Kommentar zum Streit im Vlothoer Rathaus Jetzt muss sich der Bürgermeister bewähren

Herbert Obernolte war seit den Zeiten von Bürgermeister Bernd Stute der mächtigste Mann im Vlothoer Rathaus. Zehn Monate vor seinem Ruhestand hat er Rocco Wilken die Gefolgschaft gekündigt. Für ihn persönlich bedeutet das viel weniger als für seinen bei weitem nicht so erfahrenen Chef.

Von Jürgen Gebhard
Herbert Obernolte soll in Zukunft nur noch als Kämmerer arbeiten.
Herbert Obernolte soll in Zukunft nur noch als Kämmerer arbeiten. Foto: Jürgen Gebhard

Bei der SPD-Fraktion dürften nach dem Eklat im Rathaus die Champagner-Korken geknallt haben. Nach Bernd Stute ist sie nun endlich auch dessen rechte Hand los. Zur Erinnerung: Stute war einst als SPD-Mann ins Amt gekommen, trennte sich von seiner Partei und unterlag bei der Landratswahl 2015 als CDU-Kandidat dem Genossen Jürgen Müller. Schon sehr viel früher hatte die Vlothoer SPD gegen die Machtfülle von Herbert Obernolte opponiert.

Die CDU wittert Morgenluft. Bei der letzten Bürgermeisterwahl war sie mit einem schwachen eigenen Kandidaten gegen den in Verwaltungs- und Führungsangelegenheiten relativ unbedarften SPD- und Grünen-Favoriten gescheitert. Zwei Jahre vor der nächsten Kommunalwahl könnte die CDU nun die Chance ergreifen, erkennbar Opposition zu machen und die Ablösung von Rocco Wilken einzuleiten. Dazu müsste sie ganz schnell einen sehr kompetenten Bürgermeister-Kandidaten oder eine Bürgermeister-Kandidatin präsentieren. Eine solche Person ist bisher noch nicht in Sicht.

Jetzt muss sich der Bürgermeister bewähren. Er könnte sich mit der SPD freuen, Herbert Obernolte los zu sein, um dann mit eigenen Leuten weiterzumachen wie bisher. Er könnte aber auch ganz schnell hochprofessionelle Unterstützung von außen ins Haus holen und die Führungs- und Beraterebene neu aufstellen.

Er könnte allerdings auch scheitern.

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