26-Jähriger soll sich kiloweise Marihuana beschafft haben Drogendealer vor Gericht

Paderborn/Brakel (WB). Die Drogenfahnder der Paderborner Polizei waren im vergangenen Jahr recht erfolgreich: Seit diesem Freitag muss sich ein weiterer mutmaßlicher Dealer vor dem Landgericht verantworten.

Von Ulrich Pfaff
Das Land- und Amtsgericht in Paderborn.
Das Land- und Amtsgericht in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Er arbeitete zum Teil mit der Bande zusammen, gegen die bereits Prozesse laufen. Ein Kilogramm Amphetamin soll der 26-Jährige bei dem 33 Jahre alten Frührentner in der Detmolder Straße in Paderborn gelagert und von dort aus weiterverkauft haben, wo die Bande ihren »Drogenbunker« hatte – als mutmaßlicher Kopf gilt ein 31-Jähriger. Beide stehen seit Ende Januar vor dem Landgericht.

Als »Geldeintreiber« fungiert

Gegen ein weiteres Mitglied der Bande wird voraussichtlich von Ende März an verhandelt – der Mann soll als Fahrer bei der Beschaffung von Drogen und Rohmaterialien für Amphetamine sowie als »Geldeintreiber« fungiert haben. Unabhängig von der mutmaßlichen Bande hat der jetzt angeklagte 26-Jährige seine eigenen Geschäfte mit Marihuana betrieben.

»Handel mit Betäubungsmitteln im erheblichen Umfang« nannte es Staatsanwältin Sabrina Klein: Insgesamt sechs Mal habe sich der Angeklagte zwischen Juli und September 2016 jeweils ein Kilogramm Marihuana beschafft und anschließend mit Gewinn weiterverkauft. Das »Gras« soll eine durchschnittliche Qualität gehabt haben.

Eine kleine Menge zum Eigenkonsum

Eine kleine Menge habe der 26-Jährige jeweils zum Eigenkonsum behalten. Die Anklage geht von einem Einkaufspreis von sechs Euro pro Gramm aus. Der Straßenverkaufspreis beträgt nach Erkenntnissen der Drogenfahnder in Paderborn zurzeit etwa zehn Euro pro Gramm. Der Verkaufswert des Marihuanas beträgt nach Angaben der Polizei etwa 60.000 Euro.

Übergabeort in Brakel

Übergabeort für die Geschäfte war jeweils der Schulhof des Petrus-Legge-Gymnasiums in Brakel. Der Lieferant des 26-Jährigen ist der Staatsanwaltschaft bekannt. Der Paderborner geriet durch die Ermittlungen gegen die Amphetaminbande aus der Detmolder Straße in den Fokus der Polizei und wurde kurz nach den anderen Männern im Juli verhaftet.

Zum Prozessauftakt stieg die 1. Große Strafkammer des Landgerichts noch nicht in die Beweisaufnahme ein: Der Gutachter, der den Angeklagten vor dem Hintergrund einer möglichen Drogenabhängigkeit untersucht hatte, war verhindert. Der nächste Verhandlungstag ist der 2. März.

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