Absagen zu Kindergartenplätzen erhalten: Eltern sind in Sorge, Stadt rät zur Geduld »Lage ist besser als vergangenes Jahr«

Vlotho (WB). Fehlen in Vlotho Kindergartenplätze? Diese Sorge treibt derzeit etliche Eltern um, in den sozialen Netzwerken des Internets wird darüber diskutiert. Auch im Rat der Stadt wurde das Thema auf Antrag der CDU-Fraktion am Donnerstag angesprochen.

Von Heike Pabst und Joachim Burek
Hier wäre noch Platz: ein Spielzeug-Drachen macht ein Nickerchen in einer Kindertagesstätte. Gegenwärtig machen sich viele Eltern in Vlotho Sorgen, die eine Absage für einen Kindergartenplatz bekommen haben. Die Stadt rät zur Geduld.
Hier wäre noch Platz: ein Spielzeug-Drachen macht ein Nickerchen in einer Kindertagesstätte. Gegenwärtig machen sich viele Eltern in Vlotho Sorgen, die eine Absage für einen Kindergartenplatz bekommen haben. Die Stadt rät zur Geduld. Foto: dpa

Die Frage, wann das eigene Kind wo den Kindergarten besuchen kann, ist für Familien ausgesprochen wichtig. Entsprechend hoch schlugen die Wellen, als jüngst Absagen für Plätze in den Kindertagesstätten Vlothos verschickt worden sind.

Aus Sicht von Britta Koch-Linnenbecker aus der Stadtverwaltung, Geschäftsbereich BürgerInnen/Soziale Dienste, ist die Aufregung zwar nachvollziehbar, aber nicht sachlich begründet. Denn sie ist zuversichtlich, dass jede Familie, die in Vlotho einen Betreuungsplatz braucht, einen bekommen wird. Rein rechnerisch gebe es in Vlotho zurzeit genug Ü3-Plätze. Es stünden Überlegungen im Raum, weitere U3-Plätze zu schaffen.

»Letztes Jahr um diese Zeit waren die Zahlen zu den Ablehnungen höher. Zu Beginn des Jahres 2017/2018 hat es sich relativiert«, führt Britta Koch-Linnenbecker aus. »Letzten Endes war es sogar so, dass in einigen Einrichtungen ein paar Plätze frei geblieben sind, die jetzt im Jahr 2018/2019 besetzt werden.«

Eltern melden sich bei mehreren Kitas an

In Vlotho gibt es sieben Kindertagesstätten mit acht Häusern. Um die Vergabe ihrer Plätze kümmern sie sich selbst in Abstimmung mit ihren Trägern. Dafür ist nicht die Stadtverwaltung zuständig. Diese führt mehrere Abstimmungsgespräche mit den Trägern. Dieser Prozess sei für das kommende Kita-Jahr derzeit noch nicht abgeschlossen.

»Die Träger der Einrichtungen kommunizieren sehr gut miteinander und wir sind im Austausch. Das funktioniert in Vlotho toll«, ergänzt Britta Koch-Linnenbecker.

Derzeit gibt es in Uffeln und Exter die meisten Schulanfänger-Kinder, die im August 2018 mit dem Schulbesuch beginnen und dementsprechend einen Kita-Platz freimachen. In Vlotho-Stadt und in Valdorf gibt es im Verhältnis etwas weniger künftige Schulanfänger und so auch weniger verteilbare Plätze.

»Oftmals melden sich Eltern bei zwei bis drei Kitas an und erstellen eine Rangfolge«, erklärt Britta Koch-Linnenbecker weiter. Erhalten solche Eltern Zusagen in einer Kita, verfällt ihre Anmeldung in den anderen. Auch durch Wegzüge und andere Faktoren kommt es dazu, dass Familien, die ursprünglich eine Absage erhalten haben, nachrücken können.

Kreis Herford muss den Rechtsanspruch erfüllen

Die Stadtverwaltung rät deswegen zu Geduld bei Absagen: »Die Lage der Einzelnen ist natürlich nicht schön und wir sind bemüht, das schnell zu klären«, so Koch-Linnenbecker. Wer noch immer keine Zusage habe, solle sich entweder bei der Stadt Vlotho oder beim Jugendamt des Kreises Herford melden.

»Der Kreis Herford ist für die Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr zuständig. Man hat den Rechtsanspruch gegenüber dem Kreis, nicht gegenüber der Stadt oder einer bestimmten Kita«, informiert Britta Koch-Linnenbecker. Der Kreis und die Arbeiterwohlfahrt helfen außerdem bei der Vermittlung von Tagesmüttern für Kinder unter drei Jahren.

Verwaltung will Gerüchte entkräften

Britta Koch-Linnenbecker möchte Eltern die Angst nehmen, im Notfall einen Kita-Platz irgendwo im Kreisgebiet zugeteilt zu bekommen. »Das ist bis jetzt noch nicht vorgekommen.« Bei der Verteilung der Plätze konzentriere man sich auf das Stadtgebiet Vlotho.

Auch das Gerücht, dass die Kitas bevorzugt U3-Kinder nähmen, weil sie dafür mehr Geld bekämen, sei nicht wahr. »Man kann U3-Plätze, die mit Fördermitteln erstellt worden sind, nicht in Ü3-Plätze umwandeln«, betont sie. »Das dürfen die Kitas nicht, diese Plätze sind zweckgebunden.«

Anfrage der CDU-Fraktion

Die CDU hat eine Anfrage an den Rat gerichtet, um die Situation im Kindergartenjahr 2018/2019 einschätzen zu können. »Viele Frauen müssen nach Ablauf ihrer Elternzeit wieder arbeiten gehen und brauchen einen gewissen zeitlichen Vorlauf, um mit dem Arbeitgeber alles zu regeln«, sagt Julia Dowe, CDU-Fraktionsvorsitzende. Da könne man nicht in Ruhe abwarten.

In der Ratssitzung am Donnerstagabend hatte Bürgermeister Rocco Wilken zu der CDU-Anfrage Stellung genommen. »Die Schaffung und Vorhaltung von Kita-Plätzen ist ausschließlich Aufgabe des Kreises Herford, da Vlotho kein eigenes Jugendamt hat. Die Stadt ist hier nur Ansprechpartner und Servicepunkt sowie Zuschussgeber bei den Betriebskosten«, betonte Wilken.

Über ein eigenes Steuerungsinstrument für die Verteilung der Kita-Plätze verfüge die Stadtverwaltung nicht. »Im Bedarfsfall können wir, weil wir den Überblick über die Anzahl der Plätze haben, den Eltern bei der Vermittlung, wo noch ein Platz frei ist, helfen«, sagte er.

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