Ralph Brinkhaus berichtet bei Kreis-CDU von Sondierungsgesprächen – neuer Vorstand Insider plaudert aus dem Nähkästchen

Brakel (WB). »Wenn in Deutschland wegen einer Weigerung der SPD die große Koalition scheitert, dann muss bei uns niemand mehr über Italien lachen« – deutlich hat Europaparlamentarier Elmar Brok beim CDU-Kreisparteitag in Brakel die Sozialdemokraten in die Pflicht genommen. »Bei Neuwahlen hätte das stärkste und reichste Land der Europäischen Union ein Jahr lang keine Regierung.«

Von Frank Spiegel
Dem neu gewählten Vorstand gehören Bertwin Kühlmann (von links), Christian Haase, Verena Käsling, Hubertus Kuhaupt, Werner Dürdoth und Klaus Funnemann an. Bürgermeister Hermann Temme gratulierte ihnen als Hausherr ebenso wie Matthias Goeken, Andrea Dangela und Willi Vonde. Ralph Brinkhaus hatte über die Sondierungsgespräche berichtet.
Dem neu gewählten Vorstand gehören Bertwin Kühlmann (von links), Christian Haase, Verena Käsling, Hubertus Kuhaupt, Werner Dürdoth und Klaus Funnemann an. Bürgermeister Hermann Temme gratulierte ihnen als Hausherr ebenso wie Matthias Goeken, Andrea Dangela und Willi Vonde. Ralph Brinkhaus hatte über die Sondierungsgespräche berichtet. Foto: Frank Spiegel

Ralph Brinkhaus ist zuversichtlich, dass es so weit nicht kommen wird. Er ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und war am Freitagabend nach dem Verhandlungsmarathon in Berlin zwar todmüde aber gut gelaunt Gast der CDU im Kreis Höxter.

Bei den Bayern schmeckt es am besten

Kurzweilig berichtete der Vorsitzende der CDU in Ostwestfalen-Lippe vom Endspurt der Sondierungsgespräche – und beließ es dabei nicht allein bei den harten Politik-Fakten. »Mit dem Essen, da ist das bei den Bayern schon am besten«, verriet er zum Beispiel mit Blick auf die wechselnden Standorte der Gespräche zwischen CDU-, CSU- und SPD-Parteizentralen.

»Im Gegensatz zu den Jamaika-Gesprächen haben die meisten auch mal die Klappe gehalten«, nannte er ein Erfolgsgeheimnis der jüngsten Sondierungsgespräche.

Er habe der Untergruppe Finanzen angehört. Die habe dem »Wunschzettel« der an den Gesprächen Beteiligten einmal Preisschilder hinzugefügt und bemerkt, dass die Liste die 100 Milliarden-Euro-Grenze übersteigt. »45 Milliarden hatten wir zur Verfügung«, so Brinkhaus. »Wenn Sie da streichen müssen, da gewinnen sie Freunde«, meinte er ironisch.

Gegenseitiger Respekt

Das habe dann aber doch ganz gut funktioniert. »Man hatte irgendwo immer im Hinterkopf, dass, wenn zwei so unterschiedliche Parteien wie CDU und SPD es noch einmal miteinander versuchen wollen – wobei die SPD das ja an sich gar nicht mehr wollte - , dass man das dann nur mit gegenseitigem Respekt machen kann und dass jeder etwas für sich mitnehmen muss dabei«, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Das sei auch gelungen. Am Freitagmorgen um 8 Uhr hätten alle Beteiligten ihren Parteimitgliedern Erfolge präsentieren können. »Für die CSU war es wichtig, im Bereich Migration konsequenter zu sein. Die CDU hat erreicht, dass der Spitzensteuersatz nicht erhöht wurde, was gerade für die mittelständische Wirtschaft Gift gewesen wäre. Der Preis war die Parität in der Krankenversicherung und mehr Geld für das Ministerium für Arbeitsmarktförderung, also für Projekte der SPD« plauderte der Bundestagsabgeordnete aus dem Nähkästchen.

Wenn sich da nun jemand bei einem CDU-Mitglied beschwere, müsse dieses die Beschwerde an Christian Lindner weiterleiten. »Wir hätten das mit den Jamaika-Sondierungen hinbekommen, was auch in einigen Bereich fragwürdig gewesen wäre, aber das hätte ein spannendes Projekt werden können«, so Brinkhaus: »Wenn eine Zehn-Prozent-Partei 20 Prozent von dem durchbekommt was sie ihren Wählern versprochen hat, dann ist das schon ziemlich viel.«

Regierung noch vor Ostern

»Wenn es gut läuft, haben wir vor Ostern eine Regierung«, glaubt Ralph Brinkhaus. Wenn Erwachsene Menschen ihre Eitelkeiten außen vor ließen, dann müsse das gelingen.

Gänzlich ohne Diskussionen und mit wenigen Veränderungen gelungen ist beim Kreisparteitag die Wahl zum Kreisvorstand. Christian Haase wurde mit 97,5 Prozent der Stimmen als Kreisvorsitzender bestätigt. Als Stellvertreter stehen ihm Matthias Goeken aus Bad Driburg, Hubertus Kuhaupt aus Warburg und Andrea Dangela aus Höxter zur Seite. Sie übernimmt den Posten von der Brakelerin Verena Käsling, die für Hubertus Fehring stellvertretende Schriftführerin wird. Als Chef der Senioren-Union bleibt Fehring, seit kurzem ebenfalls Brakeler, dem Vorstand aber als beratendes Mitglied erhalten.

Vorstand gewählt

In ihren Ämtern bestätigt wurden Bertwin Kühlmann aus Bad Driburg als Schatzmeister und der Warburger Willi Vonde als sein Stellvertreter.

Schriftführer bleibt auch weiterhin Werner Dürdoth aus Borgentreich.

Als Beisitzer komplettieren Stefan Dreier aus Nieheim, Dominic Gehle aus Willebadessen, Alfred Gemmeke aus Steinheim, Heike Hartmann aus Brakel, Thomas Johlen aus Marienmünster, Christian Lenz aus Borgentreich, Joshua Marquardt aus Beverungen, Sascha Meyer aus Warburg, Gisela Müller aus Steinheim, Uwe Scherding aus Beverungen, Rudolf Wieneke aus Beverungen und Fabian Wöstefeld aus Höxter der Vorstand.

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