Veranstalter ziehen sehr positive Festival-Bilanz – Vermisstenmeldung war Fehlalarm Besucherrekord in tropischer Hitze

Porta Westfalica/Vlotho (WB). Es war das schönste, das friedlichste, das heißeste und wohl auch das größte »Umsonst & Draußen«, das je am Kraftwerk in Porta Westfalica gefeiert worden ist. Diese Bilanz zieht Wolfgang Kuhlmann vom Veranstalterteam. Und was seine Freude noch größer macht: Die Suche nach der in der Weser vermissten Person konnte eingestellt werden – es war Fehlalarm.

Von Andreas Klose und Jürgen Gebhard
Seit dem Jahr 2007 wird das in Vlotho entstandene »Umsonst & Draußen« am Kraftwerk im Porta Westfalica veranstaltet. Bei bestem Hochsommerwetter wurde dort von Freitag bis Sonntag friedlich und fröhlich gefeiert.
Seit dem Jahr 2007 wird das in Vlotho entstandene »Umsonst & Draußen« am Kraftwerk im Porta Westfalica veranstaltet. Bei bestem Hochsommerwetter wurde dort von Freitag bis Sonntag friedlich und fröhlich gefeiert. Foto: Andreas Klose

Wolfgang Kuhlmann stand am Sonntag gerade mit Hammerfest auf der Bühne, als Feuerwehrautos losfuhren. Wenig später machten Durchsagen auf im Fluss vermisste Personen aufmerksam . Die für den Wasserrettungsdienst des Festivals zuständige DLRG Porta und die Feuerwehr suchten den Fluss zwei Stunden ergebnislos ab. Ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Minden sagte am Montag: »Es gibt keine Vermisstenanzeigen und keine anderen Hinweise auf einen Zwischenfall.«

Seit 2007 findet das Festival am Kraftwerk statt. »Das Wetter war grandios. Das Sicherheitskonzept ist aufgegangen. Die Stimmung war super. Wir hatten karibische Nächte. Es waren noch nie so viele 20.000 Leute hier«, sagt Wolfgang Kuhlmann. Exakte Besucherzahlen gebe es nicht, schließlich werden beim »Umsonst & Draußen« keine Eintrittskarten verkauft.

»Ton Steine Scherben« als Höhepunkt

Am letzten Tag lief das Festival noch einmal zur Höchstform auf: Zunächst gehörte die große Bühne Hammerfest und anschließend Kai & Funky von Ton Steine Scherben mit Gymmick – zwei Bands, die ab den siebziger Jahren zum Sprachrohr einer ganzen Generation mutierten. »Gleich spielen hier meine Helden«, outete sich nicht nur Achim Patz von Hammerfest als großer Verehrer der vielleicht legendärsten Band Deutschlands.

Ton Steine Scherben hatte schon die 100.000-Leute-Festivals 1978 und 1979 in der Kiesgrube in Porta miterlebt.

Die Lokalmatadore von Hammerfest hatten sich zu ihrem Auftritt auf der Weserbühne noch einmal Verstärkung mitgebracht: Neben Janina Knäble (Gesang) und Stephan Lindenschmidt (Saxofon, auch bei der bekannten Kakadu-Combo aktiv) sowie Sebastian Hesse (Posaune und Gesang) war auch Boogieman Vito mit auf der Bühne. Wie nicht anders zu erwarten, sprang der Funke sofort über – nicht nur mit den Klassikern wie »Wilde Zeit« und »Arbeitslos«. Als Abschluss sang Achim Patz den Song »Für Dich« von Rio Reiser – Gänsehaut pur bei den Besuchern.

Kultmusiker umarmen sich

Damit hatte Patz geschickt die Überleitung zu Ton Steine Scherben vollzogen. Hinter der Bühne schworen sich die beiden Ur-Scherben Kai Sichtermann (Bassist seit 1970) und Funky K. Götzner (Schlagzeuger seit 1974, jetzt Cajon) sowie der neue Frontmann, Songpoet Gymmick, mit einer freundschaftlichen Umarmung auf ihren Auftritt ein. Mit ihren intensiven Songs, fast immer auch mit sozialkritischen Texten versehen wie »König von Deutschland« begeisterten sie ihre Fans, von denen viele mitsangen.

Keine Frage, es war ein perfekter Abschluss des »Umsonst & Draußen« auf den Weserwiesen in Veltheim. »Sehr heiß war es, jedoch wieder einmal sehr, sehr schön«, meinte nicht nur Besucherin Martina aus Vlotho.

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