170 Zuschauer sehen Burgtheater-Premiere Wartet der Retter hinterm Vorhang?

Bad Driburg-Dringenberg(WB). Wer gehört hier eigentlich zu den Bösen und wer zu den Guten? Diese Frage hat zweieinhalb Stunden lang 170 Zuschauer des Dringenberger Burgtheaters umgetrieben. Im ausverkauften Saal der Gaststätte Hausmann feierte »Der unheimliche Mönch« Premiere.

Von Marius Thöne
Gehört er zu den Bösen oder ist er der Retter in letzter Minute? Jannik Bernhard hat wie das ganze Burgtheater-Ensemble viel schauspielerisches Talent bewiesen. Als charmanter Trinker hatte er die Lacher im Publikum auf seiner Seite.
Gehört er zu den Bösen oder ist er der Retter in letzter Minute? Jannik Bernhard hat wie das ganze Burgtheater-Ensemble viel schauspielerisches Talent bewiesen. Als charmanter Trinker hatte er die Lacher im Publikum auf seiner Seite. Foto: Marius Thöne

Weiß das Hausmädchen (Alina Streitbürger) mehr , als es zugibt? Die Hobbydetektivin (Michaela Falke) will es genau wissen. Foto: Marius Thöne

Der Edgar-Wallace-Klassiker, der von Frank Thannhäuser für das Theater übersetzt worden ist, spielt in dem kleinen Landhotel Monkshall, das von Colonel Redmayne (Alex Mikus) und seiner Schwester Millie (Anika Hausmann) geführt wird.

Die Geschäfte könnten besser laufen. Die wenigen Gäste haben sich ihren Aufenthalt anders vorgestellt, denn entsetzliche Schreie und unheimliches Orgelspiel durchschneiden die nächtliche Stille.

Auch Scotland Yard ermittelt

Als dann der Kesselflicker Mr. Connor (Martin Uhe) tot in der Halle des Anwesens gefunden wird, ermittelt Scotland Yard.

Hat einer der Gäste mit dem Mord zu tun? Oder dieser unheimliche Mönch, der einigen von ihnen immer wieder erscheint? Und welche Rolle spielt ein vor Jahren verschwundener Goldschatz?

Fest steht: Auf Monkshall ist kaum jemand derjenige, der er vorgibt zu sein.

Wer Mr. Goodman (Matthias Sablotny) heißt, kann doch unmöglich gut sein. Wer sich verdächtig macht, wie das etwas zu neugierige Zimmermädchen Mrs. Cotton (Alina Streitbürger) oder der besoffene Charmebolzen Mr. Faine (Jannik Bernard), ist vermutlich harmlos – oder gar der Retter in letzter Minute?

Was hat Mr. Goodman (Matthias Sablotny) mit dem toten Kesselflicker zu tun? Officer Dobey (Alina Falke) ermittelt mit Zigarette. Foto: Marius Thöne

Vergnügliche Tätersuche

Nicht nur die Schauspieler tappen bei der vergnüglichen Tätersuche auf der Bühne oft im Dunkeln, auch die Zuschauer im Parkett.

Das macht die Kriminalkomödie überraschend und spannend bis zum Schluss.

Unterhaltsam ist der Wallace-Krimi auch, weil Autor Tannhäuser die Jagd nach dem Goldschatz auf Monkshall mit Motiven aus der US-Fernsehserie »Mord ist ihr Hobby« verwebt.

Einfach nur schrill

Die schrullige Mrs. Elvery (Michaela Falke) hat »alle großen Kriminalfälle genau studiert«. Die Frau im Blümchenkleid will das Monkshall-Mysterium mit ihren ganz eigenen Methoden aufklären und geht den beiden Ermittlern (Niels Bernhard, stilecht im Columbo-Trenchcoat, und Alina Falke (superpräzise Jungpolizistin) damit gehörig auf die Nerven.

Sehenswert ist auch ihre Tochter, Miss Veronica Elvery (Anna-Lena Thuns), die Gedichte schreibt und im groß-gepunkteten Pettycoat mit roter Schleife und roten Pumps nichts lieber tut, als auf Männerjagd zu gehen, sogar im Kohlenkeller – einfach nur schrill.

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