Kreis-Politik sieht viele Vorteile bei privater Förderschule in Brakel Gute Karten für das Kolping-Schulwerk

Kreis Höxter (WB). Alle Anzeichen sprechen dafür, dass das Kolping-Schulwerk vom Kreis Höxter den Zuschlag erhält, eine Förderschule für die Klassen 5 bis 10 in Brakel einzurichten.

Von Michael Robrecht
Ein Foto mit Symbolkraft: Das Kolping-Schulwerk will in Brakel eine private Förderschule eröffnen und könnte so langfristig diese gefährdete Schulform für den Kreis Höxter retten.
Ein Foto mit Symbolkraft: Das Kolping-Schulwerk will in Brakel eine private Förderschule eröffnen und könnte so langfristig diese gefährdete Schulform für den Kreis Höxter retten. Foto: Frank Spiegel

Auch wenn der Kreisausschuss für Bildung und Kultur gestern Abend keine formelle Empfehlung aussprach, weil dies der Kreisausschuss nächste Woche auf Wunsch von SPD und CDU vornehmen soll, wurde deutlich, dass das Kolping-Angebot (wir berichteten) beste Chancen auf Verwirklichung hat. Alle Parteien bewerteten die Konzeption als viel versprechend für den Kreis. Gesetzt, der Kreistag stimmt zu, würde ab dem Schuljahr 2016/17 auf dem Gelände des Kolping-Bildungswerkes in Brakel für ungefähr 70 Schüler eine neue private Ersatzschule im Förderschwerpunkt Lernen eingerichtet. Alle anderen Förderschulen Lernen im Kreis würden auslaufen. Der Kreis würde auf die Alternative, eine neue Förder-Verbundschule in der Grimm-Schule Brakel mit Filiale in Alhausen, verzichten.

Kreisdirektor Klaus Schumacher bewertete in der Sitzung die Kolping-Lösung als »genehmigungsfähig durch die Bezirksregierung«. Ulrich Woischner, Geschäftsführer des Kolping-Schulwerkes Paderborn, wies darauf hin, dass seine Einrichtung über genügend Räume, Sonderpädagogen und die Aussicht verfüge, dass die Schüler gleich nach Klasse 10 eine berufliche Ausbildung im Kolping-Berufsbildungswerk anschließen könnten. Auch Praktika würden bei Kolping absolviert. Als Option bot er die Gründung einer Ganztagseinrichtung für die Förderschule an. Ein Vorteil eines Vertrages mit Kolping sei, dass die private Förderschule keine Mindestschülerzahl nachweisen müsse (30 sollten aber schon sein). Eine öffentliche Förderschule muss 144 Schüler beschulen!

Das Kolping-Schulwerk könnte auch die Schule für Kranke in Höxter übernehmen: 2015/2016 würde die Stadt Höxter noch ein Jahr Träger bleiben. Die Förderschule Sprache (Brüder-Grimm-Schule Brakel), die Damian-Schule Warburg, die Förderschulen für Geistigbehinderte in Eversen und Frohnhausen, die Schule im Laurentiusheim Warburg und von Kindern aus dem Kreis genutzte Schulen (Motorik, Hören, Sehen) in OWL bleiben von der anstehenden Neuregelung unberührt.

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