Bezirksschornsteinfegermeister beim Neujahrsempfang – Eintrag ins »Goldene Buch« Nieheim ehrt »Glücksbringer«

Nieheim (WB/hai). Sie stehen nicht nur an ihrem verantwortungsvollen Arbeitsplatz den Bürgern der Region zuverlässig mit Rat und Tat zur Seite. Jährlich leisten sie mit ihren Teams allein im Kreis Höxter etwa 60.000 Begehungen. Auch in vielen Freiwilligen Feuerwehren sind ihr Wissen und ihr Erfahrungsschatz vor Ort gefragt: die Bezirksschornsteinfegermeister der 16 Kehrbezirke im Kreis Höxter.

Eintrag in das »Goldene Buch« der Stadt im Nieheimer Rathaus (von rechts): Höxters Landrat Friedhelm Spieker, Johannes Kunstein aus Nieheim, Rudolf Lüke aus Brakel, Dietmar Weber (als Vorsitzender der Kreisvereinigung der Bezirksschornsteinfegermeister) und Nieheims Bürgermeister Rainer ­Vidal.
Eintrag in das »Goldene Buch« der Stadt im Nieheimer Rathaus (von rechts): Höxters Landrat Friedhelm Spieker, Johannes Kunstein aus Nieheim, Rudolf Lüke aus Brakel, Dietmar Weber (als Vorsitzender der Kreisvereinigung der Bezirksschornsteinfegermeister) und Nieheims Bürgermeister Rainer ­Vidal. Foto: Lena Becker

Es ist längst ein lieb gewonnener Brauch, dass sich die »Glücksbringer mit schwarzem Zylinder« zum Jahresbeginn einfinden, um sich auszutauschen und mit den Gastgebern sowie Vertretern des Kreises auf das neue Jahr anzustoßen.

Dabei wählt die Kreisvereinigung der Bezirksschornsteinfegermeister (sie gehört der Schornsteinfeger-Innung OWL an) immer wieder eine neue Gemeinde als Ziel aus. Und weil die Stadt Nieheim in diesem Jahr mit ihrem 775. Geburtstag ein besonderes Jubiläum feiert, freuten sich alle auf den Besuch im Rathaus und die Einladung der Nieheimer ins Rathaus. Es war Bürgermeister Rainer Vidal ein besonderes Anliegen, das ehrenamtliche Wirken der »Experten in Schwarz« vor allem in den Freiwilligen Feuerwehren einmal in den Fokus zu stellen. Und so durften sich Rudolf Lüke aus Brakel (amtierender Kreisbrandmeister), Dietmar Weber (Vorsitzender) aus Warburg und Johannes Kunstein (langjähriger Bezirksschornsteinfegermeister aus Nieheim sowie Ehrenkreisbrand­meister) in dem besonderen Buch verewigen.

Freiwilliger Dienst neben dem Hauptberuf

Johannes Kunstein, der vor mehr als 50 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr Nieheim eintrat, freute sich über diese Geste und das herzliche »Dankeschön«. Er sagte dem WESTFALEN-BLATT: »Ich sehe diese Auszeichnung auch als Lob für meine Kollegen, die sich alle für das Gemeinwohl einbringen. Denn ist es heute inzwischen ein freiwilliger ehrenamtlicher Dienst. Früher war es noch Pflicht, als Bezirksschornsteinfegermeister in der Feuerwehr zu sein. Denn man hat ja beste Ortskenntnisse und weiß Bescheid über die Gegebenheiten der Häuser.« Heute sei die gesetzliche Vorgabe gelockert: Der Bezirksschornsteinfegermeister sollte, muss aber nicht mehr der Freiwilligen Feuerwehr angehören.

Landrat lobt die »kompetenten Experten«

Landrat Freidhelm Spieker lobte ebenfalls die Akteure: »Als Glücksboten sind sie gern gesehen, aber auch als kompetente Experten!« Schornsteinfeger seien heute weit mehr als Kaminkehrer. Das Berufsbild habe sich enorm gewandelt. Die Energietechnik und Heizsysteme seien immer komplexer geworden und durch die technologischen Neuerungen weitere Aufgabenfelder und Qualifikationen hinzugekommen. Mit ihren technischen Fachkenntnissen seien Schornsteinfeger deshalb auch als Brandschutzexperten, Energie- und Umweltberater gefragt. Landrat Spieker erinnerte daran, dass fünf Jahre zuvor das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz in Kraft getreten ist. Laufende Kehr-, Reinigungs- und Überprüfungstätigkeiten können seither frei an Schonsteinfeger vergeben werden.

Hoheitliche Aufgabe

Für die hoheitliche Aufgabe der Überwachung der Brand- und Betriebssicherheit sind jedoch weiterhin die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger zuständig. Doch auch die laufenden Arbeiten lassen die meisten Eigentümer weiterhin von dem für sie zuständigen Bezirksschornsteinfeger durchführen. »Dies zeigt das breite Vertrauen der Bürgerschaft in die zuständigen Bezirksschornsteinfeger«, so Spieker. Die bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger sind im Kreis Höxter für insgesamt 16 Kehrbezirke zuständig.

Die Stadt Nieheim als Gastgeber begrüßt die Bezirksschornsteinfegermeister des Kreises im Rathaus. Auch Landrat Friedhelm Spieker (vorne, 2. von rechts) ist dabei. Foto: Lena Becker

Beim Neujahrsempfang gratulierte Spieker auch Klaus Even (Beverungen) und Michael Löser (Warburg), die von der Bezirksregierung Detmold als bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger wieder bestellt worden waren. Als Dankeschön für ihre langjährige Tätigkeit überreichte er jedem von ihnen das Buch »Verborgene Schätze zwischen Egge und Weser: Die Vielfalt der Natur im Kulturland Kreis Höxter«. In seinem Grußwort betonte Spieker darüber hinaus die Vorzüge des Kreises. »In unserem schönen Kulturland lässt es sich gut arbeiten und gut leben«, sagte er.

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