ist wichtig, alle in Godelheim mitzunehmen. Ob es Klagen gebe, gelte es abzuwarten. Sven Koerner erläuterte, dass der eigentliche Straßenbau des Lückenschlusses B64 erst dann beginnen könne, wenn der Nachweis gutachterlich erbracht sei, dass die Schlingnattern die neuen Steinriegel und den Korridor tatsächlich angenommen hätten.

Das dauere bis zu fünf Jahre – zumal sich die Tiere nur alle zwei bis drei Jahre vermehrten. Um mit der Gesamtstraßenplanung, die schon weit sei, überhaupt weiter zu kommen, müssten die Grundstücke schnell gekauft und die Umsiedlungsmaßnahmen zügig begonnen werden.

Auf eine genaue Zeitplanung für den Steinhügel-Bauabschnittes Godelheim/Taubenborn wollten sich die Straßen-NRW-Chefs nicht festlegen. Gerade im Straßenbau gebe es zu viele Unwägbarkeiten.

Schutz der lokalen Population

Die neuen Schlangen-Korridore gelten als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme und werden im B64-Gesamtpaket berücksichtigt. Nachzuweisen ist zudem, ob sich auch Beutetierarten für die Nattern an neuer Stelle befinden und ob Steinriegel, Wanderkorridore und Versteckplätze bewohnt würden.

Juristisch gehe es um den Schutz der lokalen Population und die Schaffung von Verbindungswegen für Schlangen – nicht um eine Umsiedlung an eine ganz andere ungeplante Stelle, so Koerner.

Thomas Rensing sagte, dass Bund und Land die 1,4 Millionen Euro Kosten für die Umsiedlung inzwischen genehmigt hätten. Nun könnten Grundstücke für den ersten Bauabschnitt der neuen Siedlungen für die Schlangen gekauft werden. Er bat um Verständnis, dass die Öffentlichkeitsarbeit zurzeit wegen der Grundstückverhandlungen sehr diskret ausfalle. Man werde ein fertiges Konzept zu gegebener Zeit öffentlich vorstellen. Bei der B 64, so Sven Koerner, bleibe bei Straßen NRW seit Jahren kein Bleistift liegen.

Die Planer machten auch deutlich, dass theoretisch bis zum letzten Tag neu auftauchende schützenswerte Tiere konkret berücksichtigt werden müssten. Die Wildkatze werde kein Problem. Experten hätten weitere Überraschungen »nach jetzigem Kenntnisstand« ausgeschlossen.

Kommentare

Sind den alle total bekloppt

So viel Geld für die Zählung der Tiere ist Schwachsinn. Dazu noch Geschotterte Waldwege die nicht für Menschen gemacht sind sondern für Schlangen.
Erst war der Kammolch, dann die Schlingnatter und seit neustem der Neuntöter.
Irgendwas fällt der Politik oder den Umweltschützern schon ein um den Menschen das Leben schwerer zu machen. Können Sie eigentlich selbst noch in den Spiegel schauen? In beiden Ortschaften stehen Kindergarten und Schulkinder an den Ampeln. Muss erst etwas passieren bis das die Umgehung gebaut wird? Selbst für Tiere wird bei Bad Driburg ein Überweg gebaut, leider nichts für Menschen.
Wäre es nicht einfacher die Godelheimer und Ottberger Bürger umzusiedeln? Zum Beispiel an die Bahnstrecke bei Wehrden?!!

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