Neues Fernrohr im Museum installiert – Rauchfang im Café Landsknechte eroberndie Spenger Werburg

Spenge (WB). Der 30-Jährige Krieg kehrt als Illusion zurück: Im Werburg-Museum in Spenge können Besucher ab sofort mit dem Blick durch ein Fernrohr sehen, wie Landsknechte versuchen, die Burg zu erobern.

Von Gerhard Hülsegge
»Jetzt haben wir ein Fernrohr, mit dem jeder in die Vergangenheit schauen kann«, sagt Dr. Werner Best, Vorsitzender des Werburg-Vereins. Die computergesteuerte Medienstation zeigt, wie sich Landsknechte auf die Werburg zubewegen.
»Jetzt haben wir ein Fernrohr, mit dem jeder in die Vergangenheit schauen kann«, sagt Dr. Werner Best, Vorsitzender des Werburg-Vereins. Die computergesteuerte Medienstation zeigt, wie sich Landsknechte auf die Werburg zubewegen. Foto: Gerhard Hülsegge

»Bewegt man das Rohr, verändert sich auch die Sicht«, erklärt Dr. Werner Best, Vorsitzender des Werburg-Vereins, die Neuheit im Obergeschoss des Herrenhauses. Zu sehen sind Sequenzen eines Films, der beim Mittelalterfest entstanden ist und den Betrachter nach etwa acht Minuten in Endlos-Schleife beim Blick aus dem Fenster ins 17. Jahrhundert zurückversetzt.

Neuerung zum Saisonstart

Das Fernrohr ist eine computergesteuerte Medien-Station. Die Berliner Firma Quadraflex, die schon den Touch-Tisch im Werburg-Museum in­stalliert hat, setzte das Vorhaben technisch um, baute unter anderem Sensoren ins Rohr ein, um den Ausblick so real wie möglich zu gestalten. 4500 Euro hat der Werburg-Verein für die Neuerung zum Saisonstart 2018 ausgegeben.

Weitere 6000 Euro sind in den Einbau einer neuen Esse im Werburg-Café geflossen. Seit der Sanierung war die ehemalige Kaminöffnung in der ursprünglichen Küche des Herrenhauses sichtbar. Der alte Rauchfang war gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgebaut worden und danach bündig zugemauert. »Leider sind auch die Konsolensteine, auf denen die alte Esse lag, abgeschlagen worden«, sagt Hans-Peter Tietze vom Werburg-Verein.

T-Träger statt Eichenbalken

Jetzt wurden Doppel-T-Träger aus Eisen eingezogen mit moderner Abhängung, um das Konstrukt richtig verspannen zu können. »Eichenbalken hätten wie Hollywood ausgesehen. Jetzt kann jeder sehen, dass es eine moderne Ergänzung ist«, meint Dr. Best. Für echtes Feuer zu sorgen, sei Aufgabe der nächsten Generation. Die Genehmigung liegt vor. Der Rauchfang konnte mithilfe von Sponsoren installiert werden.

Museum und Café sind ab dem kommenden Wochenende (samstags von 14 bis 17 und sonntags von 11 bis 17 Uhr) wieder geöffnet. Am 2. Februar, 19 Uhr, wird ein Rundgang zum Thema »Bauernregeln« angeboten. Am 11. Februar gibt es ab 14 Uhr eine öffentliche Führung und am 18. Februar heißt es von 15 bis 17 Uhr beim Familiennachmittag: »Woher weht der Wind?« Museumspädagogin Sonja Voss bastelt mit den Kindern Windfahnen.

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