Zwei Jahre und sechs Monate Haft für Vlothoerin (37) Sechsfache Mutter gesteht Sex mit Jungen (13)

Herford/Vlotho (WB/jmg). Weil sie Sex mit einem 13-jährigen Freund ihres Sohnes hatte, muss eine Vlothoerin (37) jetzt für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Am Herforder Amtsgericht wurde die geständige sechsfache Mutter am Montag unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

»Wie kann es sein, dass eine 37-Jährige mit einem 13-Jährigen schläft?«, fragte Richterin Alexandra Sykulla die Angeklagte, wie es zu dem Vorfall im September vergangenen Jahres kommen konnte. »Ich hatte zu dieser Zeit viel Streit mit meinem Mann«, entgegnete die Vlothoerin. Der Teenager (13), der im Prozess auch als Nebenkläger und Zeuge auftrat, sei ständiger Hausgast gewesen.

Arbeitlosigkeit führte zu Eheproblemen

Weil der Schüler aus Vlotho selbst Alkohol- und Drogenprobleme gehabt haben soll, habe seine eigene Mutter ihn in die Obhut der Angeklagten gegeben. Sowohl die 37-Jährige als auch ihr Mann seien damals arbeitslos gewesen, was mehrfach zu ehelichen Konflikten geführt habe.

Mit ihren Sorgen habe sie sich an den Teenager gewandt. »Er hat mir zugehört.« Die beiden haben sich zudem Handy-Nachrichten geschrieben. »Ist ein 13-Jähriger denn ein adäquater Gesprächspartner?«, konnte Richterin Sykulla die Beziehung nicht nachvollziehen.

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Für uns bestand der Eindruck, dass der Zeuge unter Druck gesetzt wurde.

Richterin Alexandra Sykulla

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Ende September sei es dann zum ungeschützten Sex gekommen – im Zimmer des ältesten Sohnes, der laut Angeklagtem früher ein Klassenkamerad des Missbrauchsopfers gewesen sei. Einige Tage zuvor soll bereits ein Zungenkuss ausgetauscht worden sein, wie die Staatsanwaltschaft in der Anklage verlauten ließ.

Weil in der Regel Männer die Täter seien, handelt es sich laut Richterin Sykulla um einen ungewöhnlichen Fall. Sie folgte in ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die entgegen der Verteidigung nicht von einem minderschweren Fall ausging, auch wenn weder Zwang noch Gewalt ausgeübt worden seien. »Für uns bestand der Eindruck, dass der Zeuge unter Druck gesetzt wurde«, begründete Sykulla die Entscheidung des Jugendschöffengerichts. »Wir haben hier eine erwachsene Frau und einen jungen Mann, der in ihre Obhut gegeben wurde.«

Angeklagte war vorbestraft

Zudem gelte die sechsfache Mutter als Bewährungsversagerin: Gegen sie wurden bereits mehrfach Strafen wegen Betrugs verhängt. Im Gegensatz zur Verteidigung sieht Sykulla im Missbrauchsopfer keinen Jugendlichen, der wusste, worauf er sich einlässt. »Das ist ein ganz labiler junger Mann.«

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