Große Anteilnahme der Bürger in Brakel – Trauergäste aus Haltern Germanwings-Flugzeugabsturz: Seelenamt für Lehrerin

Brakel (WB). Trauer und Fassungslosigkeit über das Geschehene haben am Donnerstag das Seelenamt für die am 23. März beim Flugzeugunglück in den Alpen getötete gebürtige Brakelerin Stefanie T. beherrscht. Pfarrer Willi Koch hat versucht, trotz allen Schmerzes auch Wege zum Trost aus der Kraft des Glaubens aufzuzeigen.

Von Frank Spiegel
Ein Porträtbild neben der Urne erinnert an die Verstorbene, ihre engsten Angehörigen und ihr Verlobter haben Blumengebinde aufgestellt. 18 Engel erinnern an die Opfer des Germanwings-Unglücks über den Alpen aus Haltern.
Ein Porträtbild neben der Urne erinnert an die Verstorbene, ihre engsten Angehörigen und ihr Verlobter haben Blumengebinde aufgestellt. 18 Engel erinnern an die Opfer des Germanwings-Unglücks über den Alpen aus Haltern. Foto: Frank Spiegel

»So schrecklich alles ist: Christus spendet uns auch in diesen schweren Stunden Trost – auch wenn wir das so nicht wahrnehmen können«, versicherte der Geistliche.

Zahlreiche Angehörige, Freunde und Bekannte waren in die Pfarrkirche St. Michael gekommen, um Abschied zu nehmen. Darunter auch eine Gruppe aus Haltern am See,  hier hatte die Verstorbene am Joseph-König-Gymnasium unterrichtet. Mit zwei Bussen und Privatwagen waren die Trauernden von Haltern in die Nethestadt gereist.

Vor dem Altar war die Urne aufgestellt, daneben ein Bild der mit 33 Jahren Verstorbenen. Unmittelbar daneben waren ein Blumengebinde der Eltern und eines ihres Verlobten aufgestellt. »Amoi seg ma uns wieder« hatte dieser  auf die Schleife drucken lassen. Dies ist der Titel eines der Lieblingslieder der Verstorbenen von Andreas Gabalier. In einer Interpretation von Xavier Naidoo ist es auch zum Auszug nach dem Seelenamt gespielt worden.

Ebenfalls vor dem Altar aufgestellt waren 18 Engel. »Der große Engel steht stellvertretend für die Verstorbene aus Brakel, die 17 anderen für die Schülerinnen sowie die Lehrerin, die mit ihr ums Leben gekommen sind«, erläuterte Willi Koch. Jeden Engel schmückt der Psalm 91,11: »Denn Gott befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.« Mit dem Lied »Wir sind nur Gast auf Erden« begann das Seelenamt, zum Sanctus erklang das »Heilig« von Schubert. Den Abschluss bildete »So nimm denn meine Hände«. Matthias Koch, Leiter der Bredenschulen, spielte die Orgel, Leonore von Falkenhausen gestaltete die Sologesänge.  Nach dem Seelenamt  zog die Trauergemeinde zum Friedhof zur Urnenbeisetzung im engsten Familienkreis.

Stefanie T. ist in Brakel aufgewachsen. Ihr Abitur hatte sie im Jahr 2001 am Gymnasium  Brede in Brakel abgelegt. Nach dem Abitur hatte Stefanie T. Lehramt studiert. In Haltern  unterrichtete sie Mathematik und katholische Religion. Zusammen mit einer weiteren Kollegin begleitete sie den Schüleraustausch nach Llinars del Vallès 40 Kilometer von Barcelona entfernt. Die beiden beliebten Lehrerinnen sowie die 16 beteiligten Schülerinnen und Schüler kamen bei dem Absturz auf dem Rückflug ums Leben.

An beiden Schulen – dem Institut Giola in Llinars del Vallès und dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See – wurden im Gedenken an die Opfer der Flugzeugkatastrophe je 18 Bäume gepflanzt.  Auf dem Schulhof in Haltern soll noch eine Gedenkplatte mit den Namen der Verstorbenen angebracht werden. In der Eingangshalle dort hängen Bilder aller 18 Opfer der Schulgemeinde.

Was Stefanie T.  und all den anderen Insassen des Germanwings-Airbus geschehen ist, hat in Brakel tiefe Betroffenheit ausgelöst. Auch an den Schulen der Brede  war  die Bestürzung über das unfassbare Unglück groß. In einem Kondolenzbuch im Foyer der Schule hatten  Schüler und Lehrer die Möglichkeit, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.

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