Karnevalisten der Rot-Weißen-Garde locken hunderte Narren mit Comedy und Tanz Heiß, heißer, Herrensitzung

Bad Driburg (WB). Heiß geht es bei der Herrensitzung der Bad Dribuger Rot-Weißen-Garde her – selbst im Winter. Derbe Witze, pikante Anblicke und feucht-fröhliche Stimmung: Man(n) hat die Qual der Wahl.

Von Timo Gemmeke

»Wann ist man ein Mann?«: Wenn es nach den Bad Driburger Karnevalisten ginge, wäre die Antwort auf Herbert Grönemeyers wohl berühmteste Frage klar: erst nach einer Herrensitzung in der Badestadt!

Die machte ihrem Namen auch am vergangenen Sonntag wieder alle Ehre. In der gut gefüllten Schützenhalle boten die Narren alles, was der Mann in bester karnevalistischer Manier so braucht: zünftige Musik, derben Humor und das ein oder andere Kaltgetränk.

Ausgelassene Stimmung

Bis in die letzte Reihe waren die Plätze gefüllt, die Stimmung also entsprechend ausgelassen. Egal ob mit Narrenkappe oder im bunten Ganzkörper-Anzug: Auch die erste Kostümvorschau auf die kommende Saison wurde von den Herren abwechslungsreich gestaltet.

Genau so erwies sich das Programm, welches die Rot-Weiße-Garde für den Vormittag geplant hatte. In der Bütt standen die wunderlich wandelbare »Däe Müllmann«, »Rocky und Co« sowie »Hausmeister Bolle«. Letzterer zog die Aufmerksamkeit ziemlich schnell auf sich, und das trotz starker weiblicher Konkurrenz.

Auch der »Meister in allen Bereichen« konnte und wollte es sich nicht nehmen lassen, etwas in der Klischeekiste der männlichen Vorlieben zu graben – Gerstensaft und Geschlechtsverkehr inklusive. So erzählte der Mittvierziger im grauen Arbeitskittel von beschwipsten Polizeikontrollen und unerwarteten Gästen, versteckt im heimischen Kleiderschrank.

Beim Bier hört der Spaß auf

Natürlich bekamen auch die Beamten als »Träger der Trägheit« ihr Fett weg, spärlich mit Haupthaar versehene Kollegen ebenso. Was teilweise nicht nur unter der Gürtellinie sondern auch unter Flachwitz-Grenze aus dem losen Mundwerk des »Meisters« kam, zündete auch ohne Tusch erstaunlich gut.

Außer Sprüche über das regionale Bier, die waren manchen wohl zu viel.

Zu viel konnten die Herren von Nummerngirl Martha hingegen gar nicht bekommen. Die gab zwar keinem ihre Nummer, schien jedoch trotzdem sehr beliebt, vielleicht ihrer – angesichts der derzeit durchaus kühlen Temperaturen – mutigen Kleiderwahl wegen.

Heiß ging es buchstäblich auch beim Limbo-Profi »Santo« her, der Kniescheibe samt Bänder unter einer brennenden Stange her quälte.

Ganz schön heiß: Limbo-Profi »Santo« mit seiner wagemutigen Vorstellung. Foto: Timo Gemmeke

Weniger extrem, dafür noch sportlicher traten die »Star Sisters Niederaußen Auenheim« auf, die als fesche Mixtur aus Flamenco und Funkenmariechen die Blicke auf sich zogen. »Zugabe« wurde lauthals gefordert, Zugabe gab’s nach einem kühlen Schluck von der Elferratsbühne dann auch. Selbst auf den Aufruf nach neuen Mitgliedern in der Tanzgruppe meldeten sich mehrere, scheinbar hoch motivierte Herren.

Auch Gäste aus Steinheim sind begeistert

Ralf Beforth hatte die Hand zwar nicht oben, zeigte sich aber generell sichtlich begeistert. »Die Herrensitzung in Bad Driburg ist wirklich einzigartig«, meinte er im Einklang mit seinen Kollegen, die extra aus Steinheim gekommen waren. Als Konkurrenz sehen die Narren von der Steinheimer Karnevalsgesellschaft die Bad Driburger Herrensitzung nicht – ganz im Gegenteil: »Wir verstehen uns alle sehr gut, egal woher wir kommen. Karneval lebt vom Miteinander.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.