20 Achtklässler von WGV und WSV in Vlotho werden derzeit geschult Ausbildung zum Busbegleiter

Vlotho (WB). Die Rangelei an der Bushaltestelle, das Schubsen im Bus beim Ein- und Aussteigen: Allemal sind das keine Lappalien, sondern Vorfälle, die sogar zu Unfällen führen können. Die ehrenamtlichen Busbegleiter aus den Reihen der Schüler leisten seit Jahren bei der Vermeidung und Schlichtung solcher Vorkommnisse erfolgreiche Arbeit. Jetzt haben 20 Schüler von Weser-Gymnasium und Weser-Sekundarschule mit der Ausbildung zum Busbegleiter begonnen.

Von Joachim Burek
Schüler des achten Jahrgangs von Weser-Gymnasium und Weser-Sekundarschule lassen sich derzeit zu Busbegleitern ausbilden
Schüler des achten Jahrgangs von Weser-Gymnasium und Weser-Sekundarschule lassen sich derzeit zu Busbegleitern ausbilden Foto: Joachim Burek

Zwei Tage lang wurden die Mädchen und Jungen des achten Jahrgangs, die sich als Busbegleiter zertifizieren lassen wollen, nun in Theorie und Praxis in der Kulturfabrik geschult. »Dieses Amt zu übernehmen, ist eine freiwillige Sache. Wir bieten das Projekt in Vlotho schon seit mehr als zehn Jahren an, bewerben es in den Klassen und erhalten dabei auch große Unterstützung von den Schulen«, berichtet Schulsozialarbeitern Nancy Ercan. Mitmachen könnten die Schüler ab Klasse acht und wenn sie zertifiziert seien, blieben sie Busbegleiter, bis sie nach ihrem Abschluss die Schule verließen, erläutert sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

Schulung in Theorie und Praxis

Die fachliche Ausbildung vor Ort, die vom Kommissariat »Vorbeugung« der Polizei unterstützt wird, leitet Christiane Pörtner vom Verein »Up to you« in Kooperation mit der BVO.

Am ersten Tag steht zunächst ein theoretischer Unterricht auf dem Programm, bei dem den angehenden Busbegleitern unter anderem zunächst einmal verschiedene Handlungsstrategien vermittelt werden, um auf die unterschiedlichen Situationen im Bus, beispielsweise bei Rangeleien, Beleidigungen oder Sachbeschädigungen, richtig reagieren zu können. »Wichtig ist dabei, dass die jungen Busbegleiter lernen, während ihrer Einsätze gemeinsam und freundlich, aber entschieden aufzutreten. Ebenso wichtig ist außerdem die gute Kommunikation mit Busfahrer und je nach Fall mit den Schulsozialarbeitern und der Schulleitung, um Missstände abstellen zu können«, erläutern Nancy Ercan und Christiane Pörtner. »Mittlerweile sind die Busbegleiter überall anerkannt und wir verzeichnen einen deutlichen Rückgang an Vandalismus-Schäden«, berichtet Christiane Pörtner, die die Busbegleiter-Ausbildung in ganz Ostwestfalen-Lippe betreut.

Training mit Rollenspielen

Am zweiten Ausbildungstag stand dann die Praxis im Mittelpunkt. Im Rollenspiel wurden in einem Bus verschiedene Alltagsszenarien durchgespielt. Da mussten die Busbegleiter beispielsweise einem jüngeren Schüler, der von einem größeren Jungen drangsaliert wurde, zu Hilfe eilen oder bei einer Sachbeschädigung an den Bussitzen einschreiten.

Gleich im Anschluss an jede Szene ging es mit Christiane Pörtner und Nancy Ercan in die Manöverkritik.

Nach der Schulung beginnt für die Ehrenamtler der Alltag im Bus, zunächst als Probezeit. Im Sommer zum Schuljahresende gibt es dann für die neu ausgebildeten Busbegleiter ihre Zertifikate.

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