Im Jahr 2020 könnte der Verkehr rollen Neubau der B 83 entlastet Ortschaften

Beverungen/Bad Karlshafen (WB). Der erste Spatenstich für den Neubau der Ortsumgehung Herstelle/Bad Karlshafen soll im September erfolgen. Das hat Gerhard Hüllweg, Sprecher von Straßen NRW in Paderborn, jetzt auf Anfrage bestätigt.

Von Alexandra Rüther
Die B 83 in Richtung Herstelle: Die Umgehung des Ortes soll auf die Weserbrücke bei Würgassen führen.
Die B 83 in Richtung Herstelle: Die Umgehung des Ortes soll auf die Weserbrücke bei Würgassen führen. Foto: Timo Gemmeke

Es war ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für die Region, als Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Dezember die Baufreigabe für den Ausbau der B 83 und somit für die Umgehung Herstelles sowie der hessischen Ortschaften Bad Karlshafen und Helmarshausen erteilte.

Laut Straßen NRW habe die letzte Verkehrszählung für den Bereich 7000 Fahrzeuge festgestellt, die durch Herstelle fahren. Die Zahlen stammen von 2010, die der letzten Zählung 2015 liegen noch nicht vor. Für 2020 sind 8300 Fahrzeuge prognostiziert, die dann die neue Verkehrsführung nutzen werden.

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Wir sind überglücklich, dass dieses länderübergreifende Projekt noch bei den letzten Baufreigaben in 2016 berücksichtigt werden konnte.

Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon

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Gemeinsam mit seinem CDU-Kollegen Christian Haase hatte der hessische Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon erklärt: »Wir sind überglücklich, dass dieses länderübergreifende Projekt noch bei den letzten Baufreigaben in 2016 berücksichtigt werden konnte, nachdem der Planfeststellungsbeschluss endlich rechtskräftig wurde. Damit erfolgt ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrserschließung zwischen unseren beiden Bundesländern.«

Die Baustrecke ist insgesamt 4,4 Kilometer lang, 1,2 Kilometer davon liegen auf nordrhein-westfälischer Seite. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 24 Millionen Euro, sieben Millionen davon entfallen wiederum auf Nordrhein-Westfalen.

»Wenn wir den Baubeginn für September ankündigen, heißt das allerdings nicht, dass dann sofort die großen Bagger rollen«, erklärt Gerhard Hüllweg. Vielmehr seien dann erst vorbereitende Arbeiten zu erledigen. Dazu zählt eine kleine Brücke und eine größere Talbrücke über den Ilksbach. Sie werde 179 Meter lang – mit vier Stützpfeilern.

In Hessen wird aufgrund erforderlicher Bauvorbereitungen erst 2018 mit der Durchführung begonnen werden.

Gestern waren Planer von Straßen NRW in Herstelle vor Ort. Die Kooperation mit Hessen laufe sehr gut, so Hüllweg. Das bestätigte auch Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil.

Sperrung der B 83 soll ab Februar aufgehoben werden

Die Menschen in Herstelle erleben unterdessen »paradiesische Zustände« und können sich ein Bild davon machen, wie es ist, wenn Autos und Lkw nicht mehr durch ihren Ort fahren. Grund ist die derzeitige Sperrung der B 83 zwischen Herstelle und Bad Karlshafen.

Wie berichtet, hatten sich die Hangräumungsarbeiten in dem Abschnitt als komplizierter und gefährlicher herausgestellt als gedacht, so dass die Straße komplett gesperrt werden musste. »Diese Sperrung werden wir nach derzeitigem Stand Ende des Monats aufheben können«, sagte Sinemus. Die Arbeiten seien schwierig, der größte Teil Handarbeit. Größeres Gerät könne dort nicht zum Einsatz kommen. Teilweise werde das Felsenmaterial mit der Brechstange zum Absturz gebracht und dann weggeräumt. »Aber sollte das Wetter weiter mitspielen, ist die Straße ab Fe­bruar wieder frei.«

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