Hohe Anerkennung für den Vlothoer Förderverein mit Ele Diekmann – Müntefering hält die Laudatio Zeitspender bekommen Assauer-Preis 

Vlotho (VZ). Der ehrenamtliche Einsatz des Fördervereins Zeitspende für Demenzkranke und die Wahrnehmung ihrer Bedürfnisse in der Gesellschaft ist mit dem Rudi-Assauer-Preis gewürdigt worden. Eine fünfköpfige Vlothoer Delegation hat die Ehrung im Beisein des Namensgebers in der Veltins-Arena auf Schalke entgegengenommen.

Von Reinhard Kehmeier
Zusammen mit Rudi Assauer und seiner Tochter Bettina Michel (links) auf Schalke: Preisträger und Laudatoren. Ele Diekmann (2. von rechts) hat für die fünfköpfige Delegation aus Vlotho die bedeutende Anerkennung entgegengenommen. Neben ihr Marion Remmert, dahinter (von links): Rita Müller, Jutta Wienand und Brigitte Filges.
Zusammen mit Rudi Assauer und seiner Tochter Bettina Michel (links) auf Schalke: Preisträger und Laudatoren. Ele Diekmann (2. von rechts) hat für die fünfköpfige Delegation aus Vlotho die bedeutende Anerkennung entgegengenommen. Neben ihr Marion Remmert, dahinter (von links): Rita Müller, Jutta Wienand und Brigitte Filges.

Als zweiter von fünf Preisträgern wurde die Initiative aus Vlotho aufgerufen. Ele Diekmann und ihre Begleiterinnen bedankten sich für ein Preisgeld von 2000 Euro, willkommene Unterstützung der Vereinsarbeit. »Zeit schenken ist die wichtigste Hilfe für Demenzkranke und insbesondere auch für ihre Angehörigen«, lautete die Erkenntnis des Laudators MdB Franz Müntefering. Er gehört wie der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen dem Beirat der Initiative aus dem Ruhrgebiet an.

»Ich will mich nicht vergessen«, dieses Zitat von Rudi Assauer ist Leitwort der nach der Manager-Legende von Schalke 04 benannten gemeinnützigen Initiative »Mensch und Gesellschaft«.

Zum zweiten Mal ging die Auszeichnung an Initiativen, in denen sich Menschen ehrenamtlich und innovativ um die Betreuung Demenzkranker kümmern. Sie wirken als Vorbilder in unserer Gesellschaft, die von der Volkskrankheit der Zukunft immer stärker betroffen wird.

Gastgeber der Preisverleihung war der FC Schalke 04. Ehrenpräsident Gerd Rehberg hob in seiner Begrüßung noch einmal die Verdienste hervor, die Rudi Aussauer in seiner Zeit als Manager um den Verein erworben hat. Der Bundesligist gehört zu den wesentlichen Förderern der im Vorjahr gegründeten Aussauer- Initiative Demenz und Gesellschaft.

»Die Preisverteilung ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen gewesen«, sagte Moderator Werner Hansch in seiner unnachahmlichen Art und im Jargon des Sportreporters. Hansch ist Vorsitzender des Beirates der Assauer-Initiative. Bewerber aus Saarlouis, Wolfratshausen, Mainz und Düsseldorf konnten sich neben den Vlothoern in die Liste der Preisträger eintragen.

Der Vlothoer Delegation mit Jutta Wienand, Rita Müller, Brigitte Filges, Marion Remmert und Ele Diekmann wandte sich Franz Müntefering in seiner Rede zu. In der Gesellschaft gibt es wenige Menschen, die noch Zeit für andere haben, brachte der Laudator zum Ausdruck. Aber gerade die Zeit füreinander spiele eine große Rolle bei der Betreuung von Menschen mit Demenz. »Sonst sind die, die pflegen, eher in den Betten als die, die gepflegt werden«, nannte Müntefering einen Aspekt der oftmals schweren individuellen Pflegesituation.

»Franz Müntefering hatte die Einladung zu unserem zehnjährigen Bestehen schon angenommen, da musste er absagen, weil der Termin am 20. Juni schon besetzt ist«, bedauerte Ele Diekmann nach der Rückkehr aus Gelsenkirchen. Die Vlothoer Teilnehmerinnen hätten viel Beifall und Zuspruch erhalten, auch von der Tochter Rudi Assauers, Bettina Michel: »Wenn Sie Unterstützung brauchen, melden Sie sich bei mir.« Die Gründung der Initiative als wichtiges Zeichen für die Gesellschaft war nur möglich, weil Rudi Assauer sich mit seiner Krankheit an die Öffentlichkeit gewandt hatte. Die Redner der Preisvergabe betonten, dass Menschen mit Demenz zu unserem Alltag gehören und die Angehörigen Entlastung bekommen müssen. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von Kindern der städtischen Musikschule Gelsenkirchen.

Das Preisgeld möchten die Vlothoer für Weiterbildungen nutzen: »Wir suchen dringend weitere Zeitspender und Pflegebegleiter.« Der Stammtisch für Betroffene und Angehörige in der VHS Bad Salzuflen soll ebenfalls davon profitieren und auch der Kochtreff für Betroffene und Angehörige im »Solero«. Er wird von Jutta Wienand und Marianne Meier betreut.

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