Mutmaßliche Täter sollen in Bünde, Spenge und Herford aktiv gewesen sein – Prozess am Detmolder Landgericht Tausende Euro mit Handy-Trickserei ergaunert

Bünde/Herford/Spenge (WB/sal). Sie sollen Mobilfunkanbieter um mehrere Zehntausend Euro geprellt haben und kommen dafür nun vor den Kadi: Wegen gewerbsmäßigen Betruges, Beihilfe zum Betrug und Hehlerei müssen sich vier Männer und eine Frau ab Freitag vor dem Detmolder Landgericht verantworten. Drei der Tatorte liegen im Kreis Herford: in Bünde, Spenge und Herford.

Smartphones im Wert von 32.000 Euro soll ein Duo aus Bad Salzuflen illegal an sich gebracht haben.
Smartphones im Wert von 32.000 Euro soll ein Duo aus Bad Salzuflen illegal an sich gebracht haben. Foto: dpa

Laut Staatsanwaltschaft sollen zwei der Angeklagten (26 und 25 Jahre) – beide kommen aus Bad Salzuflen – im Jahr 2013 als Angestellte in Mobilfunkgeschäften in Bünde und Bielefeld Verträge für Familienmitglieder abgeschlossen haben. Smartphones und SIM-Karten hätten sie allerdings für sich behalten. Die gleiche Masche sollen die jungen Männer in der Folgezeit auch in Geschäften in Lübbecke, Herford und Spenge angewandt haben.

Mehrere Zehntausend Euro Schaden

Nach Angaben der Detmolder Ankläger seien dort in den Jahren 2014 und 2015 in großem Umfang Neuverträge und Vertragsverlängerungen für Handyanschlüsse abgeschlossen worden. Dazu hätten die Beschuldigten ihnen bekannte Kundendaten verwendet, teilweise nutzten sie dabei den Händlerzugang eines mitangeklagten Herforders (32).

Zwar seien einige Verträge storniert worden, allerdings sei es den beiden Lippern auf diese Weise gelungen, Smartphones im Wert von 32.000 Euro an sich zu bringen. Der 32-Jährige soll durch den Betrug zudem Provisionszahlungen von Mobilfunkanbietern in Höhe von 47.000 Euro kassiert haben.

Fortsetzung am 16. Februar

Ein weiterer Beschuldigter (22) aus Bad Salzuflen soll zur Durchführung der kriminellen Taten seine Wohnung zur Verfügung gestellt haben – unter anderem zum telefonischen Abschluss von Verträgen oder zur Annahme von Paketen mit Mobiltelefonen. Gemeinsam mit einer ebenfalls mitangeklagten Herforderin (23) soll er – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – die ergaunerten Geräte weiter verkauft haben.

Der Prozessauftakt findet am Freitag, 2. Februar, vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Detmold statt. Ein Fortsetzungstermin ist für Freitag, 16. Februar, anberaumt.

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