357 Notrufe bearbeitet das Team der Leitstelle in Brakel jeden Tag 48 Einsätze in der Silvesternacht

Brakel (WB). 45 Mal ist der Rettungsdienst des Kreises Höxter zum Jahreswechsel ausgerückt. Drei Einsätze hat es für die Feuerwehr gegeben. »Für die Leitstelle war der Jahreswechsel ereignisreich, aber etwas entspannter als im Vorjahr mit 63 Einsätzen«, sagt der Chef der Kreis-Leitstelle Heinrich Muhr.

Von Silvia Schonheim
Stefan Pohl, Bernd Hoppe, Johannes Hellmuth und Heinrich Muhr als Leiter der Feuerwehr-Leitstelle in Brakel (von links) haben in der Silvesternacht dafür gesorgt, dass Notfälle im Kreis Höxter schnellstmöglich versorgt werden. Im Jahr 2014 ist das Einsatzaufkommen im Rettungsdienst stark angestiegen. Es hat in diesem Bereich 3467 Einsätze mehr als im Vorjahr gegeben.
Stefan Pohl, Bernd Hoppe, Johannes Hellmuth und Heinrich Muhr als Leiter der Feuerwehr-Leitstelle in Brakel (von links) haben in der Silvesternacht dafür gesorgt, dass Notfälle im Kreis Höxter schnellstmöglich versorgt werden. Im Jahr 2014 ist das Einsatzaufkommen im Rettungsdienst stark angestiegen. Es hat in diesem Bereich 3467 Einsätze mehr als im Vorjahr gegeben. Foto: Silvia Schonheim

In Steinheim musste die Feuerwehr den Rettungsdienst bei der Aufnahme eines Patienten unterstützen, zu einem Keller- und einem Mülltonnenbrand wurde die Feuerwehr der Kernstadt Höxter in der Silvesternacht gerufen.

»Teilweise erhebliche Körperverletzungen an Kopf, Augen oder Hand durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern«, so Brandamtmann Heinrich Muhr, hatte der Rettungsdienst zu versorgen. »Es gab auch massive Verletzungen nach Schlägereien«, sagt der Leiter der Leitstelle. Der Löwenanteil der Rettungsdienst-Einsätze sei auf starken Alkoholgenuss zurückzuführen.

Viel Arbeit in 2014

Während der Jahreswechsel 2014/2015 mit 48 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr ruhiger verlief, war das gesamte Jahr 2014 ein einsatzreiches. »Wir mussten 25.594 Einsätze organisieren und koordinieren, ein Anstieg um 3467 Einsätze«, so Heinrich Muhr.

130.148 Gespräche nahmen die Mitarbeiter der Kreis-Leitstelle für Feuerschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz an (2013: 90.500). »Im Schnitt haben wir pro Tag 357 Hilfeersuche bearbeitet«, sagt der Leitstellen-Chef.

Aus den unter der Nummer 112 eingegangenen Gesprächen resultierten im Bereich Rettungsdienst 24 102 Einsätze, 937 mehr als im Vorjahr. Für den Bereich der Feuerwehr waren 1492 Einsätze zu verzeichnen – ein leichter Rückgang um 49 Einsätze im Vergleich zu 2013.

Während Muhr die Feuerwehr-Einsatzzahlen als »normal« bezeichnet, macht er für den kontinuierlichen Anstieg der Rettungsdienst-Einsätze drei Gründe aus: die Auswirkungen des demografischen Wandels, die gute Aufklärungsarbeit der Bevölkerung im Umgang mit dem Notruf 112, aber auch den vor etwa zwei Jahren eingerichteten ärztlichen Notdienst.

Kriktik am ärztlichen Notdienst

Er kritisiert: »Die Reaktionszeit des ärztlichen Notdienstes ist viel zu lang. Bürger vor Ort reagieren in Notlagen nervös und bedienen sich aufgrund der langen Wartezeit der 112.«

Zum Glück sei der Kreis Höxter 2014 von massiven Unwettern weitestgehend verschont geblieben. »Dafür forderte Mitte Juni das Unwetter in Mühlheim an der Ruhr und Ende Juli das Unwetter in Münster unsere überörtliche Hilfe«, sagt Muhr und spricht von einer besonderen logistischen und organisatorischen Leistung.

Zum Teil dramatische Unfälle forderten besonderen Einsatz: das schwere Zugunglück Anfang Februar in Scherfede, bei dem ein Personenzug entgleiste; der Gasalarm am König-Wilhelm-Gymnasium Höxter im Mai sowie der Schulbus-Unfall in Scherfede, bei dem im Juni ein Bus mit einem Tanklastzug kollidierte.

Diese Art von Einsätzen sei für die Leitstelle eine große Herausforderung. Gegenseitige Unterstützung der Leitstellen der Nachbarkreise sei von großer Bedeutung.

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