Bad Oeynhausen übernimmt im Notfall Außendienst für Löhne und Vlotho Gemeinsame Rufbereitschaft

Bad Oeynhausen/Löhne/Vlotho (WB). Die Zeit des Kirchturmdenkens ist für die Städte Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho vorbei. Sie wollen die Zusammenarbeit vorantreiben – auch über Kreisgrenzen hinaus. Seit Jahresbeginn haben die drei Kommunen eine gemeinsame Rufbereitschaft für Notfälle.

Von Tilo Sommer
Die Bürgermeister (vorne von links) Bernd Poggemöller (Löhne), Achim Wilmsmeier (Bad Oeynhausen) und Rocco Wilken (Vlotho) bedanken sich bei den Mitarbeitern des Ordnungsamtes Bad Oeynhausen, die gemeinsam die neue Rufbereitschaft für die drei Kommunen übernehmen.
Die Bürgermeister (vorne von links) Bernd Poggemöller (Löhne), Achim Wilmsmeier (Bad Oeynhausen) und Rocco Wilken (Vlotho) bedanken sich bei den Mitarbeitern des Ordnungsamtes Bad Oeynhausen, die gemeinsam die neue Rufbereitschaft für die drei Kommunen übernehmen. Foto: Tilo Sommer

Auch nach Dienstschluss muss der Bereich Sicherheit und Ordnung der jeweiligen Behörde erreichbar sein – und das an 365 Tagen im Jahr. Abwechselnd bedeutet das für die Mitarbeiter der Stadt, dass sie Rufbereitschaft übernehmen müssen. Im Notfall klingelt nachts das Handy, egal ob um 23 Uhr oder 3 Uhr morgens.

Ein zusätzlicher Aufwand, der vor allem von den kleineren Kommunen oft kaum noch geleistet werden kann. »In Löhne ist es uns zuletzt immer schwerer gefallen, die Bereitschaft nach gesetzlichen Vorgaben zu übernehmen. Es fehlt das Personal«, meint Wolfgang Greinke, Ordnungsamtsleiter der Stadt Löhne. Gleiches gilt für Vlotho. Auch dort freut sich Bürgermeister Rocco Wilken über die neue Regelung: »Unsere Verwaltung wird wahnsinnig entlastet.«

Mammutaufgabe für das Ordnungsamt

140 Bereitschaftsstunden seien pro Woche abzudecken. »Da stellt sich die Frage, ob man diese Aufgabe nicht bündeln kann?«, sagt Bad Oeynhausens Bürgermeister Achim Wilmsmeier. Die Antwort lautet Ja, dank erfolgreicher interkommunaler Zusammenarbeit. Die gesamte Rufbereitschaft übernehmen zwölf Mitarbeiter der Stadt Bad Oeynhausen. Zehn von ihnen arbeiten für das Ordnungsamt. Zwei kommen aus weiteren Verwaltungsbereichen, haben aber schon Erfahrung im Ordnungsamt gesammelt.

»Die Ordnungsbehörde Bad Oeynhausen hat eine Mammutaufgabe übernommen. Es gab auch Zweifel aus der Belegschaft, ob das zu leisten ist«, will Bad Oeynhausens Ordnungsamtsleiter Klaus Rinne nicht verhehlen. Ein Bereitschaftsdienst dauert eine Woche. Er beginnt freitags um 12.30 Uhr und endet am nächsten Freitag um 9 Uhr. Getroffen wurde die Vereinbarung für ein Jahr.

Gründe, warum das Bereitschaftshandy klingeln könnte, gibt es viele. Oftmals sind aber zunächst Polizei und Feuerwehr gefordert. Etwa bei Unfällen, umgestürzten Bäumen und dergleichen. Es gebe auch Ausnahmesituationen. So geschehen vor zehn Jahren, als Orkan Kyrill auch die heimischen Gefilde verwüstete.

Unfälle und Unwetter bringen das Bereitschaftshandy zum Klingeln

Konkret gefordert sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, wenn Personen zwangsweise eingewiesen müssen. Das ist der Fall, wenn eine erhebliche psychische Krankheit vorliegt und zur gleichen Zeit eine unmittelbare Gefahr besteht, dass die Person sich oder anderen Schaden zufügt. Der Antrag auf eine derartige Unterbringung muss durch das Ordnungsamt erfolgen. Die Entscheidung wird dann durch ein Gericht geprüft, welches die Einweisung erfolgen lassen kann.

Bad Oeynhausen bekommt von den beiden Städten eine Kostenerstattung und hat dadurch ein kleines Plus von 8000 bis 10 000 Euro, gleiches gilt für Löhne. Für Vlotho ist die Vereinbarung kostenneutral. Der wirtschaftliche Aspekt sei eine Randerscheinung. Vielmehr gehe es um die Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit.

»Die Bereitschaft ist da. Jetzt braucht es Aufgabengebiete, wo das funktioniert«, sagt Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller. Konkrete Pläne gebe es nicht, der Ausbau der Zusammenarbeit ist aber denkbar.

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