Experten raten bei Spaziergängen: Kontakt mit Wildtieren vermeiden Erstmals Hasenpest im Kreis

Höxter (WB). Erstmals ist bei einem Feldhasen im Kreis Höxter die so genannte Hasenpest (Tularämie) festgestellt worden. Das Wildtier wurde von einem Jäger in einem Jagdrevier bei Höxter aufgefunden.

Die Hasenpest (Tularämie) ist erstmals bei einem Feldhasen im Kreis Höxter festgestellt worden. Der Befund ist bereits bei drei Hasen im Kreis Lippe nachgewiesen worden.
Die Hasenpest (Tularämie) ist erstmals bei einem Feldhasen im Kreis Höxter festgestellt worden. Der Befund ist bereits bei drei Hasen im Kreis Lippe nachgewiesen worden. Foto: dpa

Die vom Veterinärdienst des Kreises Höxter beauftragte Untersuchung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Ostwestfalen-Lippe (CVUA-OWL) bestätigte den Verdacht. »Der Befund überrascht nicht, da der Erreger in den vergangenen Monaten im Nachbarkreis Lippe vereinzelt – bei drei Hasen – nachgewiesen wurde«, erklärt Dr. Anke Rothe vom Veterinärdienst des Kreises Höxter.

Die Hasenpest ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Sie kann bei zahlreichen Wildarten vorkommen, tritt aber überwiegend bei wild lebenden Hasen und Wildkaninchen auf (daher auch der Name Hasenpest). Für die Tiere endet die Erkrankung meist innerhalb weniger Tage tödlich.

Die sichtbaren Anzeichen sind sehr allgemein und können auch bei anderen Krankheiten auftreten: Kranke Tiere sind matt, teilnahmslos, mager und verlieren ihre natürliche Scheu. »Eine sichere Diagnose ist nur durch eine mikrobiologische Untersuchung im Labor möglich«, bekräftigt Dr. Anke Rothe den notwendigen Nachweis durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt.

»Die Hasenpest kann auch vom Tier auf den Menschen übertragen werden und leider auch schwer verlaufen«, warnt die Tierärztin generell davor, kranke, auffällige oder tote Wildtiere zu berühren. Insbesondere beim Kontakt mit infizierten Tieren besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Gefährdet sind deshalb vor allem Jäger, die häufig mit Wildtieren in Kontakt kommen.

Eine Übertragung ist aber auch durch den Verzehr von nicht ausreichend durchgegartem Fleisch möglich. Nur wenige Keime reichen aus, um eine Erkrankung auszulösen. Deshalb rät Dr. Anke Rothe dringend dazu, die allgemeinen hygienischen Grundsätze beim Umgang mit Tieren und in der Küche zu beachten, um Infektionsrisiken zu verringern.

Wichtig: »Die Erkrankung kann gut mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert wird«, betont der Leiter des Gesundheitsdienstes des Kreises Höxter, Dr. Ronald Woltering. Die Krankheitsanzeichen beim Menschen hängen davon ab, auf welchem Weg der Keim in den Körper gelangt ist. Neben allgemeinen, grippeähnlichen Symptomen können Hautgeschwüre, Durchfall und Lymphknotenschwellung auftreten. »Gering ist die Ansteckungsgefahr für Hunde«, so Dr. Rothe. Trotzdem sollte der Kontakt mit toten und kranken Wildtieren vermieden werden.

Vorsichtsmaßnahmen: Bürger sollten tote Tiere und Feldhasen, die ein mangelndes oder sogar fehlendes Fluchtverhalten zeigen, auf keinen Fall berühren. Im Verdachtsfall ist der Revierinhaber zu verständigen, der gegebenenfalls auch die Untersuchung von auffälligen Tieren über den Veterinärdienst des Kreises Höxter veranlassen kann. Jäger sollten beim Umgang mit verendet aufgefunden Feldhasen oder Wildkaninchen, aber auch im Rahmen der Wildbretgewinnung von gesund erlegten Hasen vorsorglich Einmalschutzhandschuhe und gegebenenfalls auch einen Mundschutz tragen.

Für alle Verbraucher gilt, dass Fleisch von gesund erlegten Tieren stets nur nach vollständigem Durcherhitzen (Kochen, Braten) verzehrt werden sollte, weil dadurch mögliche Erreger zuverlässig abgetötet werden.

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