Der ehemalige Vlothoer Bürgermeister zum »Fall Obernolte« Stute nimmt Stellung

Vlotho (WB). Als »höchst bedauerlich« bezeichnet Bernd Stute die aktuellen Entwicklungen um seinen langjährigen engen Mitarbeiter und Weggefährten. Gemeinsam mit Herbert Obernolte habe er als Bürgermeister zwölf Jahre sehr gute Arbeit zum Wohle der Stadt geleistet, stellt der Vorgänger Rocco Wilkens fest. Die jetzige Situation werde dieser Lebensleistung nicht gerecht.

Von Jürgen Gebhard
Bei der Bürgermeisterwahl 2016 verfolgen sie im Rathaus mit Spannung die Stimmauszählung: Als Bürgermeister hatte Bernd Stute bis dahin (links) zwölf Jahre lang gemeinsam mit Herbert Obernolte die Geschicke der Stadt gelenkt.
Bei der Bürgermeisterwahl 2016 verfolgen sie im Rathaus mit Spannung die Stimmauszählung: Als Bürgermeister hatte Bernd Stute bis dahin (links) zwölf Jahre lang gemeinsam mit Herbert Obernolte die Geschicke der Stadt gelenkt.

»Vorwurf geht völlig ins Leere«

Die damalige Neuorganisation der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsbetriebe und der Stadtwerke GmbH mit Herbert Obernolte in den Führungspositionen habe landesweit große Beachtung und viel Lob gefunden. Die Landesprüfungsanstalt in Herne habe Vlotho in diesem Zusammenhang sogar als »Best practice«-Beispiel dargestellt. Die neue Personalaufstellung sei im Rat auf einhellige Zustimmung von CDU, GLV und Linke gestoßen. Stute: »Die SPD ist dem nicht gefolgt. Dafür waren offensichtlich nicht immer sachgerechte Gründe verantwortlich. Möglicherweise hat die SPD es mir verübelt, dass ich als Bürgermeister nicht ausschließlich SPD-Politik machen wollte. Ich hatte immer versucht, auch die anderen Fraktionen mit ins Boot zu holen.« Christian Dahms neuerlicher Vorwurf einer verfehlten Personalpolitik gehe daher »erneut völlig ins Leere«.

»Nicht nachvollziehbare Entscheidung«

Seit längerer Zeit müsste der Verwaltungsspitze bekannt gewesen sein, dass Herbert Obernolte Ende 2018 in den Ruhestand gehen würde. Deshalb hätte man schon viel früher als erst jetzt nachhaltige Personalentscheidungen anstoßen müssen. Obernolte hätte dann in den verbleibenden Monaten bis zu seinem regulären Ruhestand seine Nachfolger einarbeiten können.

Überhaupt nicht nachvollziehbar sei die jetzt getroffene Entscheidung, Herbert Obernolte auch vom Amt des allgemeinen Vertreters des Bürgermeisters und des Leiters der Wirtschaftsbetriebe abzuberufen. Die jetzt zu Tage getretenen Differenzen mit dem Bürgermeister habe es nämlich offenbar nur im Bereich der Stadtwerke gegeben. Persönliche Meinungsverschiedenheiten auf der Leitungsebene hätten in diesem Fall dazu geführt, dass man Qualität von Arbeit abrupt beendet habe und nun zunächst vorübergehende Lösungen auch in der allgemeinen Vertretung und bei der Leitung der Wirtschaftsbetriebe schaffen müsse.

»Besondere Führungsverantwortung«

Bernd Stute: »In schwierigen Zeiten wie diesen kommt es darauf an, dass ein Bürgermeister besondere Führungsverantwortung zeigt. Es wird spannend sein, was aus der vom Rat beschlossenen vorübergehenden Leitungslösung auf Dauer werden soll.«

Herbert Obernolte ist als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, als Chef der Stadtwerke und der Wirtschaftsbetriebe abberufen worden. Er bleibt Kämmerer.

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