Erstes Repair-Café im Kreis Höxter öffnet Freitag erstmals Liebgewonnenes länger nutzen

Brakel (WB). Alte Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Wasserkocher, Spielzeug oder Porzellanfigur – sollten diese defekt sein, gilt am Markt 11 vom kommenden Freitag an das Motto »Reparieren statt wegwerfen«. Dort öffnet das erste Repair-Café des Kreises Höxter.

Von Frank Spiegel
In Brakel hat in zentraler Lage am Markt das erste Repair-Café im Kreis Höxter eröffnet. Jeremy Breker, Frederic Tebbe, Florian Weisheit, Klaus Hakelberg, Manfred Tölle und Dominik Niggemann helfen beim Reparieren.
In Brakel hat in zentraler Lage am Markt das erste Repair-Café im Kreis Höxter eröffnet. Jeremy Breker, Frederic Tebbe, Florian Weisheit, Klaus Hakelberg, Manfred Tölle und Dominik Niggemann helfen beim Reparieren. Foto: Frank Spiegel

Und dort wird allen geholfen, die die defekten Teile normalerweise in den Müll geworfen hätten. »Viele technische Geräte werden weggeworfen, obwohl sie noch repariert werden könnten«, weiß Michael Werner, Leiter des Fachbereiches Umwelt, Planen und Bauen des Kreises Höxter. Reparieren lassen sei aus der Mode gekommen. »Und diese Lücke wollen wir schließen«, sagt Werner.

Unterstützung mit Rat und Tat

Wer ehrenamtliche Hilfe bei einer Reparatur braucht, kann künftig in das neue Repair-Café kommen. Wie Michael Werner berichtet, sei es aber nicht damit getan, das Gerät herzubringen und später gegen Geld wieder abzuholen. »Bei einer Tasse Kaffee gibt es Unterstützung mit Rat und Tat«, erläutert er. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten sollten die Nutzer des Cafés bei der Reparatur helfen.

Mit den Elektrikern Klaus Hakelberg und Manfred Tölle stehen zwei ehrenamtliche Profis bereit. Mit Jeremy Breker, Dominik Niggemann, Frederic Tebbe und Florian Weisheit packen zudem auch vier Schüler des Berufskollegs Kreis Höxter in Brakel mit an, die den Beruf des Elektrotechnischen Assistenten erlernen.

»Das ist eine gute Gelegenheit Erfahrungen zu sammeln und unter wirklichen Bedingungen zu lernen«, sagt Florian Weisheit. Es sei schon etwas anderes, ob man im Unterricht zum Beispiel Würfel zusammenlöte oder nun Kabel, die zu Schaltungen gehörten.

»Als wir bei uns nachfragten, wer sich vorstellen könnte mitzumachen, musste niemand lange überzeugt werden«, bestätigt auch Hubertus Johlen vom Berufskolleg Kreis Höxter den Enthusiasmus, mit dem die jungen Auszubildenden die Herausforderungen meistern wollen.

Projekt ist vierfacher Gewinn

»Für den Kreis Höxter ist das Projekt ein vierfacher Gewinn«, freut sich auch Michael Werner über die Initiative der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreises Höxter. »Erstens erhoffen wir uns davon, dass weniger Elektrogeräte weggeworfen werfen. Zweitens freuen wir uns, dass erfahrene Handwerker ihr Können an junge Menschen weitergeben. Drittens sind wir überzeugt, dass die Schülerinnen und Schüler sich viel praktisches Wissen aneignen können. Und viertens können die Besucher des Repair-Cafés liebgewonnene Gegenstände länger benutzen«, erläutert er.

Der Begriff Café dürfe dabei allerdings nicht überbewertet werden. »Wir sehen uns keinesfalls als Konkurrenz zu den Anbietern auf dem Markt und drumherum«, stellt er klar. Aber sicher gebe es für Menschen, die den Service nutzten eine Tasse Kaffee.

»Hier werden die Geräte gemeinsam repariert in einer gemütlichen Atmosphäre«, sagt Silke Rakel von der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft. Das Mitarbeiten der Besucher sei auch deshalb gewollt, damit diese dem dann mit eigenem Zutun reparierten Gerät eine höhere Wertschätzung entgegenbringen.

Erneut Pilotprojekt im Kreis Höxter

Brakels Bürgermeister Hermann Temme freut sich, dass es nach der Lernwerkstatt, in deren Räumen sich das Repair-Café befindet, mit diesem erneut ein Pilotprojekt in der Nethestadt gibt. Auch das Repair-Café trage dazu bei, die Innenstadt zu beleben. Sein Dank gilt allen Beteiligten.

Sollte das Angebot in Brakel gut angenommen werden, könnte sich Michael Werner auch vorstellen, dass der Kreis Höxter auch in anderen Städten Repair-Cafés einrichtet.

Rita Mertens, Vorsitzende des Fördervereins der Brüder-Grimm-Schule, die die Lernwerkstatt zusammen mit der Gesamtschule und dem Berufskolleg Kreis Höxter betreibt, findet, dass das Repair-Café bestens ins Konzept passt. »Es handelt sich hier um eine Lernwerkstatt für Erwachsene«, sagt sie.

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