Fahrlässige Tötung und Unfallflucht Ermittlungen gegen Rentnerin

Höxter/Beverungen(WB). Die Staatsanwaltschaft in Paderborn ermittelt gegen eine Rentnerin aus Höxter wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht. Sie steht im Verdacht, mit ihrem Auto einen Mann angefahren zu haben, der anschließend verstarb. Inzwischen steht fest: Ihr Auto hat das Opfer berührt.

Von Ingo Schmitz
Im Juni vergangenen Jahres ist eine Leiche am Straßenrand in Beverungen gefunden worden.
Im Juni vergangenen Jahres ist eine Leiche am Straßenrand in Beverungen gefunden worden. Foto: Dennis Pape

Das tragische Unglück in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 21./22. Juni, hatte sich zunächst als äußerst mysteriös dargestellt.

Um 3.10 Uhr hatte ein Taxifahrer auf der B 241 (Dalhauser Straße) in Beverungen den leblosen Körper des Mannes liegen sehen. Er alarmierte sofort die Einsatzkräfte, doch der Notarzt konnte nur noch den Tod des 55-Jährigen aus Beverungen feststellen.

»keinen Menschen gesehen«

Für die Ermittler stand schnell fest: Das Opfer musste von einem Auto angefahren worden sein, doch vom Fahrer fehlte zunächst jede Spur. Zeugen für das Unglück gab es ebenfalls keine.

Die Ermittler tappten zunächst im Dunklen. Am Montag, also einen Tag später, meldete sich die 66-jährige Höxteranerin bei dem Paderborner Rechtsanwalt Franz Zacharias, um eine Aussage zu machen. Gegenüber der Polizei habe sie ausgesagt, so der Verteidiger, dass sie zum Unfallzeitpunkt auf der B 241 unterwegs gewesen sei.

Dabei habe sie bemerkt, dass sie mit dem Auto gegen etwas gestoßen sei, trotzdem sei sie weiter gefahren. »Meine Mandantin hat keinen Menschen gesehen. Sie hatte auch nicht das Gefühl, dass sie jemanden überfahren hat. Sie ging davon aus, dass sie möglicherweise Kontakt mit einem Tier hatte«, berichtet der Anwalt. Vor diesem Hintergrund habe sie keinen Anlass gesehen, anzuhalten – auch deswegen nicht, weil sie nachts allein im Dunklen unterwegs gewesen sei.

DNA-Spuren des Opfers am Auto

Wie der Anwalt auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES berichtete, seien inzwischen mehrere Gutachten erstellt worden.

Bei den Untersuchungen des Landeskriminalamtes seien DNA-Spuren des Opfers am Auto der Frau gefunden worden.

Damit stehe fest, dass sie Unfallbeteiligte war, sagte die Staatsanwaltschaft in Paderborn. Entsprechende Beschädigungen habe man allerdings nicht am Auto entdecken können.
Auch habe ein Gutachten inzwischen die Vermutung bestätigt, dass das Opfer zum Zeitpunkt des Unfalls bereits auf der Straße gelegen habe.Der 55-jährige Mann sei sehr stark alkoholisiert gewesen, berichtete Franz Zacharias aus der Untersuchung.

Führerschein eingezogen

Nach Aussage der Staatsanwaltschaft in Paderborn sei der Höxteranerin, nachdem sie sich bei der Polizei freiwillig gemeldet habe, vorläufig der Führerschein entzogen worden. Sie habe es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, sich nicht zu melden. »Ohne ihre Aussage wäre es vermutlich sehr schwierig geworden, sie zu ermitteln«, sagte der Anwalt.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist derzeit noch alles offen. In den nächsten Tagen werde sich entscheiden, ob Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht gegen die 66-Jährige erhoben werde. Der Führerschein werde auch weiterhin eingezogen bleiben.

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