Kreisverband startet mit Partnern Projekt zum Thema »Biodiversität« Landwirtschaft und Artenschutz

Brakel (WB). »Die wachsende Sensibilität für Fragen des Tierwohls, der Gesundheit und des Umweltschutzes sollten wir nicht als Bürde, sondern als Chance sehen«, betonte Hans-Josef Hanewinkel, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, beim Bauerntag in Brakel.

Von Jürgen Köster
Landwirtschaft und Artenschutz lassen sich vereinbaren: Mit sogenannten produktionsintegrierten Maßnahmen wollen die Landwirte zum Erhalt der Artenvielfalt in der heimischen Region beitragen. Ein Pilotprojekt ist in der Planung.
Landwirtschaft und Artenschutz lassen sich vereinbaren: Mit sogenannten produktionsintegrierten Maßnahmen wollen die Landwirte zum Erhalt der Artenvielfalt in der heimischen Region beitragen. Ein Pilotprojekt ist in der Planung. Foto: Jürgen Köster

In seinem Geschäftsbericht, den er zusammen mit Stefan Legge abgab, hob Hanewinkel heraus, dass letztlich alle gefordert seien, den zukünftigen Entwicklungen eine stabile und sinnvolle Richtung zu geben. »Dazu gehört auch der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen wie Wasser und Natur, die wir wie kaum ein anderer Wirtschaftsbereich nutzen und benötigen«, stellte der Geschäftsführer fest.

Thema »Biodiversität«

Er berichtete von einem Pilotprojekt, dessen Ziel es sei, darzulegen, dass Landwirtschaft und Artenschutz miteinander vereinbar seien. Der Kreisverband habe sich zusammen mit der Landwirtschaftskammer, dem Kreis Höxter, der Stadt Marienmünster, der Hochschule in Höxter und Landwirten aus Marienmünster auf den Weg begeben, um das Thema »Biodiversität« anzugehen.

Auf den landwirtschaftlich kultivierten Äckern und Wiesen hätten sich spezifische Tierarten der Offenlandschaft angesiedelt. Hanewinkel: »Sie können nur gemeinsam mit der Landwirtschaft bewahrt werden, da sie ihren Lebensraum oft inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen gefunden haben. In blühenden Flächen finden bestäubende Insekten genauso wie Feldvögel wertvolle Lebensräume zur Nahrungssuche, Fortpflanzung und Überwinterung.«

Projekt soll im Frühjahr vorgestellt werden

Hanewinkel zeigte als möglichen Ansatz Arten- und Naturschutzmaßnahmen auf, die sich direkt in den landwirtschaftlichen Betrieb integrieren ließen, die zeitlich und räumlich flexibel seien und den Ansprüchen von solchen Pflanzen und Tieren genügten, die in der Landwirtschaft selten geworden seien. »Wir streben an, diese Maßnahmen mit gesetzlichen Verpflichtungen und geförderten Aufwertungsmaßnahmen in Einklang zu bringen«, berichtete der Geschäftsführer. »Das wäre dann eine Win-win-Situation für uns alle.«

Das Projekt solle im Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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