Zentralküche im Beckhaus-Heim: Hans-Theo Schlüter verabschiedet sich Chefkoch aus Leidenschaft

Höxter (WB). Über seine Arbeit urteilen hunderte Menschen jeden Tag. Sie ist quasi in aller Munde – und das seit mehr als drei Jahrzehnten. Wenn Küchenchef Hans-Theo Schlüter und sein Team zur Kelle greifen, dann übernehmen sie viel Verantwortung.

Von Harald Iding
Er trifft sein Jahrzehnten den Geschmack der Bewohner: Der 63-jährige Küchenchef Hans-Theo Schlüter wird nach 31 Jahren in der Zentralküche in den Ruhestand verabschiedet.
Er trifft sein Jahrzehnten den Geschmack der Bewohner: Der 63-jährige Küchenchef Hans-Theo Schlüter wird nach 31 Jahren in der Zentralküche in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Harald Iding

Ob als Senior im Konrad-Beckhaus-Heim, als Grundschüler in Lüchtringen oder daheim, versorgt über den Essen auf Rädern-Service – alle setzen auf die Fähigkeiten der Schlüter-Mannschaft. Nun naht der Abschied: Denn der Chef geht zum Ende dieses Monats in den Ruhestand. Der 63-Jährige hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Hans-Theo Schlüter, der aus Altenbeken stammt und mit seiner Familie in der Kernstadt Höxter lebt, kam 1970 als Zeitsoldat (Unteroffizier) zur Bundeswehr und übernahm nach der Küchenmeisterprüfung schnell Verantwortung. »Liebe geht durch den Magen« – das wissen nicht nur Ehefrauen und Partnerinnen geschickt einzusetzen. Wer gut isst, der hat auch meist gute Laune.

Liebe geht durch den Magen

 »Deswegen ist es seit Jahrzehnten mein Anspruch, möglichst allen mit dem Angebot der Menüs und Zusammenstellung der Zutaten gerecht zu werden«, betont der leidenschaftliche FC-Bayern-München-Fan Schlüter im Gespräch mit dieser Zeitung. In den 70er-Jahren war er für das leibliche Wohl von 1000 Soldaten am traditionsreichen Garnisonsstandort Höxter zuständig. Seit 1983 kümmert er sich als Küchenchef mit Zusatzqualifikationen (zum Beispiel im Diätbereich) im großen Konrad-Beckhaus-Heim und den angeschlossenen Einrichtungen des evangelischen St.-Petri-Stiftes verantwortlich um das Frühstück, Mittag- und Abendessen.

Dort lernte er auch seine Ehefrau Martina (geborene Kronenberg) kennen und lieben, sie hatte damals die Hauswirtschaftsleitung inne. Auch Sonderaufträge wie das festliche Essen für caritative Weihnachtsaktionen übernehmen heute Hans-Theo Schlüter und seine sechs Damen in Weiß.

Umstrukturierung des Hauses

Nach der Umstrukturierung des Hauses in den vergangenen Jahren haben sich auch die Abläufe geändert. »Der Schwerpunkt in unserer Zentralküche liegt inzwischen auf der Herstellung des Mittagessens. Denn die anderen Mahlzeiten werden von Senioren, zum Beispiel in den Wohngruppen, selbst zusammengestellt. Wir versorgen sie natürlich mit den entsprechenden Produkten.« Auf diese Weise könne die Selbstständigkeit im Alter gestärkt werden.

Ausgewogene Ernährung

Von der Vollkost bis zum Diabetes-Angebot, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse für Jung und Alt sei für Schlüter selbstverständlich. Die Aufgaben sind sehr komplex geworden. Dazu gehören die Lagerverwaltung, der Einkauf, die Erstellung des Speiseplans, die Personalführung und vieles mehr. »Und es muss im Budget bleiben, damit die Kosten auch getragen werden können. Wir liefern täglich fast 350 Essen aus – und tun das mit großer Leidenschaft.«

Nachfolger steht fest

Der Nachfolger von Schlüter steht schon bereit und wird von ihm eingearbeitet. Es ist der 1972 in Bad Kreuznach geborene Helmut Ingebrand, der mit Ehefrau Greta und zwei Töchtern in Höxter lebt. Er hat schon beim Sternekoch Lothar Eiermann gearbeitet und war zuletzt Küchenchef im Restaurant der Test- und Präsentationsstrecke »Bilster Berg«.

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