Landeskirche unterstützt Modellprojekt der Diakonie für traumatisierte Asylbewerber Kurschus besucht Flüchtlinge

Borgentreich (WB). Herzlich ist Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, am Montag in der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes in Borgentreich (Kreis Gütersloh) begrüßt worden.

Von Ralf Benner
Annette Kurschus (vorne rechts), Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, hat sich gestern bei einem Rundgang über das Gelände der zentralen Unterbringungseinrichtung in Borgentreich über die Situation der Flüchtlinge informiert.
Annette Kurschus (vorne rechts), Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, hat sich gestern bei einem Rundgang über das Gelände der zentralen Unterbringungseinrichtung in Borgentreich über die Situation der Flüchtlinge informiert. Foto: Ralf Benner

Die 52-Jährige wollte sich vor Ort persönlich ein Bild machen von der Situation der gegenwärtig 480 Flüchtlinge , die in der ehemaligen Desenbergkaserne untergebracht sind, sowie von der Arbeit der Malteser, die sie betreuen. Kurschus bezeichnete die Einrichtung als »beispielhaft und beeindruckend«. Hier werde »mit Sachverstand und Herz viel getan und bewegt«, zog die Präses ein positives Fazit ihres Besuches in der Unterkunft.

Kurschus kündigte an, dass sich die Landeskirche unterstützend an einem Modellprojekt beteiligen wird, das die Diakonie Paderborn-Höxter in der ersten Jahreshälfte 2016 in der Einrichtung in Borgentreich ansiedeln will. Vorgesehen ist dafür die Schaffung einer Sozialarbeiterstelle. Dieser soll traumatisierte Flüchtlinge, die nach einer EU-Richtlinie als besonders schutzbedürftig gelten, psycho-sozial betreuen.

106 000 Euro wollen Diakonie, Evangelische Kirche von Westfalen sowie der Kirchenkreis Paderborn in dieses zunächst auf zwei Jahre befristete Vorhaben investieren. »Die Landeskirche wird 50 Prozent der Kosten tragen, der Kirchenkreis weitere 20 000 Euro beisteuern«, sagte Kurschus. »Wir erhoffen uns, dass dieses Modellprojekt landesweit Ausstrahlung haben und anderen als Vorbild dienen wird«, erklärte Ingbert Koppermann vom Vorstand der Diakonie. Für das verbleibende Drittel der Gesamtkosten sollen weitere Partner gefunden werden.

Einrichtungsleiter Lutz Köller von den Maltesern und Kopten-Bischof Anba Damian hatten Annette Kurschus durch die Einrichtung geführt, in der derzeit der Norovirus grassiert. Malbücher, Stifte und Süßigkeiten, die sie für die Kinder in der Unterkunft mitgebracht hatte, konnte Kurschus daher nicht persönlich an die Jungen und Mädchen übergeben – der Kindergarten war aus Hygienegründen geschlossen worden, um eine weitere Ausbreitung der Magen-Darm-Erkrankung zu verhindern.

Eine Spende in Höhe von 2000 Euro für die Renovierung des ökumenischen Kirchengebäudes in der Einrichtung überreichte die Präses an Bischof Damian. »Es ist im Inneren noch viel zu tun, doch es werden bereits Gottesdienste abgehalten«, erklärte Damian. Die koptische Kirche ist Eigentümerin der früheren Desenbergkaserne.

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