Vlothoer Malerin Cornelia Waschkowitz zeigt Aquarelle zur Bahngeschichte in der Vlothoer City  Die Kleinbahn kommt zurück 

Vlotho (VZ). Eine Reihe großformatiger Aquarelle zur Vlothoer Kleinbahngeschichte hat Cornelia Waschkowitz aus Hollwiesen geschaffen. Sie sollen von April an in der Innenstadt ausgestellt werden.

Von Reinhard Kehmeier
Cornelia Waschkowitz, Malerin aus Hollwiesen, mit einigen ihrer Aquarelle aus der Kleinbahn-Serie. Sie werden von April an im Fenster der Buchhandlung Wedhorn, Lange Straße, ausgestellt, wo gegenwärtig andere Motive der Künstlerin zu sehen sind.
Cornelia Waschkowitz, Malerin aus Hollwiesen, mit einigen ihrer Aquarelle aus der Kleinbahn-Serie. Sie werden von April an im Fenster der Buchhandlung Wedhorn, Lange Straße, ausgestellt, wo gegenwärtig andere Motive der Künstlerin zu sehen sind. Foto: Kehmeier

 Die 52-Jährige hat sich an der künstlerischen Fassadengestaltung unter anderem mit der Zigarrenmacher-Werkstatt am Sommerfelder Platz beteiligt. Die sogenannte Illusionsmalerei mit ihren überraschenden Perspektiven verblüfft immer wieder die Passanten. Cornelia Waschkowitz hat mit dieser Technik auch ein Hofgebäude am Bonstapel aufgewertet.

 Die Aktion »Kunst im Schaufenster« des vergangenen Sommers findet durch private Initiative willkommene Fortsetzung. So bereichert die Künstlerin gegenwärtig mit frühlingshaften Blumenmotiven die Ausstellung in der Buchhandlung Wedhorn, wo in dem zur Verfügung gestellten Fenster ein jahreszeitlicher Wechsel der Dekoration bevorsteht.

 Ihre seit dem vergangenen Sommer entstandene Bilderserie zur Kleinbahn trifft mit dem wachsenden Interesse an der Kleinbahngeschichte im Kreis Herford zusammen. So zeigt der Geschichtsverein Herford am 15. März, 11 Uhr, im Capitol einen 90-Minuten-Film von 1966 über die letzten Tage der Kleinbahn (VZ berichtete am 21. Februar). In Vlotho endete die Ära der »Elektrischen« schon vier Jahre zuvor.

 Die Vlothoer Malerin hat bereits mit ihren Motiven zur Landbevölkerung ihr vielfältiges Interesse an historischen Themen bewiesen. Durch einen Vortrag des Valdorfer Eisenbahnfreundes Christoph Beyer war sie auf Details des einst für sechs Jahrzehnte überaus wichtigen Verkehrsmittels in Vlotho aufmerksam geworden.

 Bei Cornelia Waschkowitz stapeln sich vier Bände bebilderter Geschichte der Weserstadt auf dem Tisch, die der Heimatforscher Günter Schölzel mit großem Sammelfleiß zusammengetragen hat. Fündig wurde die Malerin in den Sammlungen Schölzels vor allem bei Schwarz-Weiß-Fotografien mit den historischen Stadtbildern jener Jahre. Diese hat sie jetzt in mehreren Gemälden farbig umgesetzt, unter anderem durch ihre persönliche Gestaltung einer lebendigen Umgebung. Das wird deutlich an der Haltestelle Hagemühle Exter oder auch an den Innenstadt-Szenarien mit dem Forellenbach im Vordergrund.

 Die Kleinbahnstation Hollwiesen – sozusagen bei ihr vor der Haustür – taucht gleich in zwei Gemälden in ihrem damaligen Gewand auf. Das Gebäude steht heute noch, allerdings mit veränderter Fassade. »Ich bin detailverliebt«, räumt die Aquarellistin ein. So fertigt sie nach ihrer Recherche in alten Fotografien stets eine genaue Bleistiftvrlage an, bevor es an die zügige Gestaltung mit Wasserfarben geht.

 Gern malt Cornelia Waschkowitz im übrigen auch an der Nordsee, wo in ihrer dortigen Inselheimat Föhrer Impressionen entstanden sind. Blumen, Stilleben, Tierportraits in Pastellkreide, Landschaften – ein weites Spektrum macht ihre Bilderwelt aus. In der Künstlerstadt Vlotho wird es durch ihre Beteiligung gewiss noch zu mancher Bereicherung im öffentlichen Stadtbild kommen.

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