Schalltechnische Messung am Bilster Berg – Dr. Kathrin Weiß erläutert Verfahren Wenn Vögel PS-Boliden übertönen

Bad Driburg-Pömbsen (WB). Deutlich lauter als erlaubt ist es gestern auf der Test- und Präsentationsstrecke Bilster Berg gewesen. Der Grund: Nachdem der Kreis Höxter dem Antrag der Bilster Berg Drive Resort GmbH & Co. KG auf Erhöhung der Emissionsreferenzwerte im November stattgegeben hatte, galt es gestern zu prüfen, ob die im Gutachten angenommenen Werte auch denen der Realität entsprechen.

Von Frank Spiegel
Dieser Lamborghini Gallardo GT3 in der Rennversion bekäme nie die Genehmigung, um  auf dem Bilster Berg fahren zu dürfen. Für den Test unter Extrembedingungen gestern ist er ausnahmsweise erste Wahl gewesen.
Dieser Lamborghini Gallardo GT3 in der Rennversion bekäme nie die Genehmigung, um auf dem Bilster Berg fahren zu dürfen. Für den Test unter Extrembedingungen gestern ist er ausnahmsweise erste Wahl gewesen. Foto: Frank Spiegel

Dr. Kathrin Weiß, Leiterin der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreises Höxter, ist zuversichtlich, dass dem so sein wird. »Die Gutachten gehen von den denkbar ungünstigsten Bedingungen aus, zum Beispiel Autos, die selbst in Kurven Vollgas fahren, Wind, der vom Bilster Berg aus kreisförmig in alle Richtungen bläst«, erläuterte sie. Wichtig sei, dass die gesetzlichen Vorgaben weiterhin eingehalten und die Bürger entsprechend vor dem Lärm geschützt würden.

Weil der Wind nun einmal naturgemäß in eine Richtung bläst, hat man gestern unter anderem eine Messstation bei Merlsheim aufgestellt, die damit in Windrichtung lag. Die beiden Messpunkte direkt an der Strecke auf dem Bilster Berg liegen ohnehin an den Stellen, an denen die Autos am schnellsten und lautesten sind: an einer langen Gerade und auf der bergauf führenden Gerade nach der so genannten Mausefalle. Bis zu 250 Stundenkilometer haben die PS-Boliden hier auf dem Tacho. 16 Sportwagen mit kernigem Sound vom Porsche über Jaguar bis BMW, Audi und andere waren vom Morgen bis zum frühen Nachmittag unterwegs.

Auch an den beiden stationären Messpunkten wurde gestern vom unabhängigen Gutachterbüro je eine zusätzliche Messstelle errichtet. »So sehen wir, dass sie auch korrekt eingestellt sind«, erläuterte Dr. Kathrin Weiß. Dass allein das nicht vor Fehlern schützt, zeigt eine Anekdote aus der Vergangenheit: Morgens um 6 Uhr hatte ein Mikrofon Lärm von mehr als 140 Dezibel aufgezeichnet. Am Bilster Berg war man ratlos, dort war alles ruhig. Irgendwann legte sich jemand auf die Lauer und stellte fest, dass ein Sperber sich regelmäßig um diese Zeit unmittelbar neben dem Messmikrophon niederlässt und dort stimmgewaltig den Tag begrüßt.

»Entscheidender Punkt ist für uns das Altenheim in Nieheim«, so die Abteilungsleiterin. Dort seien die Regelungen am strengsten, hier dürften laut Gesetz maximal 45 Dezibel Lärm vom Bilster Berg ankommen. Messungen bei der ersten Genehmigung hätten eine Unterschreitung von vier bis sechs Dezibel ergeben. Ein Drei-Dezibel-Puffer sei auch mit der Änderung angestrebt, erklärte sie: »Wenn die Werte dort stimmen, dann passen sie auch an allen anderen Stellen.«

Kommentare

Ein Sperber?????

Ein Sperber erzeugt 140 Dezibel?? 140 Dezibel = Düsenflugzeug in 30m Abstand!
Was will man denn mit solchen Aussagen erreichen???

Alles im grünen Bereich

Na also ist doch alles im grünen Bereich und somit auch unverständlich, warum da im Vorfeld so ein Sturm im Wasserglas entfacht wurde.

2 Kommentare

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