B 64: Land nennt erstmals Zahlen für Wohlfühloasen von 150 Schlingnattern Umsiedlung soll 1,4 Millionen Euro kosten

Höxter/Godelheim (WB). Jetzt ist die Schlange aus dem Sack: 1,4 Millionen Euro soll die Umsiedlung von 150 Schlingnattern kosten, damit die neue B 64 Baureife erlangen kann. Diese Zahl hat NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD)  dem FDP-Landtagsabgeordneten Kai Abruszat auf dessen Anfrage hin mitgeteilt.

Von Michael Robrecht
Für 600 000 Euro sind bereits neue Steinwälle als »Wohlfühloasen« für Kammmolche am Taubenborn aufgeschütttet worden. Für die Schlingnattern sind ähnliche Steinhügel in Planung.
Für 600 000 Euro sind bereits neue Steinwälle als »Wohlfühloasen« für Kammmolche am Taubenborn aufgeschütttet worden. Für die Schlingnattern sind ähnliche Steinhügel in Planung. Foto: Michael Robrecht

Teure Schlingnattern – pro Stück würden 9333 Euro ausgegeben, rechnen die Kritiker der Umsiedlungsaktion vor. Das teure Natter-Projekt ist seit Wochen in Höxter in der Kritik. Zuletzt hatte die BI »Pro B 64« den alten Bahndamm Ottbergen-Wehrden als alternativen, preiswerten und schon vorhandenen neuen Siedlungsraum für die Schlingnattern ins Spiel gebracht. Die Bürgerinitiative wurde vom Nabu bei der Forderung unterstützt, die Machbarkeit einer Neuansiedlung an der Strecke zu prüfen.

FDP-Abgeordneter Abruszat hörte von der Landesregierung, »dass die Kosten für den erforderlichen Grunderwerb und die Durchführung der Maßnahme vorgesehen sind«. Die Umsiedlung soll auf acht Kilometern von Ottbergen bis Taubenborn erfolgen. Die Nattern haben Lebensräume nahe der B 64-Neubautrasse.

»Die Landesregierung steht zu ihrem Wort, dass der Ausbau der B 64 weitergeht«, gibt Kai Abruszat die Auffassung von Rot-Grün wieder. Nach Mitteilung des Verkehrsministeriums befinde sich der Bedarfsplanabschnitt der B 64 zwischen Brakel/Hembsen und Höxter in der »Planungsphase«. Zwei weitere Planungsabschnitte hätten bereits einen Sichtvermerk des Verkehrsministeriums in Berlin erhalten. »Voraussichtlich in 2016 soll der letzte Teilabschnitt planerisch abgeschlossen werden können«, erklärte Abruszat.

Eine detaillierte Zeitangabe bezüglich des Abschlusses des Planfeststellungsverfahrens wollte die Landesregierung nicht nennen. Dieses sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Deshalb sei auch vor dem Hintergrund möglicher Klagen gegen einen Planfeststellungsbeschluss »derzeit keine belastbare Prognose zu einer Fertigstellung des Ausbaus der B64 möglich«, so Minister Groschek.

»Verzögerungen und Verteuerungen der Baumaßnahme sind nicht hinnehmbar. Das Land muss auch weiterhin alles dafür tun, dass eine Realisierung dieses für Höxter so wichtigen Straßenbauvorhabens schnellstmöglich umgesetzt werden kann«, sagt Dr. Hans-Jürgen Knopf, Stadtverbandsvorsitzender der FDP in Höxter.

Die UWG-Ratsfraktion hat die Forderung der BI zum Anlass genommen, einen Antrag an den Rat (Sitzung am 22. Januar) zu stellen, die Alternative der BI zu unterstützen. »Die Bevölkerung darf in Bezug auf den Neubau der B 64/83 nicht länger hingehalten werden. Wir müssen jetzt handeln, damit die Gelder nicht in andere Projekte geschoben werden, sonst wird es lange keine Neutrassierung der B 64 geben«, sagte UWG-Fraktionschef Jürgen Dähling.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.