Andreas Clemens verpflichtet in Bayern- und Annenzelt regelmäßig Stimmungsgaranten Seit 25 Jahren den richtigen Riecher

Brakel (WB). Er verpflichtete Andrea Berg für den Annentag, als »Du hast mich 1000-mal belogen« erst langsam zum Party-Hit wurde – die Gäste im  Annenzelt waren aus dem Häuschen.  Mit Olaf Henning, dem Naabtal-Duo, DJ Ötzi, Guildo Horn, zuletzt  Voxxclub und vielen anderen zuvor hat Andreas Clemens oft den richtigen Riecher bewiesen. Seit 25 Jahren betreibt er das Bayernzelt, das seit einigen Jahren Annenzelt heißt.

Von Frank Spiegel
Sabine und Andreas Clemens kümmern sich seit 25 Jahren darum, dass im Annenzelt bei guter Musik beste Stimmung herrscht. Auch Neffe Elias Albrecht ist ein Annentags-Fan. Der Achtjährige freut sich schon auf die Veranstaltung.
Sabine und Andreas Clemens kümmern sich seit 25 Jahren darum, dass im Annenzelt bei guter Musik beste Stimmung herrscht. Auch Neffe Elias Albrecht ist ein Annentags-Fan. Der Achtjährige freut sich schon auf die Veranstaltung. Foto: Frank Spiegel

Den »richtigen Riecher« hat Andreas Clemens mit in die Wiege gelegt bekommen. »Schon als kleiner Junge konnte ich ganz gut beurteilen, welche Musik mal groß rauskommt, wenn die bei uns im Saal lief«, berichtet der Beverunger, der einer alten Gastwirtsfamilie entstammt.
Vor 25 Jahren hat er zum ersten mal das große Festzelt zum Annentag aufgestellt – damals noch auf dem Feuerteich. »Nach zwei Jahren sind wir dann zum Platz an der Sparkasse gewechselt, seit 1998 steht das Zelt auf dem Kirchplatz«, blicken Andreas und Sabine Clemens zurück. Ursprünglich habe es Bayernzelt geheißen. »Irgendwann hat Pfarrer Willi Koch es ›Annenzelt‹ genannt – dabei ist es dann auch geblieben«, so An­dreas Clemens.

DJ Ötzi

Gemeinsam mit Künstlern und Gästen hat das Ehepaar viel erlebt. Mit einem Schmunzeln erinnert sich Andreas Clemens an den Auftritt von DJ Ötzi. »In der Garderobe wollte er sich seine Kontaktlinsen einsetzen, hat dabei seine Brille auf den Boden geschoben, draufgetreten und vor Schreck die Kontaktlinsen verloren«, berichtet der Festwirt. Aber auch fast blind habe er eine hervorragende Show abgeliefert.

Antonia aus Tirol

Auch Antonia aus Tirol wird das Annenzelt kaum vergessen. »Sie war verspätet gelandet, ich habe sie am Flughafen abgeholt«, blickt Andreas Clemens zurück. Über Schleichwege und bei maximaler Ausnutzung der erlaubten Geschwindigkeiten hat er sie nach Brakel gebracht. Clemens: »Unterwegs wurde sie immer schweigsamer.« In Brakel angekommen hatte der Festzeltbetreiber die 15 Minuten Verspätung herausgeholt: »Die sind dann aber wieder verloren gegangen, weil Antonia so schlecht war von der Fahrt, dass sie sich erst einmal erholen musste.«

Andreas Gabalier

Immer wieder Thema ist auch die Bühne im Annenzelt. »Andreas Gabalier war der erste, der von der Bühne gesprungen ist – und bisher ist er auch der einzige«, erinnert sich Andreas Clemens. »Die ist deutlich höher als ich dachte«, habe er anschließend gesagt.
Angst um seinen Schützling hatte der Manager von Heino. Der blonde Barde hat schließlich ein Begrenzungsbrett am Bühnenboden und ein zusätzliches Geländer bekommen, damit er nicht von der Bühne fällt.

Florian Silbereisen

Ohne Sonderwünsche ist Florian Silbereisen ausgekommen. Auch der ist schon im Zelt von Andreas Clemens aufgetreten – als Elfjähriger mit dem Akkordeon. »Seine Eltern fragten in einer Spielpause, ob der Bub vielleicht mal auf die Bühne darf«, erinnert sich Andreas Clemens. Ob der Bub von damals sich daran noch erinnert oder gar aus Dankbarkeit seine bessere Hälfte Helene Fischer nach Brakel lotst, das bezweifelt er allerdings.

Andrea Berg

Keine Zweifel hat er daran, dass es Andrea Berg in Brakel sehr gut gefallen hat.  »In einem Interview einige Jahre nach ihrem Auftritt bei uns sagte sie mal, dass sie den  Auftritt im  Annenzelt als sehr emotional und angenehm in sehr guter Erinnerung habe«, sagt Andreas Clemens. Heute sei sie allerdings kaum bezahlbar. 4000 Mark habe sie damals gekostet. Heute reiche das zigfache in Euro nicht aus, um den Star zu bezahlen

»Es ist  vor allem die Nähe zum Publikum, die den Künstlern so gut gefällt.« Inzwischen verfüge er über sehr gute Kontakte in der Branche. Und so hat er den ehemaligen Voxxclub-Sänger und -Tänzer Julian David für das kommende Jahr schon zum Annentag geblockt.

Volxpop und Micki Krause zum Jubiläum

Zum Jubiläum in diesem Jahr hat der Beverunger einiges getan, um Zelt und Umfeld  noch attraktiver zu gestalten. »Alles wird rustikal im bayerischen Stil«, kündigt er an.  Dass der in Brakel hervorragend ankommt, hat unter anderem die erste Brakeler Wiesn im vergangenen Jahr gezeigt. Davon wird es am Samstag 19. September, auf dem Gelände zwischen dem Bauzentrum Kühlert und Tegetmeier eine Neuauflage geben mit der Gruppe Volxpop. Bereits am Freitag, 18. September, steigt dort die Hütten-Gaudi. Neben Volxpop treten an diesem Abend auch Micky Krause und Ina Collada auf.

Andreas Clemens ist zuversichtlich, auch bei der Band Volxpop den richtigen Riecher gehabt zu haben. »Das ist ein Insidertipp, die kommen groß raus«, ist der Festzeltbetreiber überzeugt.

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