Sorge wegen resistenter Bakterien – St. Ansgar bei Hygiene führend Gegen gefährliche Keime gut gerüstet

Höxter (WB).  Im Universitätsklinikum Kiel sind mehrere Menschen gestorben, die sich mit einem multiresistenten Bakterium infiziert hatten. Der Fall macht Schlagzeilen. Die Verantwortlichen des St.-Ansgar-Krankenhauses in Höxter greifen die bundesweite Keim-Problematik auf und weisen darauf hin, dass im Kreis alles getan werde, um Keiminfektionen zu verhindern.

Von Michael Robrecht
Das ist in den Krankenhäusern wie in Höxter heute Pflicht: Hände desinfizieren wird noch viel wichtiger, als viele Menschen immer noch meinen.
Das ist in den Krankenhäusern wie in Höxter heute Pflicht: Hände desinfizieren wird noch viel wichtiger, als viele Menschen immer noch meinen. Foto: WB

Während des CDU-Neujahrsempfanges mit 130 Gästen im St.-Ansgar-Krankenhaus war die Kieler-Klinik-Keim-Affäre schnell Gesprächsstoff. Reinhard Spieß, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge, sprach das viele Patienten beunruhigende Thema direkt an. Hygienemanagement werde in den vier Krankenhäusern und fünf Senioreneinrichtungen der KHWE seit Jahren groß geschrieben. Das St.-Ansgar-Krankenhaus sei als erstes Hospital in OWL mit dem MRSA-Siegel für sehr hohen Hygienestandard ausgezeichnet worden.

Patientenschutz

 Prof. Dr. Rolf Haaker sicherte den Politikern zu, dass auf einen großen Patienten- und Mitarbeiterschutz viel wert gelegt werde. So fänden bei der Aufnahme von Kranken umfassende Laboruntersuchungen an den resistenten Hautkeimen (MRSA) statt. Auf diese Weise könne das Risiko einer Infektion besser eingeschätzt werden. Hygienefachmann Prof. Haaker sieht im so genannten »Screening« der Patienten die Chance, sehr früh auf Infektionen aufmerksam zu werden, zumal 90 Prozent der Keime von außerhalb mit in die Krankenhäuser gebracht würden. »Screening« ermöglicht laut der Fachleute eine sofortige gezielte Therapie. Im Krankenhaus gebe es zudem auch externe Hygieneberater und eine Kooperation mit der Universität Hannover. Hygienische Untersuchungen von Geräten, Flächen, Wasser sowie Gebäudebegehungen seien fest vereinbart. Beratung der Angehörigen sei ein Thema.

Fälle im Kreis

Bis zu 600.000 Menschen infizieren sich jährlich in deutschen Kliniken mit Keimen. Fälle gibt es auch im Kreis. Einem Krankenhausaufenthalt sehen deshalb viele Patienten hierzulande mit gemischten Gefühlen entgegen. Ein besonderer Fokus liegt im Kreis Höxter seit langem auf klar definierten Risikopatienten. Dazu zählen immungeschwächte Menschen aus Altenheimen oder wegen der Antibiotika-Problematik auch Landwirte. Bewohner großer Gemeinschaftseinrichtungen sind oft Keimträger: Da können Hochschule, Bundeswehr, Firmen und Kliniken Brutstätten sein. Zudem wurde das Untersuchungsspektrum bei der Aufnahme von Patienten im St. Ansgar kürzlich noch erweitert: Auch die Besiedlung mit resistenten Darmkeimen wird jetzt erfasst.

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