»Umsonst & draußen«: Kripo ermittelt nach mutmaßlicher Vergewaltigung K.o.-Tropfen? Festival-Besucherin schwer verletzt in Klinikum

Porta Westfalica (WB). Beim Open-Air-Festival »Umsonst & draußen« in Porta Westfalica ist eine Frau möglicherweise mit K.o.-Tropfen betäubt und missbraucht worden. Sie liegt schwer verletzt im Uniklinikum Minden.

Von Christian Althoff
Etwa 20.000 Menschen feierten am Wochenende in Porta Westfalica bei »Umsonst & draußen«.
Etwa 20.000 Menschen feierten am Wochenende in Porta Westfalica bei »Umsonst & draußen«. Foto: Frank Lemke

Entsprechende WESTFALEN-BLATT-Informationen bestätigte Mindens Polizeisprecher Ralf Steinmeyer. »Meine Kolleginnen ermitteln mit Hochdruck«, sagte er.

Etwa 20.000 Menschen hatten vom 3. bis zum 5. August an der Weser gefeiert. Das Festival, das 1975 zum ersten Mal stattfand (damals noch in Vlotho), wird vom Vlothoer Kulturverein »Umsonst & draußen« veranstaltet und von Ehrenamtlichen organisiert. Es finanziert sich durch den Verkauf von Essen, Getränken und Parkgebühren.

»Hilf mir, mir geht es nicht gut!«

Zu den Besuchern gehörte auch eine Familie aus dem Kreis Lippe: Vater, Mutter und ein Kleinkind. Die drei waren mit ihrem Wohnmobil nach Porta Westfalica-Veltheim gekommen.

Als das Musikfestival in der Nacht zum Montag zu Ende ging, legte sich der Vater mit dem Kind im Wohnmobil schlafen. Die Mutter blieb noch draußen und unterhielt sich mit anderen Besuchern.

Nach bisherigen Ermittlungen rief die Frau ihren Mann am frühen Montagmorgen an: »Hilf mir, mir geht es nicht gut!«, soll sie sinngemäß gesagt haben.

Keine Erinnerungen

Der Mann fand seine Frau auf dem Festivalgelände und brachte sie ins Wohnmobil. Später soll die Frau eine rektale Blutung festgestellt haben, die nicht aufhörte. »Der Mann brachte seine Frau gegen 9 Uhr ins Klinikum Minden. Zu diesem Zeitpunkt ahnten die beiden noch nichts Böses«, sagte Polizeisprecher Ralf Steinmeyer. Am Montagmittag habe das Krankenhaus dann die Polizei informiert, dass man eine gravierende Verletzung festgestellt und einen schlimmen Verdacht habe.

Steinmeyer: »Die Frau konnte bisher nur kurz befragt werden. Sie sagte, sie habe mit anderen Leuten etwas getrunken und könne sich dann an nichts mehr erinnern.« Bekam sie K.o.-Tropfen? »Die entsprechenden Blutuntersuchungen laufen«, sagte Steinmeyer. Allerdings baut sich der Stoff – meistens Gamma-Hydroxybuttersäure – schon nach Stunden ab und ist dann nicht mehr nachweisbar.

Kleidung wird untersucht

Die Kleidung der Frau wurde inzwischen ans Landeskriminalamt nach Düsseldorf geschickt, das nach Spuren eines möglichen Täters suchen soll. Die Polizei hat bereits einige Festivalbesucher identifiziert, mit denen die Frau gesprochen haben soll. Ob ein sexueller Übergriff, den eine andere Besucherin angezeigt hat, mit der mutmaßlichen Vergewaltigung der Lipperin in Zusammenhang steht, weiß die Polizei noch nicht.

Das Opfer ist nach Angaben der Ermittler noch nicht vernehmungsfähig.

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