Sommer-Bad Brakel wird ans Nahwärmenetz angeschlossen – Wassertemperatur bleibt konstant 27 Grad – bei jedem Wetter

Brakel (WB). Mit regenerativer Wärme aus seiner Biogasanlage in der Märsch wird der Landwirt Michael Meyer jetzt auch das Sommer-Bad versorgen. Dieser Anschluss an das Nahwärmenetz beschert den Schwimmern eine gleichbleibende Wassertemperatur von angenehmen 27 Grad und macht das Freibad somit wesentlich attraktiver.

Von Sabine Robrecht
Noch beheizt die Sonne das Badewasser, bald hat es dank des Anschlusses an das Nahwärmenetz konstant 27 Grad: Bernd Willeke (von links), Andreas Gehle und Michael Meyer freuen sich, dass die Pläne für den Bau der Leitungen jetzt umgesetzt werden. Die Absorberanlage auf dem Dach muss in den ersten zwei Wochen der Saison noch genutzt werden.
Noch beheizt die Sonne das Badewasser, bald hat es dank des Anschlusses an das Nahwärmenetz konstant 27 Grad: Bernd Willeke (von links), Andreas Gehle und Michael Meyer freuen sich, dass die Pläne für den Bau der Leitungen jetzt umgesetzt werden. Die Absorberanlage auf dem Dach muss in den ersten zwei Wochen der Saison noch genutzt werden. Foto: Sabine Robrecht

Schon in dieser Saison soll die Wärme der »Biogas Brakel GmbH« das Sommerbad-Wasser wetterunabhängig auf 27 Grad bringen. Größenordnung: 500.000 bis 600.000 Kilowattstunden.

Wege kurz, Aufwand groß

Ende April beginnt der Anschluss ans Leitungsnetz. Obwohl die Wege kurz sind, ist der Aufwand groß: »Wir müssen Straßen und Flüsse unterqueren und mehrere Bohrungen vornehmen«, kündigt Michael Meyer, Geschäftsführer der Firma »Biogas Brakel«, an. Für die Genehmigungen musste er sich mit Stadt, Kreis, Land und Naturschutzbehörde ins Benehmen setzen. Alle haben grünes Licht gegeben. Die Kosten für den Anschluss des Freibades sind, so der Landwirt, sechsstellig. Ende Mai soll die Wärme fließen.

Biogasanlage versorgt Schulzentrum

Gezogen wird die Leitung vom ehemaligen Molkereigelände aus. Dort versorgt die moderne Biogasanlage die neuen Gebäude. Hinzu kommt das Schulzentrum am Bahndamm samt Hallenbad und Sporthalle. Dieses war 2012 Ausgangspunkt des Nahwärmenetzes. »Wir kommen im Jahr auf etwa zwei Millionen Kilowattstunden«, beziffert Michael Meyer die Wärmemengen für Schulzentrum und Molkereigelände.

Erzeugt wird in der Biogasanlage darüber hinaus noch mehr Energie. »Diese überschüssige Wärme nutzen wir zur Holz- und Getreidetrocknung«, erläutert Meyer. Ein Teil davon wandert bald ins Sommer-Bad.

Besucherzuwächse erwartet

Dessen Wasser ist bislang über eine Absorberanlage mit Hilfe der Sonne beheizt worden. Nachteil: Bei Wolken kühlte das Wasser sich ab. Deshalb packten Schwimmfreunde bei unbeständigem Wetter die Badehose erst gar nicht ein. »Die konstanten Wassertemperaturen von 27 Grad werden uns deutliche Besucherzuwächse bescheren«, sind sich Andreas Gehle, der bei der Stadt für die Bäder zuständig ist, und Schwimmmeister Bernd Willeke einig.

Schulen an Belegungszeiten interessiert

Ihre Prognose basiert auf einer Umfrage bei umliegenden Freibädern. »Die Badegäste legen Wert auf gleichbleibend warmes Wasser«, hat Andreas Gehle bei den Recherchen erfahren. Der Aussicht darauf sei es auch zu verdanken, dass Schulen und Kursdozenten beim Bäder-Team Interesse an festen Belegungszeiten im Sommer-Bad angemeldet haben.

Umstellung problemlos

Wenn der Betriebsausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 28. April, zustimmt, öffnet das Sommer-Bad bereits am Samstag, 14. Mai. Dann soll zunächst noch die Absorberanlage ans Netz gehen. Sobald die Nahwärmeleitung steht, kann der Betrieb problemlos umgestellt werden, so Bernd Willeke.

Energiekonzept

Bürgermeister Hermann Temme begrüßt die Erweiterung des Nahwärmenetzes: »Sie trägt dazu bei, dass wir unsere Bäderlandschaft und damit auch die Stadt attraktiv halten«, betont er auf Anfrage dieser Zeitung. Eingebettet sei das Projekt in Brakels Energiekonzept der dezentralen Versorgung.

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