Brotprüfung in der Grundschule am Nicolaitor: Schüler kosten heimische Sorten »Das Brot in alle Munde bringen«

Höxter (WB). »Das schmeckt aber lecker. Können wir bitte noch ein Stückchen davon haben?«, fragen die Kinder der Grundschule am Nicolaitor hoffnungsvoll. Gestern bekamen die Schülerinnen und Schüler Besuch von drei Qualitätsprüfern. Und 74 Laib Brot.

Von Christopher Lingnau
Die drei Qualitätsprüfer (von links) Karl-Ernst Schmalz, Klaus Winkelhahn und Simone Pollmann. Die Bäckereien im Kreis Höxter sind bekannt für Kreativität und hohe Qualität. Die Brotprüfung läuft in Höxters zurzeit in der Schule am Nicolaitor.
Die drei Qualitätsprüfer (von links) Karl-Ernst Schmalz, Klaus Winkelhahn und Simone Pollmann. Die Bäckereien im Kreis Höxter sind bekannt für Kreativität und hohe Qualität. Die Brotprüfung läuft in Höxters zurzeit in der Schule am Nicolaitor. Foto: Christopher Lingnau

»Der Geruch des Brotes ist der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat«, pflegte schon Nobelpreisträger Jaroslav Seifert zu sagen. Um sicherzugehen, dass auch ihre Brote eine hohe Qualität inne haben, brachten die Betriebe der Bäcker-Innung Höxter-Warburg ihre Produkte zur Expertise in die Grundschule. Das »Institut für Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack)« bietet regelmäßig solche Brotprüfungen an – und das bewusst auch in Schulen. »Wir möchten die Kinder erreichen und sie für die Qualität eines solchen Handwerks ein Stück weit sensibilisieren. Wir möchten das Bäckerbrot in alle Munde bringen«, erklärt Prüfer, Bäckermeister und Betriebswirt des Handwerks Karl-Ernst Schmalz. Das Brot kommt bei den Testessern gut an: »Die Kinder reißen uns das Brot aus der Hand«, sagt Schmalz lachend.

Experten haben positiven Eindruck

Zusammen mit seinen beiden Kollegen Simone Pollmann und Klaus Winkelhahn prüft er die Brote auf Form, Aussehen, Krustenbeschaffenheit, Lockerung, Krumenbild, Struktur, Geschmack und Geruch. »Wir prüfen alles sensorisch Wahrnehmbare«, erläutert Klaus Winkelhahn. Von den Exemplaren der Bäcker-Innung Höxter-Warburg haben die drei Experten einen positiven Eindruck. Alle mit »sehr gut« oder »gut« prämierten Brote werden mit einer Urkunde des »IQBack« ausgezeichnet. Kann ein Betrieb mindestens drei Brote mit einer solchen Bewertung vorweisen, erhält er eine Auszeichnung in »Gold«. »Alle mit ›sehr gut‹ oder ›gut‹ prämierten Produkte werden außerdem unter der Nennung des Herstellers im Internet unter www.brot-test.de und in der Brot-Test-App veröffentlicht«, sagt der Obermeister der Bäcker-Innung Höxter-Warburg, Heinrich Brandt.

Traditionsreiches Getreide ist wieder im Kommen

Einen sicherlich herausragenden Geschmack hat das Brot des Jahres 2018, das Dinkel-Vollkornbrot. Wie der Dinkel sind laut Karl-Ernst Schmalz auch weitere, traditionsreiche Getreidearten wieder im Kommen: »Zuletzt war das südamerikanische Chia-Brot sehr beliebt. Mittlerweile werden wieder ältere Getreidearten angebaut«, erklärt der Bäckermeister. Auch der Trend der glutenfreien Speisen geht am guten alten Brot nicht vorbei: »Ja, das merkt man schon. Dabei ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass die Beschwerden mancher Esser nicht auf das Gluten zurückführen sind. Wird das Brot in eine traditionelle, zeitintensivere Art und Weise produziert, treten Stoffe die zu Beschwerden führen können gar nicht erst auf«, erklärt Schmalz. Bei den Schülern der Grundschule am Nicolaitor ist das traditionelle Bäckerbrot auf jeden Fall gut angekommen. Aber auch generell steht das klassische »Schulbrot« noch immer hoch im Kurs: »Wir besuchen sehr viele Schulen und können sagen, dass die meisten Schüler noch immer selbst gemachte Brote mit zur Schule bringen«, freut sich Schmalz.

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