Gericht: Mann muss wegen Vergewaltigung in Haft »Habe gedacht, sie wollte das«

Bad Driburg (WB). Mit einer Anzeige wegen Vergewaltigung hat in der Nacht zum 2. November 2014 eine private Party in Bad Driburg ein jähes Ende gefunden. Täter und Opfer saßen sich am Mittwoch im Gerichtssaal gegenüber: Das Schöffengericht am Amtsgericht Höxter verurteilte den 44-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Haft.

Von Sabine Robrecht

Es sollte ein fröhliches Familienfest werden, zu dem eine 35-Jährige die Verwandtschaft in ihr Haus nach Bad Driburg eingeladen hatte. Zu den Gästen gehören ihre Cousine aus Nürnberg (32), und auch ein 44-Jähriger aus dem Kreis Kleve, dessen Frau weitläufig mit der 35.Jährigen verwandt ist. Den ganzen Abend wird gegessen, getrunken und getanzt. Alkohol wird auch getrunken. Der Mann sitzt der 32-Jährigen. gegenüber. Der Familienvater schaut sie an und prostet ihr zu. Die Frau reagiert genervt. »Er war mir unsympathisch.«

Als eine der ersten Gäste zieht sich die Friseurin aus Nürnberg schließlich zurück. Sie hatte die Nacht vorher nur wenig geschlafen und jetzt tief ins Glas geschaut. Müde und betrunken geht sie nach oben,  zieht sich aus, legt sich ins Bett der Gastgeber und schläft ein.

Dann kommt der männliche Gast ins Spiel. Er will nach oben gegangen sein, um den Ehemann der Gastgeberin zu suchen. Im Schlafzimmer findet er die 32-Jährige. Dem Gericht tischt er auf, dass sie gerufen habe. Er sei zu ihr gegangen, sie habe ihn umarmt und geküsst. Am Ende sei es zum Beischlaf gekommen. »Ich habe gedacht, sie wollte das.«

Die Frau, die als Nebenklägerin auftritt, schildert den Fall anders. Sie habe tief geschlafen, bis sie plötzlich spürte, dass sie offenbar gerade Sex hatte. »Im ersten Moment dachte ich, es sei mein Freund.« Umso größer der Schock beim Aufwachen am Ende des vollzogenen Geschlechtsakts.

Gewehrt hat sich die 32-Jährige nicht. »Das konnte sie auch nicht«, betont Richterin Christina Brüning in der Urteilsbegründung. »Sie hatte Alkohol getrunken, war ermattet und schlief. Da war kein Widerstand zu erwarten.« Daher auch der Straftatbestand, wegen dessen der Mann vor Gericht stand: »sexueller Missbrauch einer widerstandsunfähigen Person«.

Einen minderschweren Fall, der eventuell eine Bewährungsstrafe möglich gemacht hätte, sehen weder die Staatsanwältin Ilka Matthies, noch die Richterin und die Schöffen. »Wir müssen uns  auf den Zeitpunkt des begonnenen Geschlechtsverkehrs abstellen«, erläutert Brüning. Der Angeklagte habe zu dieser Zeit auch nicht irrtümlich davon ausgehen können, dass die Frau mit ihm schlafen wollte. Dass das Opfer in psychologischer Behandlung sei, spreche gegen ihn, so die Richterin. Zweieinhalb Jahre Haft seien tat- und schuldangemessen. »Dieses Strafmaß bewegt sich im unteren Rahmen.«

Die Staatsanwältin hat dieses Strafmaß ebenfalls beantragt. Anwalt Dietlef Bitterberg, Höxter, schließt sich als Vertreter der Nebenklage an. Die Verteidigerin des Angeklagten, Xenia Krug-Zengler aus Düsseldorf, möchte vorbehaltlich der Zustimmung ihres Mandanten in Revision gehen.

Kommentare

So langsam reicht es in Höxter!

Zu empfehlen ist das Buch von Norbert Blüm, Titel: Wider die Willkür an deutschen Gerichten

Unser Amtsgericht Höxter fällt leider immer wieder negativ durch haarsträubende Urteile auf bei denen man sich fragt ob man hier in einem Rechtsstaat lebt. Die Justizbeamten sind Angestellte von uns und man darf als Bürger erwarten, dass diese gut bezahlten „Experten" unbefangen einen professionellen Job erledigen.

Sie haben jedoch nahezu Narrenfreiheit, wie Herr Blüm auch kritisiert. Und gerade in kleinen Amtsgerichten in der Provinz die alles andere als im Mittelpunkt stehen kommt es dann zu den übelsten Ausfällen. Die Frage ist wie weit es kommen muss bis Bürger sich organisieren um dagegen vorzugehen. Jeder sagt sich das betrifft mich nicht und die Justiz weiß das es sehr schlimm kommen muss bis sich hundert Leute mit Plakaten vor dem Amtsgericht einfinden und demonstrieren. Und wenn das wirklich einmal so kommen sollte sind diese „Beschuldigten“ plötzlich krank und gehen in den vergoldeten Vorruhestand. Diese Narrenfreiheit führt bei mir geradezu zu einem Brechreiz und ich hoffe Frau Brüning list in der Zeitung was Bürger Höxters von ihren Methoden und Ansichten halten. Im Name des Volkes bestreite ich hier absolut und da bin ich sicherlich nicht alleine!




Im Zweifel für den Angeklagten

Aussage gegen Aussage, aber es gibt da ja noch den "Frauenbonus". Das Amtsgericht Höxter hat übrigens bei mir mal eine Hausdurchsuchung genehmigt weil ich einen Link zu einem Buch in ein Politikforum eingestellt habe und das ist keine Witz, Verfahren wurde natürlich eingestellt. Die Qualifikation und Sachlichkeit des Amtsgerichts Höxter rangiert nach meiner eigenen traurigen Erfahrung auf unterster Stufe und als Bürger ist man solchen Leuten ausgeliefert!

RichterIN, StaatsanwältIN und das Opfer geht zum Psychologe und schon ist die Schuld bewiesen. Oder wie geht das hier in Höxter?!



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