Vom Ferienspaß zum Motorsport – Automobilclub Bad Driburg richtet ersten Jugendkart-Slalom aus Regentanz im Hütchen-Dschungel

Pömbsen (WB). Es schüttet aus Kübeln auf dem Bilster Berg. Im böigen Wind fühlt sich die acht Grad kalte Luft kühler an. Sonnenschirme halten den Regen schon lange nicht mehr ab. Die Feuchtigkeit kriecht langsam die Hosenbeine hinauf. Dennoch ertönt Kinderlachen in der Boxengasse beim ersten Jugendkart-Slalom, den der AC Bad Driburg ausrichtet.

Von Jürgen Köster
Maximal schwierige Bedingungen: Leon steuert sein Kart durch den Parcours, obwohl ihm starker Regen nicht nur die Orientierung erschwert. Am Ende bleiben alle Pylonen stehen.
Maximal schwierige Bedingungen: Leon steuert sein Kart durch den Parcours, obwohl ihm starker Regen nicht nur die Orientierung erschwert. Am Ende bleiben alle Pylonen stehen. Foto: Jürgen Köster

»Das Wetter ist mir egal« , sagt Leon (10). Helm, Regenkombi und Handschuhe – alles in schwarz – halten seinen Körper trocken. Nur das Helmvisier muss vor dem Start mit einem Papiertuch getrocknet werden, sonst ist die Sicht schon nach wenigen Metern eingeschränkt. Das lässt sich nach den ersten engen Kurven zwischen den Pylonen nicht mehr vermeiden.

Zeitaufschlag

Bernd Peter, Jugendleiter im Automobilclub, hat dafür gesorgt, dass sein Schützling am Start den Durchblick hat. Den behält dieser im Pylonen-Dschungel und lässt die rot-weißen Hütchen auf der Strecke allesamt stehen. Das ist gut, denn jede gefallene Pylone wird mit zwei Sekunden Zeitaufschlag bestraft.

Peter muss sich nicht nur um Leon und die anderen Jugendlichen des Vereins kümmern, sondern auch um allerhand Organisatorisches – vom Ersatzteil für das Kart bis hin zum Nachschub bei der Verpflegung. Viele Vereinsmitglieder helfen mit. »Etwa 15 bis 20 Männer und Frauen packen mit an, sonst wäre das hier nicht zu bewältigen«, sagt Jörg Hirschberg, Sportleiter des AC Bad Driburg und zugleich Veranstaltungsleiter.

Doppelveranstaltung

Der Club hat am Tag zuvor den vierten Tourenwagen-Test-Tag auf dem Bilster Berg ausgerichtet, »Ich bin echt geschafft. Eine Doppelveranstaltung zehrt an den Kräften«, meint Hirschberg. Zumal am Sonntag der Dauerregen die Begleitung der Veranstaltung nicht zu einem Vergnügen macht.

Den Nachwuchs-Motorsportlern ist das egal. Sie fiebern ihren Starts in den fünf Klassen entgegen. »Gut 120 Teilnehmer werden es wohl wieder werden«, schätzt Hirschberg zur Mittagszeit.

Leon Beine ist einer von ihnen. Und er ist nicht allein gekommen. Ihm zur Seite stehen seine Zwillingsbrüder Nils und Tim (7). »Wir kommen noch nicht an die Pedale, sonst würden wir auch mitfahren«, bedauern die beiden. Dafür feuern sie ihren Bruder an. Das gilt natürlich auch für seine Mutter Maike Beine (31). Sie klatscht sich mit ihrem Sohn ab, nachdem dieser eine fehlerfreie Runde hingelegt hat.

Vater an der Strecke

»Dass die Kinder nur gegen die Zeit fahren und nicht in einem Rennen mit mehreren Beteiligten, finde ich gut. Das ist dann nicht gefährlich«, sagt die Dringenbergerin. Ebenfalls an der Strecke ist Leons Vater. Stefan Beine (38) ist allerdings in die Rennen eingebunden: Er achtet als Schiedsrichter darauf, wie viele Pylonen die Akteure mit den Karts umwerfen.

Zum Kartfahren ist Leon über ein Angebot im Ferienprogramm der Stadt gekommen. »Da hat er vor zwei Jahren mitgemacht und war sofort Feuer und Flamme«, berichtet seine Mutter. Seitdem geht er regelmäßig zum Training, das der AC am Glas Cube in Herste anbietet.

Bild von Vettel

Einmal im Monat wird auf dem Bilster Berg gefahren. 30 Euro kostet der Monatsbeitrag. Karts werden gestellt. Schutzbekleidung müssen die Kinder mitbringen.

»Ein Bild von Sebastian Vettel habe ich in meinem Zimmer hängen, aber nur ein kleines«, verrät Leon auf die Frage nach seinem Lieblingssportler. »Bisher hatte unsere Familie mit Motorsport nichts zu tun«, sagt Maike Beine. Ihre Zwillinge stehen aber auch schon in den Startlöchern.

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