Lärmstreit um Schützenhalle Borgentreich – Erneut Sachbeschädigungen Einvernehmliche Lösung soll ausgelotet werden

Borgentreich (WB). Im Streit um Lärmimmissionen der Schützenhalle Borgentreich streben der Kreis Höxter und Rechtsanwalt Karl-H. Gehlhaus aus Paderborn, der die Hallen-Nachbarin vertritt, jetzt eine einvernehmliche Lösung an.

Von Ralf Benner
Die Eltern der Hallen-Anwohnerin sind Zielscheibe von Sachbeschädigungen geworden. Ihr Haus ist mit weißer Farbe besprüht worden.
Die Eltern der Hallen-Anwohnerin sind Zielscheibe von Sachbeschädigungen geworden. Ihr Haus ist mit weißer Farbe besprüht worden.

»Wir sind zusammen mit dem Kreis Höxter der Ansicht, das verwaltungsgerichtliche Verfahren, gewerbliche Feiern in der Halle zu untersagen, zunächst auszusetzen. Ziel ist, eine einvernehmliche Lösung zu finden«, teilte Gehlhaus dem WESTFALEN-BLATT mit. Der Kreis Höxter sei ebenso wie seine Mandantin bemüht, vor dem Erlass einer entsprechenden Ordnungsverfügung alle Möglichkeiten einer Einigung auszuloten.

Eine für beide Seiten zufrieden stellende Lösung zu finden, werde jedoch mit einiger Regelmäßigkeit gestört durch Sachbeschädigungen und Provokationen, die sich sowohl gegen seine Mandantin, die ein Petitionsverfahren wegen Lärmbelästigung beim Land angestrengt hat, als auch gegen ihre Vater richten würden, erklärte der Rechtsanwalt.

Der jüngste Vorfall ereignete sich nach Angaben von Gehlhaus in der Nacht von Sonntag, 21. Dezember, auf Montag, 22. Dezember. Unbekannte haben einen Renault Twingo – er gehört der Mutter der Hallen-Anwohnerin – mit weißer Farbe überschüttet. Die Randalierer haben ebenfalls das Haus ihrer Eltern beschädigt und zwei Hauswände mit weißer Farbe besprüht. Das weiße Garagentor ist mit grauer Farbe besprüht worden. Der Vater seiner Mandantin habe eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt, teilte Gehlhaus mit.

»Solche Aktionen beflügeln eine Einigungsbereitschaft auf unserer Seite nicht gerade positiv«, unterstrich der Rechtsanwalt. Er werde jedoch gleichwohl weiter versuchen, eine Einigung mit dem Kreis Höxter herbeizuführen. »Denn mit der Schließung der Halle für alle privaten Veranstaltungen – jedenfalls über 22 Uhr hinaus – dürfte im Ergebnis jedenfalls dem Schützenverein überhaupt nicht gedient sein«, betonte Gehlhaus. Bevölkerung und Schützen sollten daher die Einigungsbemühungen in ihrem eigenen Interesse nicht laufend stören, erklärte er. Es müsse Ruhe einkehren.

Die Schützen wollen, dass die Baugenehmigung für die Halle in vollem Umfang erhalten bleibt, damit diese auch weiterhin für Feiern genutzt werden kann. Der Kreis Höxter stellt den Fortbestand allerdings in Frage, weil die Halle heute anders genutzt werde als bei Erteilung der Baugenehmigung. »Wir haben zugestimmt, das verwaltungsgerichtliche Verfahren zunächst auszusetzen. Es bedarf aber nur eines Antrages an das Verwaltungsgericht, mündliche Verhandlungen anzuberaumen, und wir sind wieder im Verfahren – mit möglicherweise für den Schützenverein fatalem Ergebnis«, teilte Gehlhaus mit.

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