Freilichtbühne Bökendorf bietet für große und kleine Besucher turbulente Stücke Chaos-Sams und 80er-Tanz

Bökendorf (WB). Spritzig, bunt, turbulent und mit jeder Menge Abwechslung – das charakterisiert in diesem Jahr beide Stücke auf der Freilichtbühne Bökendorf. Für die Erwachsenen gibt es »Eine Hochzeit zum Verlieben« zu sehen, das Kinderstück heißt »Eine Woche voller Samstage«.

Von Frank Spiegel

Es erzählt die Geschichte von Herrn Taschenbier (Carsten Meier), der ein eintöniges Leben führt. Das ändert sich schlagartig, als er eines Samstags nach einer ganz besonderen Woche auf dem Marktplatz auf ein merkwürdiges Wesen (Isabell Schröder) mit feuerroten Haaren, Rüsselnase und blauen Punkten im Gesicht trifft. Als er sagt, dass es sich hier nur um ein Sams handeln kann, ernennt dieses ihn kurzerhand zu seinem »Papa« und weicht ihm fortan nicht mehr von der Seite – so wie Samse das nun einmal tun.

Das Sams liebt das Chaos

Das Wesen ist allerdings völlig anders als Herr Taschenbier: vorlaut, naiv und alles andere als unauffällig. Das bereitet Herrn Taschenbier nicht nur bei seiner neugierigen Vermieterin Frau Rotkohl (Ruth Brenke) Probleme.

Carsten Meier (rechts) und Isabell Schröder spielen im Kinderstück die Hauptrollen. Regie führt Miriam Scholz. Foto: Frank Spiegel

Regie führt mit Miriam Scholz im Kinderstück ein Eigengewächs der Freilichtbühne. »Das Stück lebt durch den Wechsel von lauten und turbulenten Szenen mit Musik mit den kleinen und feinen Zwischenszenen«, erklärt die Bökendorferin. Der Autor Paul Maar habe eine hervorragende Vorlage mit schönen Wortspielen und viel Situationskomik geliefert. »Das Stück ist für Kinder wie auch für Erwachsene gleichermaßen geeignet«, ist Miriam Scholz überzeugt.

Doch nicht nur für die Regisseurin ist das Kinderstück eine besondere Premiere. Für Isabell Schröder ist das Sams die erste ganz große Rolle. Sie gehört seit drei Jahren zum Ensemble der Bühne, war im vergangenen Jahr in »Aschenputtel« als Fitnesstrainerin zu erleben.

»Als allererstes hab ich mich sehr geehrt gefühlt, dass mir das zugetraut wird. Mein zweiter Gedanke war: ›Kriegst du das hin‹«, berichtet Isabell Schröder. Inzwischen ist sie »oft erschrocken darüber, wie viel Sams schon immer in mir steckte.«

Verlobte lässt Robbie am Altar stehen

Trotz ihres jungen Alters schon alte Hasen in großen Rollen sind Jonas Fromme und Sarah Fromme, die im Erwachsenenstück die Hauptrollen spielen. »Eine Hochzeit zum Verlieben« spielt im Jahr 1985. Möchtegern-Rockstar Robbie Hart (Jonas Fromme) ist New Jerseys beliebtester Hochzeitssänger. Nachdem seine Verlobte Linda (Lisa Hasenbein) ihn allerdings vor dem Altar stehen lässt, macht Robbie jede Hochzeit zu einer ähnlichen Katastrophe. Kann die liebenswerte Kellnerin Julia (Sarah Fromme) Robbie zurück ins Rampenlicht holen? Oder muss er mit ansehen, wie sie mit dem fiesen Finanzhai Glenn (Dominik Scholz) zum Altar schreitet? Diese Fragen werden im Musical beantwortet.

Jede Menge schöne und freche Dialoge

»Es gibt jede Menge schöne und auch freche Dialoge«, verrät Anke Lux, die seit 2015 mit großem Erfolg die Stücke der Freilichtbühne Bökendorf inszeniert hat und wieder für das Erwachsenenstück verantwortlich zeichnet. Das Stück sei extrem schnell, eine Szene gehe in die andere über.

Auch der Tanz spielt in dem Musical eine herausragende Rolle. Große und aufwändig choreographierte wechselten sich mit kleineren ab. Unterstützt wird Anke Lux von Kirstin Hünnefeld als Regieassistentin sowie Hans-Martin Fröhling und Svenia Koch, die sich um den Gesang kümmern.

Von Hardrock bis zur Ballade

»Die Musik ist im Stil der 80er Jahre und reicht von Hard-Rock über Rap bis hin zu Balladen«, berichtet Svenia Koch. »Die Songs sind nicht bekannt, haben aber einen hohen Wiedererkennungswert«, erklärt die Bökendorferin. Dabei seien sie sehr anspruchsvoll. »Vor allem Jonas Fromme als Robbie muss zwei Stunden lang Höchstleistungen bringen«, weiß sie. Das sei harte Arbeit, denn er müsse sich besondere Gesangstechniken aneignen, um den Herausforderungen gerecht zu werden.

»Das Stück ist an sich nicht für Laiendarsteller, sondern für Profi-Musicalensembles«, bestätigt auch Hans-Martin Fröhling den hohen Anspruch. Sein Schwerpunkt liegt auf der Einstudierung der Chor-Begleitung. Teilweise werde bis zu sechsstimmig gesungen. Hinzu kämen viele kleine gesangssolistische Parts. »Und auch die müssen perfekt klingen. Denn wer ohnehin nur zwei Takte zu singen hat, will die natürlich auf keinen Fall vergeigen. Eine zweite Chance gibt es nicht«, erläutert der erfahrene Chorleiter.

Bequemer mit Pay-Pal

Karten für beide Stücke können online vom 5. März an unter www.freilichtbuehne-boekendorf.de vorbestellt werden, telefonisch vom 23. April unter 05276/8043 an.

Verena Becker, Vorsitzende der Bühne weist insbesondere auf die Möglichkeit hin, Tickets online nicht nur zu reservieren, sondern auch per Pay-Pal zu bezahlen. »Man kann die Karten am heimischen PC ausdrucken und muss sich nicht in die Warteschlange an den Kassen einreihen«, nennt sie den Vorteil.

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