Stadtverwaltung kauft Wohnheim - Bürgerversammlung am 3. Februar Studenten-Hochhaus wird Flüchtlingsheim

 Höxter (WB). Die Stadtverwaltung hat im Rat ein Wohnraum-Konzept zur Unterbringung von weiteren Asylbewerbern in  Höxter vorgestellt. Gekauft wird das frühere Studenten-Wohnheim Louis-Flotho-Straße. Hier sollen im ersten Schritt 90 Flüchtlinge untergebracht werden.

Von Michael Robrecht
Das frühere Studentenwohnheim Louis-Flotho-Straße in Höxter hätte viel Platz für die Aufnahme von Flüchtlingen. Auch hier muss baulich einiges in dem Bau von 1962 verändert werden.
Das frühere Studentenwohnheim Louis-Flotho-Straße in Höxter hätte viel Platz für die Aufnahme von Flüchtlingen. Auch hier muss baulich einiges in dem Bau von 1962 verändert werden. Foto: Michael Robrecht

Erste Beigeordnete Maria Schmidt bestätigte auf WB-Anfrage, dass am Dienstagabend der Arbeitskreis Asyl getagt und über zusätzliche Wohnmöglichkeiten für insgesamt 120 Menschen in der Kernstadt und den Ortschaften beraten habe. 177 Asylbewerber seien zurzeit in Höxter zu betreuen, zusätzliche Flüchtlinge kämen schon in Kürze. 300 würden es am Jahresende sein. Verschiedene freie Objekte in Höxter sind in die engere Wahl als Wohnheime gekommen.

Im Rat erklärte Bürgermeister Alexander Fischer in öffentlicher Sitzung: »Die Unterbringung von Asylbewerbern ist nicht nur eine Pflichtaufgabe. Alle sind aufgefordert, Hilfesuchenden Zuflucht zu gewähren.« Gleichzeitig möchte die Verwaltung aber auch die Anwohner der Petrifeld-Siedlung frühzeitig informieren und diese um ehrenamtliche Unterstützung bitten. Eine Bürgerversammlung zu dem Thema ist nun für Dienstag, 3. Februar, vorgesehen. Uhrzeit und Ort werden noch bekannt gegeben.

Das alte Studenten-Hochhaus eignet sich besonders zur Aufnahme von Einzelpersonen. Für Familien müssen laut Stadt andere Lösungen gefunden werden. Wie die Verwaltung mitteilt, muss das ehemalige Studentenwohnheim aus den 60er Jahren zunächst saniert werden. Vor allem beim Brandschutz gebe es Nachholbedarf. Zunächst sei geplant, den sechsstöckigen Bau für 90 Personen herzurichten. Die Verwaltung kündigte im Rat auch an, dass sie zur Betreuung der Menschen einen weiteren Sozialarbeiter einstellen werde.

Das 1962 gebaute ehemalige Studentenwohnheim in der Louis-Flotho-Straße, das seit Jahren leer steht, stand ganz oben auf der Wunschliste der Stadt steht. Der sechstöckige Block gehört einer Eigentümerin aus Salzkotten und hat 77 »Studentenbuden« und viele Gemeinschaftsräume. Er wäre perfekt für über 100 einzelne Flüchtlinge, nicht aber für Familien. Im Gespräch waren und sind auch die beiden Ex-Bundeswehrgebäude (Offizierheim/altes Stabsgebäude), die jedoch stark umgebaut werden müssten und kurzfristig nicht belegbar sind. Weitere größere Häusern in der Kernstadt werden zurzeit geprüft, weil neben den 120 Asylbewerbern weitere Flüchtlinge erwartet werden. Die alte Preußenkaserne in der Lütmarserstraße wird nicht mehr als Asylbewerber-Wohnheim genutzt. Das Haus ist marode, die Holzdecken sind kaputt. Eine Sanierung lohnt sich laut Stadtverwaltung nicht mehr.

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