»In Gottes Namen«: Friedel Brenneke erzählt Geschichte aus dem 30-jährigen Krieg Roman erinnert an Bökendorfer

Brakel-Bökendorf (WB). Wer in Bökendorf aufwächst, hört zwei Geschichte: die der Judenbuche und die des Johann Schneeberg, der im 30-jährigen Krieg den Schwedenkönig Gustav Adolf tötete und diesem eine goldene Kette abnahm. Auch Friedel Brennecke hat sie beide gehört. Der heute 64-Jährige hat 2008 einen historischen Roman zur Judenbuche geschrieben. Jetzt ist sein Buch mit dem Titel »In Gottes Namen« erschienen.

Von Frank Spiegel
Friedel Brenneke (2. von links) hat das Buch »In Gottes Namen« geschrieben, einen historischen Roman aus dem 30-jährigen Krieg. Christof Lücking (links) freut sich darüber ebenso wie Karl und Susanne Wickel.
Friedel Brenneke (2. von links) hat das Buch »In Gottes Namen« geschrieben, einen historischen Roman aus dem 30-jährigen Krieg. Christof Lücking (links) freut sich darüber ebenso wie Karl und Susanne Wickel. Foto: Frank Spiegel

Es erzählt die Geschichte der beiden Bauernsöhne Jodokus Wallbaum und Johann Schneeberg, die beide in Bökendorf gelebt haben. »Sie sind dabei, als habgierige Potentaten, selbstsüchtige Obristen und verrohte Soldateska im Namen Gottes die Welt in Schutt und Asche legen. Sie sehen Könige sterben und erleben die alltäglichen Tragödien, die Hunger, Pest und Krieg mit sich bringen«, heißt es in dem Klappentext.

Die historischen Fakten stimmen

Was erst im Inneren des Buches verraten wird ist, dass es Johann Schneeberg ist, der dem Schwedenkönig auf dem Schlachtfeld bei Leipzig den tödlichen Stich verpasst und dessen Habseligkeiten an sich nahm. »Johann kniete über dem toten Schwedenkönig, zog ihm den Ring vom Finger, riss ihm die Kette vom Hals und sprang in Richtung seines Pferdes, um seine Beute zu verstauen«, schreibt Friedel Brenneke.

Drei Jahre lang hat der Bökendorfer für seinen Roman recherchiert. »Die historischen Fakten stimmen alle. Nur die Handlung ist natürlich Fiktion«, erläutert er. Der Roman spiele vor allem in Brakel, Paderborn und Höxter. »Der Fokus liegt auf dem 30-jährigen Krieg im Hochstift Paderborn«, berichtet Brenneke.

Auch lokale Persönlichkeiten kämen darin vor, so etwa Ludwig von Asseburg. »Der war ein kleiner Kriegsunternehmer und hat mehrfach vom katholischen ins evangelische Lager gewechselt – wie es sich gerade anbot«, nennt der Autor ein Beispiel. Auch das sei keineswegs Fiktion, sondern von Ludwig von Asseburg selbst so beschrieben worden.

Hexenverfolgung bildet weiteren Handlungsstrang

Das Buch berichtet von Eroberungen, wechselnden Besatzungen. »Aber auch der lang ersehnte Frieden verbreitet noch seine Schrecken, da der 30-jährige Krieg nicht nur verwüstete Landschaften und Städte, sondern auch zerstörte Seelen und zerrüttete menschliche Gemeinschaften zurückließ«, berichtet Friedel Brenneke und weist damit auf den zweiten Handlungsstrang hin, den das Buch enthält: die Hexenverfolgung. »Die spielte nach dem Krieg auch hier bei uns eine herausragende Rolle«, weiß der Autor. Gerüchte und Beschuldigungen hätten in der vom Krieg zermürbten und geschrumpften Bevölkerung schnell Nahrung gefunden.

Wie Friedel Brennecke berichtet, spielt die Erzählung, dass Johann Schneeberg dem König die Kette abgenommen hat, auch heute noch bei den Bökendorfern eine Rolle. »Wenn hier einer ein Loch gräbt, wird gleich gesagt: ›Du suchst wohl nach der Kette.‹«, weiß der Autor.

Als Geschichtskenner kann er den immer noch Suchenden allerdings wenig Hoffnung auf Erfolg machen. »Die Soldaten haben ihre Beute damals in der Regel sofort versetzt – so wird es vermutlich auch mit der Kette des Königs gewesen sein«, glaubt der Autor.

Lesung in der ehemaligen Gaststätte Wickel

Der liest am Samstag, 3. März, von 20 Uhr an in der ehemaligen Gaststätte Wickel aus seinem Buch. Die Gastgeber Karl und Susanne Wickel sind von dem Buch ebenso angetan wie Christof Lücking, Vorsitzender des Heimatvereins.

»In Gottes Namen« hat 272 Seiten, ist im Verlag »Books on Demand« erschienen (ISBN 978-3-7460-6382-9) und kostet 9,99 Euro.

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