Schulträger investiert in digitales Lernen an der Sekundarschule in Borgentreich Tablet statt Heft und Zirkel

Borgentreich (WB). Die Siebtklässler der Sekundarschule in Borgentreich sollen im Matheunterricht den Mittelpunkt eines Dreiecks ermitteln. Dazu nehmen die Schüler nicht etwa Zirkel und Geodreieck, sondern ein Tablet zur Hand. Diese Art von Unterricht ist Teil der Medienerziehung. Im nächsten Schuljahr wird der Schulträger 30.000 Euro in weitere Geräte investieren.

Von Michaela Weiße
Lea (12) und Lars (13) haben große Freude daran, ihre Matheaufgaben mithilfe des Tablets zu lösen. Ihr Lehrer Nicolas Aisch steht ihnen dabei zur Seite.
Lea (12) und Lars (13) haben große Freude daran, ihre Matheaufgaben mithilfe des Tablets zu lösen. Ihr Lehrer Nicolas Aisch steht ihnen dabei zur Seite. Foto: Michaela Weiße

Der Teilstandort in Borgen­treich ist derzeit mit zwei sogenannten »rollenden Tabletklassen« ausgestattet. Die Schule verfügt damit insgesamt über 32 Tablets. Mit dieser Ausstattung ergeben sich für die Gestaltung des Unterrichtes ganz neue Möglichkeiten, sind sich die Lehrer der Sekundarschule einig.

Tablet-Nutzung bietet viele Vorteile

Die Siebtklässler des Mathe-Erweiterungskurses sind begeistert von der neuen Art des Unterrichts, den sie seit etwa drei Monaten in regelmäßigen Abständen genießen. »Das macht Spaß«, sagt die zwölfjährige Lea, als sie gemeinsam mit ihrem Mitschüler Lars (13) mithilfe der Geometriesoftware »Geogebra« verschiedene Aufgaben löst. Im Handumdrehen geben sie die Koordinaten in das Tablet ein und erstellen ein Dreieck. Ein paar Klicks später sind auch die Winkelhalbierenden eingefügt.

»Natürlich können die Schüler diese Aufgaben auch mit Stift und Papier lösen«, erklärt Mathelehrer Nicolas Aisch. Doch die Arbeit mit den Tablets biete viele Vorteile, weiß der Pädagoge. Speziell im Matheunterricht sei die Dynamik ein Gewinn.

Mehr effektive Lernzeit

So könnten die Schüler beispielsweise mit wenigen Handgriffen die Werte in ihrem Koordinatensystem verändern und direkt sehen, welche Auswirkungen dies auf die geometrischen Formen hat. »Durch das schnelle Erstellen bleibt mehr effektive Lernzeit«, fügt Standortleiterin Annette Rinteln als weiteren Vorteil hinzu.

Für Schulleiterin Claudia Güthoff ist auch die Möglichkeit der Präsentation eine Bereicherung. Durch das drahtlose Verbinden des Tablets mit einem Beamer ist es jedem Nutzer möglich, seine Ergebnisse interaktiv zu präsentieren. Nicht nur im Matheunterricht, auch in anderen Fächern sei dies von Vorteil.

Schulträger investiert 30.000 Euro

Bürgermeister Rainer Rauch und Schulamtsleiter Rolf Husemann finden die Investition in digitale Kompetenzen sinnvoll. So hat die Stadt Borgentreich als Träger der Schule 30 000 Euro für den Kauf von 16 weiteren Tablets sowie einigen Activeboards – den digitalen Tafeln – im Haushalt bereitgestellt.

Die primäre Zielsetzung der Sekundarschule Warburg mit Teilstandort Borgentreich liegt darin, die Schüler zu befähigen, sinnvoll diese Medien zu nutzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Medien zu stärken und Funktionsweisen von Medien kritisch zu bewerten.

»Weitere Qualifikationen wie die Fach- und Sozialkompetenz finden hier auch Berücksichtigung«, erklärt die Schulleiterin. Die Lernenden bedienen mögliche Applikationen, um sich Informationen zu beschaffen, Texte aufzubereiten, Broschüren oder Präsentationen zu erstellen. Dabei müssen sie bestimmte Regeln einhalten, die im alltäglichen Umgang mit den Tablets unerlässlich sind.

Kommentare

In der heutigen Zeit brauchen die Kinder nur noch zu lernen, wie man einen Taschenrechner (Tablett) bedient. Die Arbeit an sich erledigt nun der Rechner. Den einzigen Vorteil erkenne ich nur darin, dass man die Schulzeit damit von 10 Jahre auf 2 Jahre senken könnte, damit die Kinder früher für den Arbeitsmarkt oder die Bundeswehr verfügbar sind.

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