Personaldebatte gärt weiter: Vlothoer SPD-Fraktion unterstützt Bürgermeister Wilken »Die CDU saß mit am Tisch«

Vlotho (WB). Die Debatte über die Abberufung von Herbert Obernolte als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters sowie als Chef der Stadtwerke und der Wirtschaftsbetriebe geht weiter. Nachdem die CDU-Fraktion Bürgermeister Rocco Wilken »mangelndes Fingerspitzengefühl« attestiert hatte, meldet sich nun Fraktionsvorsitzender Guido Koch stellvertretend für die SPD-Fraktion zu Wort.

Diskussionen um die Personalie Herbert Obernolte: Hinter der Fassade des Vlothoer Rathauses rumort es noch immer kräftig.
Diskussionen um die Personalie Herbert Obernolte: Hinter der Fassade des Vlothoer Rathauses rumort es noch immer kräftig. Foto: Jürgen Gebhard

Die SPD-Fraktion unterstützt Wilken und betont, die CDU habe in dieser Sache mitentschieden. »Man kann sich über die Vlothoer CDU nur wundern«, so Guido Koch. »Als die jetzt beklagten Personalentscheidungen getroffen wurden, saß die CDU mit am Tisch. Der Bürgermeister hat die Fraktionen informiert. Über die entscheidenden Vorfälle in der Verwaltung hat er umfassend berichtet.«

Bürgermeister Wilken habe, so die SPD weiter, von allen Fraktionen das Mandat bekommen, »die dann getroffenen personellen Veränderungen einzuleiten. Dabei wurde offen über die Nachfolgereglung für frei werdende Ämter gesprochen. Man war sich einig, dass Herbert Obernolte als Kämmerer bis zum Ende seiner Dienstzeit am 31. Dezember 2018 weiter beschäftigt bleiben sollte.«

SPD: »CDU hat geheime Abstimmung durchgesetzt«

Die CDU habe das mitgetragen, betont Guido Koch. »Warum beklagt sie jetzt, dass die Personalentscheidungen in nichtöffentlicher Sitzung getroffen wurden? Die CDU-Fraktion hat doch für alle anstehenden Entscheidungen schon bei den Vorgesprächen die geheime Abstimmung gefordert und durchgesetzt.«

Es sei wesentlich Bürgermeister Wilken zu verdanken, »dass im Rathaus der über viele Jahre herrschende autoritäre Führungsstil bei Seite gelegt wurde«, teilt Koch für die SPD-Fraktion weiter mit. Diese beurteilt die getroffenen Entscheidungen als ersten wichtigen Schritt für die Personalentwicklung, denn: »In den vergangen Jahren haben viel zu viele qualifizierte Mitarbeitende die Stadtverwaltung verlassen, da sie für sich und ihre Arbeit keine angemessene Perspektive gesehen haben.«

Bürgermeister machte kein Geheimnis aus seinen Vorstellungen

Weiter heißt es in der Stellungnahme: »Wir fragen uns, wann in diesen Jahren hat die CDU-Fraktion die ihr wohlbekannte Art der Personalführung in Frage gestellt oder gar Änderung verlangt?« Bürgermeister Wilken habe seine Vorstellungen für die Ausrichtung der Verwaltung »frühzeitig vorgestellt und die Politik ins Bild gesetzt«.

Der Rat solle ihn, fordert die SPD-Fraktion, »bei seinen Bemühungen gerade im Blick auf die Menschen, die gern im Rathaus arbeiten, unterstützen.« Abschließend weist Guido Koch darauf hin, es sei die SPD gewesen, »die sowohl in der Stadtwerke GmbH wie auch im Rat schon Ende 2016 und zu Beginn des Jahres 2017 nachgefragt hat: Was wird aus der Obernolte-Nachfolge?«

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