Ausstellung wird diesen Samstag in der St. Stephanskirche in Vlotho eröffnet »Leben wollt ich«

Vlotho (WB). Der Kirchenraum von St. Stephan hat sich am Freitag in eine kleine Galerie verwandelt. Thomas Kersten, Ehemann der 2009 verstorbenen Künstlerin Sonja Weis, und Pfarrer Jörg Uwe Pehle brachten akribisch die insgesamt 27 Exponate der Ausstellung sowie die dazu gehörigen Texttafeln an den Wänden des Kirchenschiffs an.

Von Joachim Burek
Sie bereiten die Ausstellungseröffnung in St. Stephan vor: Thomas Kersten und Pfarrer Jörg Uwe Pehle (von links), die an den Kirchenwänden eine Galerie installiert haben.
Sie bereiten die Ausstellungseröffnung in St. Stephan vor: Thomas Kersten und Pfarrer Jörg Uwe Pehle (von links), die an den Kirchenwänden eine Galerie installiert haben. Foto: J. Burek

An diesem Samstag wird um 11 Uhr die Ausstellung »Leben wollt ich« der Künstlerin Sonja Weis in St. Stephan eröffnet. Die Präsentation zeigt Ausschnitte aus einer dokumentarischen Porträtreihe zum Gedenken und Erinnern an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Erstmals gezeigt worden war die Ausstellung 1995 zum 50. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager.

Dokumentarische Porträtreihe mit Werken von Sonja Weis

In Grafit- und Tuschezeichnungen sowie in zwei farbigen Gemälden hat Sonja Weis unter anderem prominente jüdische Mitbürger wie Anne Frank und ihre Mutter Margot, den Philosophen Walter Benjamin, den Fotografen Erich Salomon oder die Lyrikerin Gertrud Kolmar porträtiert. »Der künstlerische Ansatz meiner Frau war, mit dieser Porträtreihe die Opfer nicht in ihrer Versehrtheit, sondern als intakte und unverwechselbare Persönlichkeiten darzustellen und so dem Leid, das ihnen im Holocaust angetan worden ist, ein Gesicht zu geben«, erläuterte Kersten im Gespräch mit dieser Zeitung.

Gedenken zum Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager

St. Stephans Gemeindepfarrer Jörg Uwe Pehle hat die Künstlerin Sonja Weis und ihren Mann bereits Mitte der 90er Jahre kennengelernt. Pehle: »Diese Ausstellung war die erste, die ich in meiner früheren Gemeinde, der Stadtkirche Unna, gezeigt habe. Sie hat mich damals schon beeindruckt und gibt dem Gedenken zum Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager an diesem Samstag einen würdigen Rahmen.«

Musik von Kantorin Liga Auguste

Die Einführung in die Ausstellung, die bis zum 25. Februar in St. Stephan zu sehen sein wird, gibt Thomas Hengstenberg, der ehemalige Fachbereichsleiter Kultur des Kreises Unna. Kantorin Liga Auguste gestaltet den musikalischen Rahmen. Gast in St. Stephan wird auch der Vorsitzende der Vlothoer Mendel-Grundmann-Gesellschaft sein, Pfarrer Ralf Steiner aus Exter.

Die Mendel-Grundmann-Gesellschaft ergänzt die Ausstellung mit Plakaten, die die Porträts der ehemaligen jüdischen Mitbürger Vlothos, die Opfer des Holocausts wurden, zeigen. Pfarrer Pehle: »Damit schlagen wir in der Ausstellung auch thematisch den Bogen zu Vlotho.«

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