Evangelische Kirchengemeinde Spenge lädt für 8. April zum Tag des Friedhofes ein Vom Leben und Sterben

Spenge (WB). »Friedhof erleben – für die ganze Familie« lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe, zu der die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Spenge einlädt. Höhepunkt ist der »Tag des Friedhofes« am Sonntag, 8. April. Er beginnt mit einer vogelkundlichen Führung und beschäftigt sich auch mit der Frage: »Essen Tote Nutella?«

Von Gerhard Hülsegge
700.000 Euro hat die Evangelische Kirchengemeinde Spenge 2016 in die Neugestaltung des Friedhofes an der Langen Straße gegenüber der St.-Martins-Kirche investiert. Auch die Kapelle (im Hintergrund) wurde gründlich renoviert und umgestaltet.
700.000 Euro hat die Evangelische Kirchengemeinde Spenge 2016 in die Neugestaltung des Friedhofes an der Langen Straße gegenüber der St.-Martins-Kirche investiert. Auch die Kapelle (im Hintergrund) wurde gründlich renoviert und umgestaltet. Foto: Gerhard Hülsegge

»Das ist ein groß angelegtes Projekt«, sagt Gemeindepfarrerin Brigitte Janssens. Die Neugestaltung der Friedhofskapelle sowie die Schaffung neuer Grabanlagen auf dem Spenger Friedhof hat das Presbyterium dazu veranlasst, über die neuen Möglichkeiten im Friedhofs- und Bestattungswesen zu informieren. Im Vorfeld will die Gemeinde zur Passionszeit vor Ostern die Themen Sterben, Tod und Trauer in Vorträgen sowie kulturellen und gottesdienstlichen Veranstaltungen im Gemeindehaus und in der Friedhofskapelle für alle Generationen aufgreifen.

Licht in der Dunkelheit

So erklangen zum Auftakt am Dienstagabend in der Kapelle bereits ermutigende und hoffnungsfrohe Lieder, die der Seele guttun. »Licht in der Dunkelheit – die Seele frei singen« lautete das Motto der Veranstaltung mit Mareike Küstermann (Moderation) und dem Alphakurs-Musikteam Jöllenbeck und Verstärkung.

Am Freitag, 16. März, 19 Uhr, laden Mezzosopranistin Inka Noack und Pianistin Eketarina Engler in die Friedhofskapelle zu einer musikalischen Reise durch das Leben ein. Das Thema lautet dann: »Sterben muss ich…weiß nicht wie…«. Karten für das Konzert gibt es im Vorverkauf zum Preis von neun Euro im Gemeindebüro an der Langen Straße 70-72 (Telefon 05225/859290).

Essen Tote auch Nutella?

Dass über den Tod auch geschmunzelt werden darf, das zeigt nicht nur eine Cartoon-Ausstellung (»Einer geht noch«) vom 19. März bis 9. April im evangelischen Gemeindehaus. Auch Pfarrer Detlev Karl aus Bad Oeynhausen, evangelischer Religionslehrer an einer Berufsschule, geht die Sache bewusst nicht bierernst an, wenn er fragt: »Essen Tote auch Nutella?« Eine Antwort darauf und auf die Frage, wie man mit Kindern über den Tod sprechen kann und sollte, gibt es am Tag des Friedhofes am 8. April um 14 Uhr. Schließlich werden auch sie – etwa beim Tod von Oma, Opa oder eines Schulkameraden – mit dem Ende des Lebens konfrontiert.

Gerold Eppler vom Museum für Sepukralkultur (Trauer- und Begräbniskultur) in Kassel befasst sich am Freitag, 6. April, ab 19 Uhr im Gemeindehaus mit den Auswirkungen der Migration auf die Friedhöfe und die Bestattungskultur. Er sieht in der Zuwanderung eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich über kurz oder lang auch auf den Friedhöfen niederschlagen wird. Muslime werden nicht im Sarg oder einer Urne bestattet, sondern in einem Leichentuch. Darauf und auf andere Sitten und Gebräuche sind die christlichen Friedhofsverwaltungen in der Regel nicht vorbereitet.

Migration ein Thema

Die meisten Muslime mit Migrationshintergrund ließen sich nach ihrem Tode in ihrem Heimatland bestatten, sagt Pfarrerin Janssens. Außerdem gebe es muslimische Grabfelder in Löhne und Herford. In Spenge sei auch noch kein Muslim vorstellig geworden mit der Bitte, hier beerdigt zu werden. »Der Bedarf ist noch nicht da. Und man muss ja auch nicht alles vorhalten«, so die Seelsorgerin. Das könnte sich aber auch morgen schon ändern.

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