Schauspieler der Theatergruppe Bellersen brillieren in »Zwischen Wahnsinn und Mallorca« Spielfreude lässt Funken überspringen

Bellersen (WB). Fast drei Stunden beste Unterhaltung mit jeder Menge Witz, gewürzt mit Lokalkolorit und dargeboten mit einer Spielfreude, die den Funken überspringen lässt – all das bietet die Theatergruppe Bellersen mit ihrem aktuellen Stück »Zwischen Wahnsinn und Mallorca« in der Meinolfushalle.

Von Frank Spiegel

Peter schlägt als Revolver-Pepe den Mafiosi Angelo Stagioni (Dominik Groß) in die Flucht.

Der Dreiakter erzählt die Geschichte von Gilbert Miller (Frank Streicher), der der Gattin Caroline (Katharina Ulrich) und dem trauten Heim gen Mallorca entfliehen will. Als Komplize soll Gilberts Freund Peter (Christoph Schulze) behilflich sein. Um es vorwegzunehmen: Der Plan scheitert – jedenfalls in der von Gilbert angedachten Art und Weise.

Die Gründe sind so vielfältig wie lustig. Da wäre zum Beispiel die ihrem Beruf entsprechend gekleidete Prostituierte Lena – herrlich schnodderig gespielt von Helena Schonlau –, die Peter in einem Akt von Hilfsbreitschaft offenbar frierend am Feuerteich in Brakel aufgelesen hat.

Nicht viel mehr am Leib trägt auch Gilberts Nachbarin Jaqueline Touissant (Jenny Piechula), die sich ausgesperrt hat.

Zumeist angezogen aber vom Typ her völlig unterschiedlich kommen dann noch die Möbelpacker Klaus – herzlich zupackend und energisch dargestellt von Tobias Feldmann – und Robert – als liebenswertes auch gern als Roberta bezeichnetes Bürschchen mit hoher Stimme bestens gegeben von Manuel Ahrens – daher.

Die sollten eigentlich den Umzug oranisieren, werden aber in dem turbulenten Strudel der Ereignisse mitgerissen.

Das Publikum in der Meinolfushalle ist von der Aufführung begeistert.

Für diesen mit verantwortlich ist auch Lenas Zuhälter Angelo Stagioni – mit italienischem Akzent gespielt von Dominik Groß. Akzentfrei, dafür aber resolut und um ihr Töchterlein besorgt, kommt schließlich noch Chantal Hasenbein als Schwiegermutter Penelope ins Spiel.

Stück auf den Leib geschrieben

Das profitiert unter anderem von dem nahezu genialen Miteinander von Frank Streicher und Christoph Schulze, der auch die Regie übernommen hat. Man könnte beinahe auf die Idee kommen, Autor Bernd Spehling hätte ihnen das Stück auf den Leib geschrieben.

Beide schenken sich in Mimik und Gestik nichts, mal blitzt hier ein wenig Paul Panzer durch, dann glaubt man, Anleihen bei Heinz Erhardt zu entdecken – köstlich und sehenswert. Christoph Schulzes gespielter Sprachfehler und seine Wandlungsfähigkeit, als er Gilbert zuliebe in die Rolle des Gangsterbosses Revolver-Pepe schlüpft, tragen darüber hinaus zum Gelingen bei.

Nicht hinter dem Hauptdarsteller-Duo verstecken muss sich der Rest der Theatergruppe. Sie sind weit mehr als Stichwortgeber und verleihen ihren Rollen eine individuelle Note. Auch die beiden neuen Schauspielerinnen im Ensemble – Jenny Piechula und Katharina Ulrich – können sich über eine glänzend bestandene Feuerprobe freuen.

Souffleurin Bettina Schäfer hat die Schauspieler bei Textschwierigkeiten bestens wieder auf den Weg gebracht.

Wer reserviert, sitzt garantiert

Wer das Stück »Zwischen Wahnsinn und Mallorca« verpasst haben sollte, hat noch zweimal die Gelegenheit, es zu sehen: Aufführungen sind am Samstag, 10. Januar, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 11. Januar, um 15 Uhr. Bei dieser letzten Aufführung gibt es Kaffee und frische Waffeln.

Karten-Reservierungen sind unter Telefon 0175/4959448 täglich von 17 bis 20 Uhr möglich und werden von der Theatergruppe dringend empfohlen. Christoph Schulze: »Eine Reservierung bedeutet gleichzeitig eine Sitzplatzgarantie.«

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