Kinder von Heilig-Kreuz und der Exteraner Konfirmanden in Vlotho unterwegs Sternsinger ziehen von Tür zu Tür

Vlotho (WB). Sie geben den Segen Gottes und empfangen Spenden für Kinder in Not: Beim Dreikönigssingen sammeln die Sternsinger weltweit für karitative Hilfsaktionen. In Vlotho waren Konfirmanden und Freiwillige unterwegs.

Von Frank Lemke
Maria Krempa, Laura Marie und Marcel Niedernolte sowie Timo Streeck haben als Sternsinger auch das Simeonsstift besucht und dort gesungen.
Maria Krempa, Laura Marie und Marcel Niedernolte sowie Timo Streeck haben als Sternsinger auch das Simeonsstift besucht und dort gesungen. Foto: Frank Lemke

Für Agatha Span war der Besuch eine Überraschung: »Was, die Sternsinger sind hier?«, fragte die Bewohnerin des Simeonsstift. »Die sind gekommen, um für sie zu singen«, antwortete Renate Mantey-Tunnat vom Begleitenden Dienst des Hauses. »Ach wie schön«, sagte Agatha Span. Die Seniorin erinnerte sich an ihre Heimat in Dorsten. Als sie dort noch wohnte, sind die Sternsinger jedes Jahr durch die Stadt gezogen, um den Menschen den Segen Gottes zu bringen.

Besuch im Simeonsstift

Die Sternsinger, die plötzlich vor ihr standen, begannen zu singen: »Im Namen des Vaters sind wir hier. Wir schreiben den Segen an diese Tür. Er soll dich begleiten, das ganze Jahr. Caspar, Melchior, Balthasar.« Für Agatha Span war ihr Segen eine schöne Überraschung. »Unsere Bewohner freuen sich sehr über die Sternsinger. Das erinnert sie an ihre Heimat. Der Segen bedeutet ihnen viel«, sagte Renate Mantey-Tunnat.

In Valdorf sind acht Sternsinger von Haus zu Haus und im Simeonsstift von Wohnung zu Wohnung gegangen, um den Segen zu geben und Spenden für Kinder in Not zu sammeln. In Exter sangen die Konfirmanden der Gemeinde an den Haustüren.

Das Kindermissionswerk organisiert diese Aktion deutschlandweit seit fast 60 Jahren. Von den Spenden werden Hilfsprojekte für Kinder in der ganzen Welt organisiert. Vergangenes Jahr haben etwa 300.000 Kinder 200 Millionen Euro gesammelt.

Rechte der Kinder stärken

Dieses Jahr gehen die Spenden zu einem großen Teil nach Indien. Unter dem Motto »Spielen statt schuften« will das Kindermissionswerk in dem südasiatischen Staat die Rechte der Kinder stärken: mehr Freizeit, Spiel, gesunde Entwicklung, Bildung, medizinische Versorgung, Familie, Fürsorge und ein sicheres Zuhause.

»Weltweit ist das die größte karitative Aktion von Kindern für Kinder«, sagte der Bürgermeister Rocco Wilken, als die Sternsinger bei ihm im Rathaus sangen. Die Aktion sei für alle Beteiligten gut. Die Spender hätten die Gewissheit, dass ihr ganzes gegebenes Geld bei hilfebedürftigen Kindern ankomme. Das Sternsingen selbst fördere ein positives Bewusstsein der Menschen im allgemeinen. »Es ist immer gut, sich für andere Menschen in Not einzusetzen. Manchmal muss man einfach machen«, sagte Rocco Wilken.

In Valdorf leitet Bruno Papenhoff die Sternsinger-Gruppe seit fünf Jahren. »Uns geht es um die Rechte von Kindern, an die sich heutzutage kaum noch jemand hält«, sagte der 63-Jährige. Selbst in Deutschland sei Kinderarbeit akzeptiert, auch wenn sie netter anzusehen sei. Ein Beispiel seien Kindermodelle, die Kleidung in Zeitschriften bewerben. »Das ist doch genauso Kinderarbeit, oder? Im Grunde genommen macht das keinen Unterscheid, auch wenn diese Kinder besser bezahlt werden.«

Gottes Segen geben

Kinder sollten spielen, sich selbst und die Welt entdecken, Freundschaften schließen und einfach glücklich sein, anstatt sich in so frühen Jahren schon wie Erwachsene zu verkaufen. In Ländern wie Indien hätten sie oft kaum eine andere Wahl. Deswegen engagiert er sich mit seiner Sternsinger-Gruppe jedes Jahr wieder und geht von Haus zu Haus, um Gottes Segen zu geben und den materiellen Segen der Vlothoer für Kinder in Not zu empfangen.

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