Kirchengemeinde Spenge organisiert erste Börse für festliche Kleidung Schickes Gebrauchtes zur Konfirmation

Spenge (WB). Schuhe, Kleider, Kostüme, Anzüge nur einmal getragen: Bei der Konfi-Börse im Gemeindehaus der Martinskirche haben am Freitagabend festliche Garderoben ihre Besitzer gewechselt.

Von Daniela Dembert
Yannick (13) probiert Verschiedenes. Prüfend schaut er in den Spiegel, während Lenus (15) durch die aufgereihten Sakkos auf dem Ständer stöbert. Erstmalig hat die Kirchengemeinde Spenge eine Börse zum Verkauf getragener Konfi-Kleidung angeboten.
Yannick (13) probiert Verschiedenes. Prüfend schaut er in den Spiegel, während Lenus (15) durch die aufgereihten Sakkos auf dem Ständer stöbert. Erstmalig hat die Kirchengemeinde Spenge eine Börse zum Verkauf getragener Konfi-Kleidung angeboten. Foto: Dembert

Die evangelische Kirchengemeinde hatte zum ersten Markt mit Konfirmationskleidung geladen. »Ich habe die zwei vergangenen Jahrgänge als potenzielle Verkäufer und die künftigen Konfirmanden als Käufer angeschrieben«, sagt Pastorin Brigitte Janssens. In getrennten Räumen war die Kleidung nach Herren und Damen sortiert auf Ständern aufgereiht. Ein Umkleidebereich mit Spiegel lud zur Anprobe.

Ein kurzes schwarzes Kleid mit passendem Bolero hat es Nora angetan. »Das ist das erste Kleid, das ich ausgesucht hab. Danach habe ich aber bestimmt noch zehn weitere anprobiert«, erzählt die 13-Jährige, die sich schließlich für ihre Erstwahl entschieden hat. Dass das Kleid schon getragen wurde, stört die Schülerin nicht. Mutter Dunja Wehner sieht’s praktisch: »Das verschwindet nach einmal Tragen sowieso im Schrank oder wir bringen es im nächsten Jahr auch hier hin.« Nora möchte das Kleid aber als Andenken behalten. Damit scheint sie es vielen anderen Mädchen gleich zu tun, denn Anzüge und Hemden sind in größerer Auswahl vorhanden als Damenbekleidung.

»Es scheint, als seien Mädchen da emotionaler gebunden als Jungen«, mutmaßt Pastorin Janssens. Kleidung im Gebrauchtwert von mehr als 3000 Euro wurde nummeriert und etikettiert bei den Organisatoren abgegeben. »Der Neuwert liegt natürlich um einiges höher«, sagt Anke Meyer-Heise, Ideengeberin zur Gebrauchtklamottenbörse. Der engagierten Mutter erging es wie vielen anderen vermutlich auch schon einmal: »Mein Sohn brauchte für seinen Abschlussball ein Sakko. Wir waren guter Dinge, weil der Konfi-Anzug vor nicht langer Zeit gekauft worden war, mussten aber feststellen, dass er nicht mehr passte.« Schickes für Konfirmationen oder andere Festlichkeiten war im Angebot, das Interesse hätte jedoch größer sein können. »Natürlich möchte man an diesem einmaligen Tag nicht an seinen Kindern knausern«, meint Meyer-Heise, »aber das, was man hier weniger ausgibt, könnte ihnen an anderer Stelle zukommen.« Die Börse sei eine Möglichkeit, bei einem Ereignis, das insgesamt einiges koste, zu sparen. Für die Verkäufer bietet sich eine gute Gelegenheit, ihre ungenutzt im Schrank hängenden Sachen zu Geld zu machen. 2019 soll es wieder eine Konfi-Börse geben.

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