Kandidatur für Die Linke Hans Schemel will Bürgermeister werden

Vlotho (WB). Eigentlich hätte jede Fraktion einen Bürgermeisterkandidaten für die Wahl aufstellen sollen. Das wäre der demokratische Wunschtraum von Hans Schemel von den Vlothoer Linken gewesen. Da das nicht geklappt hat, macht der 62-jährige Ratspolitiker aus Vlothos Not eine Tugend und kandidiert am 13. September nun selbst für das Bürgermeisteramt in der Weserstadt.

Von Joachim Burek
Hans Schemel tritt im September zur Wahl an, um in das Vlothoer Rathaus als Bürgermeister einzuziehen.
Hans Schemel tritt im September zur Wahl an, um in das Vlothoer Rathaus als Bürgermeister einzuziehen. Foto: Joachim Burek

»Bei nur zwei Kandidaten von  SPD/GLV und CDU braucht es für die Stadt eine Alternative. Daher soll der Wähler sehen, dass wir von den Linken bereit sind, Verantwortung zu übernehmen«, begründet Hans Schemel seine Entscheidung, nun als dritter Kandidat seinen Hut in den Ring zu werfen.

»Ich bin mehrfach aus den verschiedensten Kreisen der Stadt angesprochen worden, es zu machen, und auch Fraktion, Stadt- und Kreisverband der Linken stehen hinter mir«, berichtet er. Das habe der Stadtverband in seinem Votum am 1. Juni auch deutlich dokumentiert. Vergangene Woche habe er dann seine Bewerbung bei der Verwaltung eingereicht.

Schemel bleibt gelassen

Den kommenden Wochen und einer möglichen Wahl sieht Hans Schemel gelassen entgegen. »Wir sind sicher die Partei, die eher  Außenseiterchancen hat, da wir nicht auf eine so große Stammwählerschaft zurückgreifen können wie Rocco Wilken bei SPD  und GLV und Jürgen Flaake bei der CDU. Aber es ist eine Persönlichkeitswahl und ich möchte diese Wahl gewinnen. Deshalb trete ich an«, zeigt er sich selbstbewusst.

Der linke Ratspolitiker möchte sich in seinem Wahlprogramm ganz klar als Alternative gegenüber den Kandidaten der großen Etablierten positionieren und sich besonders für mehr Transparenz in Rat und Verwaltung einsetzen. Allen voran nennt er dabei so wichtige Themen wie Stadtfinanzen und die Rekommunalisierung der Versorgungsnetze.

»Es wurde viel Geld verschenkt.«

Besonders liegt Schemel das Thema Haushaltskonsolidierung am Herzen. »Da haben wir in den vergangenen Jahren viel Geld verschenkt.« Seit 2007 habe die Stadt die Gelegenheit gehabt, für die Unternehmen kostenneutral die Gewerbesteuer zu erhöhen. Das sei ausgeblieben. Ein Fehler, der behoben werden müsse. Eine weitere Maxime seiner künftigen Haushaltspolitik werde das Bemühen sein, das Geld bei der Kommune zu behalten und nicht an Bund und Land abfließen zu lassen, um so die Bürger nicht weiter zu belasten.

Darüber hinaus müsse über einen Bürgerhaushalt nachgedacht werden, der bei der Beratung und Verabschiedung mehr Mitbestimmung und mehr Transparenz zulasse. Ein festen Terminplan klassischer Prägung für den Wahlkampf hat Hans Schemel nicht. »Ich favorisiere eigentlich Podiumsdiskussionen, wo wir uns den Fragen der Bürger im Wettstreit der Kandidaten stellen können.« Auch Einladungen zu Vorstellungsveranstaltungen sind ihm sehr willkommen.

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