Initiator von Oeynhausen-Sierstorpff beruft Geschäftsführer ab Streit am Bilster Berg

Bad Driburg (WB). Machtkampf hinter den Kulissen der Renn- und Teststrecke Bilster Berg: Projektinitiator Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff hat Geschäftsführer Hans-Jürgen von Glasenapp abberufen.

Von Jürgen Köster

Das hat von Glasenapp bestätigt. Sein Dienstvertrag laufe allerdings weiter, erklärte Hans-Jürgen von Glasenapp, der jetzt in Altenbeken lebt. Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff war nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Wie es mit der Strecke und dem Unternehmen weitergeht, soll sich in der kommenden Woche klären: Am Mittwoch kommen die Gesellschafter in Bad Driburg zusammen. Zündstoff gibt es nach Einschätzung von Beobachtern genug. Offenbar besteht ein Konflikt zwischen den Geldgebern und Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, dem Ideengeber und Geschäftsführer der Bilster Berg Drive Resort GmbH & Co. KG. 180 Gesellschafter halten die 340 Anteile zu jeweils 100 000 Euro des Unternehmens. Einige besitzen nur ein oder zwei Anteile, andere bis zu 20.

Beirat im Sommer gewählt

Im Sommer war turnusmäßig ein neuer Beirat gewählt worden. Vorsitzender ist Hans-Joachim Pillich, technischer Projektsteuerer der Test- und Präsentationsstrecke. Dieser Beirat hatte, wie berichtet, in einem Sonderbericht bereits im November Vorwürfe gegen von Oeynhausen-Sierstorpff erhoben. Er habe Abschlagsrechnungen über 1,35 Millionen Euro für sogenannte Projektsteuerungsleistungen gestellt. Nach Einschätzung des Beirates seien diese Leistungen »nicht ersichtlich«. Der Graf hatte diese Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Unternehmensgruppe (UGOS) habe sämtliche Leistungen, die von ihr »nach Maßgabe des Projektsteuerungsvertrages zu erbringen waren, gegenüber der Bilster Berg KG erbracht«.

 »Wir haben vor einiger Zeit Fragen gestellt, die noch nicht beantwortet wurden«, sagte Hans-Joachim Pillich gestern. Er sei zuversichtlich, dass es diese Antworten geben werde, nachdem mit Graf von Oeynhausen-Sierstorpff konstruktive Gespräche geführt worden seien.

Der Projektsteuerungsvertrag ist offenbar zentrales Streitobjekt bei der Versammlung am 10. Dezember im gräflichen Hotel. »Über das weitere Geschehen werden jedenfalls die Gesellschafter befinden, nicht der Beirat«, betonte Pillich, der Vorsitzender dieses dreiköpfigen Gremiums ist.

Dem Vernehmen nach soll es unter den Gesellschaftern Bestrebungen geben, eine neue GmbH zu gründen, deren Geschäftsführer wieder von Glasenapp werden könnte.

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